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Potsdam Heidehaus am Findling wird neuer Kiez-Treff
Lokales Potsdam Heidehaus am Findling wird neuer Kiez-Treff
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21:03 18.05.2016
Die Absichtserklärung zur Sanierung des Heidehauses als Begegnungszentrum: Es unterschrieben OB Jann Jakobs (SPD), Jürgen Schweinberger vom Infrastrukturministerium, Pro-Potsdam-Geschäftsführer Jörn-Michael Westphal und Interlog-Vorsitzender Thomas Geisler (v.r.) Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Derzeit käme das Heidehaus, das auf der Grünfläche vor der Heidesiedlung an der Großbeerenstraße nahe beim Findling steht, wohl nur für die Hauptrolle in einem Gespenster-Thriller infrage. Aus dem Dach sprießt fröhlich die Vegetation. Die Fenster des zweistöckigen Gebäudes sind vernagelt. Graffiti-Sprayer haben sich an den Wänden ausgetobt. In den 1850er-Jahren stand hier eine Windmühle; später ein Gasthaus, in dem die Fuhrleute auf dem Weg nach Saarmund einkehrten. Seit den Nachwendejahren steht das Haus leer – kein herzerwärmender Anblick. Dennoch war das Heidehaus am Mittwoch Mittelpunkt einer kleinen Feier, zu der die kommunale Bauholding Pro Potsdam die Anwohner und Stadtpolitik-Vertreter eingeladen hatte.

Im Innenhof werden vor vielen Wohnungen neue Balkone angebaut. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zunächst einmal wurde bei strahlendem Sonnenschein die Halbzeit bei der Sanierung der Heidesiedlung gefeiert.

Sozialverträgliche Mieten

Als ehemaliges Restitutionsobjekt gelangte die Heidesiedlung 2013 in den Bestand der Pro Potsdam. Das in den 1930er Jahren erbaute Ensemble wird in zwei Bauabschnitten saniert. Von den elf Aufgängen werden noch bis Juli sechs Aufgänge saniert: neue Dächer, Anbau von Balkonen, moderne Heizung, Böden und Decken werden instandgesetzt, neue Bäder. Im Sommer geht es mit den restlichen fünf Aufgängen bis Ende 2017 weiter.

Die Mieten sollen sozialverträglich bleiben. 5,50 Euro pro Quadratmeter für Mieter mit WBS-Berechtigung; sonst 6,50 Euro/Quadratmeter.

Der einvernehmlichen Sanierung ging eine turbulente Zeit voraus. Als Verkaufspläne der „Pro“ bekannt wurden, gingen die Mieter auf die Barrikaden. Die Stadtpolitik unterstützte das Anliegen. SPD und CDU stellten 2012 einen Antrag auf Verkaufsstopp. Auch die Linken stellten einen Antrag auf Sanierung des Blocks.

Bei einem weiteren sanierungsbedürftigen Pro-Potsdam-Objekt am Brauhausberg geht es derzeit u.a. darum, dass einige Mieter die Anbringung von Balkonen ablehnen. Doch ohne Balkone fließen keine Fördermittel, der Grund: es geht um „Generationengerechtigkeit“, also um die Möglichkeit auch für ältere Menschen Annehmlichkeiten wie einen Balkon-Zugang zu haben.

Als „Extra-Bonus“ obendrauf konnten Pro-Potsdam-Geschäftsführer Jörn-Michael Westphal, Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und Jürgen Schweinberger vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) dann noch eine Frohbotschaft verkünden: Das Heidehaus soll zum Nachbarschafts- und Begegnungszentrum im Kiez werden. Träger wird der Verein Interlog, der sich für interkulturellen Austausch und politische Bildung einsetzt. Bis Ende 2018 soll sich das abgewrackte Gebäude in einen einladenden Nachbarschaftstreff verwandeln. „Wir brauchen einen Ort, wo man den ,Spirit’ von Babelsberg wiederfindet“, sagte Interlog-Vorsitzender Thomas Geisler. „Es soll als Treffpunkt für die Nachbarn dienen, indem hier Alt- und Neu-Potsdamer in Kontakt kommen“, bekräftigte Jakobs, stellte gleichzeitig aber klar: „Wir werden nicht fünf Sozialarbeiterstellen finanzieren – ich gehe davon aus, dass das in Selbstverwaltung organisiert wird.“

Das Heidehaus ist momentan kein Postkartenmotiv. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das Heidehaus soll zur Förderung von Integration und Inklusion dienen. Neben festen Angeboten und Projekten will der Interlog-Verein offene Angebote rund um ein Nachbarschaftscafé unterstützen. „Gerade selbst organisierten Projekten soll Raum geboten werden“, umriss Vereinsvize Katharina Tietz das künftige Profil. Bevor aber bei Snacks und Tee oder Kaffee das Kiez-Gefühl gestärkt werden kann, muss die Pro Potsdam erst einmal kräftig sanieren. Um das 140-Quadratmeter-Gebäude wieder schick zu machen, muss eine halbe Million Euro investiert werden. Den Löwenanteil in Höhe von 450 000 Euro wird das Land aus Mitteln der Städtebauförderung beisteuern. Im Herbst 2017 soll Baustart sein. Auch für das Umfeld ist gesorgt: Rings um das denkmalgeschützte Begegnungszentrum wird eine öffentliche Fläche entstehen.

Von Ildiko Röd

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