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Potsdam Havelwelle wird 2019 fertig
Lokales Potsdam Havelwelle wird 2019 fertig
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01:16 29.07.2018
Die Havelwelle hinter dem Kaufland zwischen Havel und Zeppelinstraße ist in diesen Tage schon deutlich zu erkennen.
Potsdam-West

Fragt man den Projektentwickler und früheren Berliner Oberbürgermeister Walter Momper (73), ob er – mit heutigem Wissen um Dauer und Scherereien – sein Projekt „Momper-Center“ an der Zeppelinstraße noch einmal beginnen würde, rettet sich das SPD-Urgestein in Ironie: „Warum nicht? Hier ist doch ständig was los – das hält einen gut in Beschäftigung.“ 23 Jahre ist es her, dass Momper die Erschließung des Areals zwischen Zeppelinstraße und dem ehemaligen Stadthafen in Angriff nahm, mit drei Zielen: Einkaufen, Wohnen und Hotel. Am Donnerstag konnte nun quasi der Deckel auf den letzten Baustein, das Wohnprojekt „Havelwelle“ gelegt werden: Vor dem 160 Meter langen Riegel, der durch einen kleinen Schwung in der Mitte kürzer wirkt, als er ist, schwebt nun die Richtkrone. 12 500 Quadratmeter Nutzfläche sind entstanden, berichtete der Potsdamer Architekt Rüdiger Flender stolz, dazu 150 Parkplätze in einer Tiefgarage und ein exklusiver Yachthafen nur für die Mieter des Hauses. In einem Jahr sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. 14 Meter hoch ist die Havelwelle und damit deutlich höher, als je eine Welle des Flusses gewesen sein dürfte, mehr als 1800 Tonnen stahl habe man verbaut, berichtete der Polier.

Mieten deutlich über zehn Euro je Quadratmeter

„Bei uns sitzt auch jeder in der ersten Reihe“, scherzte Rüdiger Flender, denn alle 102 Wohnungen entlang der fünf Treppenhäuser hätte einen Wasserblick auf die Havel. Hochwertige Naturholzböden, verglaste Balkone und andere hochwertige Ausstattung dürften eine Mietwohnung dort allerdings nichts zum Schnäppchen machen: „Mehr als zehn Euro pro Quadratmeter“ vermutet Architekt Flender, Harry Krause, der die Wohnungen bauen ließ, geht eher von Mieten „ab 12, 13 Euro pro Quadratmeter aus“, in den höheren Lagen mit dem weiteren Blick übers Wasser auch noch einmal deutlich mehr.

Vier Geschosse und ein zurückgesetztes Staffelgeschoss für Penthäuser wurden gebaut, auf der obersten Etage gibt es dann auch die luxuriöseste Wohnung mit deutlich mehr als den üblichen 65, 80 oder 120 Quadratmeter Zuschnitt und „von zwei Seiten besonnt“. Von den Herren Entwicklern möchte aber trotz Lobes für den Bau und die Architektur niemand einziehen: „Ich bleibe gar klar in Bayreuth“, sagt Harry Krause, „... und ich in Berlin“, sekundiert Momper. Beide werden indes nicht müde, die Lage, den Blick und die Schönheit der Wohnungen zu preisen.

Lange Verwertungskette

Die Verwertungskette ist fünf Schritte lang: Momper entwickelt mit Krause, Krause hat einen ebenfalls in Bayreuth angesiedelten Generalunternehmer, die Firma Markgraf, mit der Errichtung beauftragt. Sobald das Haus fertig ist, wird es an eine weitere süddeutsche Gesellschaft verkauft, die wiederum alle Wohnungen im Bestand hält und vermietet. Die Vermarktung soll „in diesen Tagen“ zu beginnen und läuft ausweislich eine Plakates über einen bundesweiten Makler von gehobenen Immobilien, der auch in Potsdam einen Sitz hat.

Sicher ist, dass – selbst wenn nun alles im Zeitplan bleibt – Walter Momper mit dem „Momper-Center“ das längste Projekt seiner Entwicklerkarriere nach 24 Jahren abschließt. Es war nicht das größte, aber das aufwendigste, „wir hatten alles dabei, was einem im Entwicklergeschäft passieren kann“, umriss Momper die Schwierigkeiten. 1995 gab er beste Angebot für das Areal an die Treuhandnachfolgerin TLG ab. Im Mai 1996 plante er mit Lidl den großen Markt an der Zeppelinstraße, eine Berliner Zeitung feierte ihn als „Hafenmeister“. 1998 gab er zwei Millionen für einen Architektenwettbewerb aus. Geplant waren 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche und acht Stadtvillen. In Matthias Platzeck, der 1998 das Rathaus übernahm, fand er zwar einen Parteifreund, aber einen erbitterten Gegner von großem Handel an der Zeppelinstraße. Es sei dem Linken-Abgeordneten Ralf Jäkel und Stadtplanungs-Chef Andreas Goetzmann zu danken, dass es doch noch eine Einigung auf 4000 Quadratmeter Einzelhandel gab.

Froh, wenn ohne Verluste beendet

Als 2002 alles Gezerre mit Gutachten und Gegengutachten beerdigt war, stellte sich heraus, dass auf der Fläche Alteigentum lag, und alle Verträge nichtig waren. Kaufland sprang zunächst ab, kaufte aber das Areal nach Neuankauf der Flächen (viel teurer!) nun selbst. Die Johanniter bauten derweil ein hochwertiges Seniorenwohnen, in das etwa auch Familie Stolpe einzog. Nur die geplanten Havelvillen wollten nicht kommen. Architekt Rüdiger Flender dachte größer in einem Ensemble von Großbauten und fand damit sogar vor dem Gestaltungsrat Applaus. 2015 war der Bauantrag genehmigt. Macht man nach soviel hin und her noch ein Geschäft? „Wir sind froh, wenn wir mit Plus-Minus-null raus sind“, sagt Harry Krause.

Von Jan Bosschaart

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