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Potsdam Heiß, heißer, am heißesten
Lokales Potsdam Heiß, heißer, am heißesten
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02:18 01.06.2018
Hitzewelle in Potsdam am 29.05.2018 , hinein in den Tiefen See im Park Babelsberg Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Gegen Dienstag Mittag hatten auch die Direktoren genug von der Hitze. An einigen Grundschulen der Stadt kürzte man die Unterrichtsstunden auf 30 Minuten, an den meisten gab es das erste Hitzefrei des Jahres. Die Kinder durften die Schwüle ihrer Klassenzimmer verlassen; Horterzieher übernahmen die Betreuung. Wer konnte, holte seine Kinder früher ab und ging mit ihnen baden; die Strandbäder waren gut gefüllt, die Bootsverleihe stark gefragt. Schlangen bildeten sich überall in der Stadt an den Eistheken.

Den 34-Grad-Mai-Rekord von 1922 hat die Stadt verfehlt; bei 33 Grad um 18 Uhr kletterte das Thermometer nicht mehr. Die kommenden Tage schaffen auch nicht mehr, wenn die Prognosen stimmen.

Ob der Spitzenwert von 1922 aber wirklich ein Rekord war, ist gar nicht sicher, denn der Wetterdienst Meteomedia vermerkte für den 27. Mai 2005 schon 34,4 Grad.

Im städtischen Klinikum hatte man bis zum Abend einen Patienten mit Sonnestich-Symptomen in der Notaufnahme, aber ein Dutzend über 70-Jährige, bei denen die Hitze bei zu wenig Trinken dazu geführt hatte, dass bislang nicht ausgebrochene Infekte zu Tage traten. Das St.Josefs-Krankenhaus sprach von „vereinzelten Fällen“ mit Kreislaufzusammenbrüchen und mit Nierenversagen, weil die Menschen zu wenig trinken, aber zu viel ausschwitzen. Im Vergleich zu den Vorjahren war das kein Anstieg der Notfälle.

Es war das erste Hitzefrei des Jahres in den Schulen der Landeshauptstadt, aber noch kein Temperaturrekord für Mai

Beide Krankenhäuser müssen mehr Getränke bereitstellen als sonst, konnten den höheren Bedarf aber nicht beziffern. Zur Kühlung der Patientenzimmer können beide nicht mehr tun als öfter lüften, möglichst auf der jeweils sonnenabgewandten Seite und am effektivsten morgens und abends. Klimatisiert sind nur die Notaufnahmen, die Operationsräume und die Intensivstationen. Damaris Hunsmann, Sprecherin den Klinikums „Ernst von Bergmann“ rät dringend von Aufenthalten, Sport und schweren Arbeiten in der Mittagshitze ab und zu „immer ausreichend Getränken, bevorzugt Fruchtschorlen, wegen der Mineralstoffe darin.“

Der Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP) hat auf dem Betriebshof an der Fritz-Zubeil-Straße, in den Aufenthaltsräumen an den Wendeschleifen und den Kundenzentren Wasserspender zur Eigenversorgung der Mitarbeiter aufgestellt. Hitzezuschläge für die Fahrer gibt es nach Auskunft von Sprecher Göran Böhm nicht, und weil alle Fahrerkabinen klimatisiert sind, wird das Personal wegen der Hitze auch nicht öfter als sonst gewechselt.

Ins Schwitzen geraten könnten Kunden in den alten Tatra- und in den Combino-Straßenbahnen, die keine Klimaanlagen haben und Kühlung nur über Lüftungssysteme und geöffnete Fenster bekommen. Die 18 Variobahnen und alle Busse sind dagegen klimatisiert.

Autofahrer wissen, dass der Betrieb von Klimaanlagen den Spritverbrauch erhöht; beim Vip aber wird das nicht erfasst. Pressesprecher Böhm sagte am Abend aber, spürbar höhere Verbräuche seien im Winter zu spüren, wenn faktisch den ganzen Tag über mit Heizung gefahren wird.

Von Rainer Schüler

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