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Helga Schütz wird Ehrenbürgerin

Potsdam Helga Schütz wird Ehrenbürgerin

Die Schriftstellerin Helga Schütz soll Ehrenbürgerin der Landeshauptstadt Potsdam werden. Diesen Vorschlag wird Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) den Stadtverordneten in der kommenden Woche unterbreiten. Die Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die eine Kommune verleihen kann. Mit Helga Schütz wird in Potsdam erstmals eine Frau gewürdigt.

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Die Potsdamer Schriftstellerin und Drehbuchautorin Helga Schütz .

Quelle: Michael Hübner

Potsdam. Die Schriftstellerin und Drehbuchautorin Helga Schütz soll Potsdamer Ehrenbürgerin werden. Das wird Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) den Stadtverordneten in ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch vorschlagen. Helga Schütz sei eine „nicht nur im deutschsprachigen Raum bewunderte und gewürdigte Schriftstellerin, die ihr Potsdamer Leben für ihre Leser in aller Welt erfahrbar gemacht“ habe, heißt es in der MAZ vorliegenden Begründung.

Die Autorin ist Jahrgang 1937 und lebt im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke. Die Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die von einer Kommune auf Lebenszeit verliehen werden kann. Mit dem Denkmalpfleger und Treppenforscher Friedrich Mielke sowie dem Software-Pionier und Potsdam-Mäzen Hasso Plattner hat die Landeshauptstadt aktuell zwei Ehrenbürger. Mit Helga Schütz wird erstmals in der Potsdamer Geschichte eine Frau geehrt.

„Zahlreiche hochrangige Auszeichnungen dokumentieren ihren außergewöhnlichen künstlerischen Status“, heißt es weiter in der Begründung. Die Autorin ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und erhielt unter anderem den Heinrich-Greif-Preis 1. Klasse, den Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR, den Theodor-Fontane-Preis des Bezirkes Potsdam, den Brandenburgischen Literaturpreis, die Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung und das Hermann-Hesse-Stipendium.

Mit der Stadt Potsdam sei die Schriftstellerin auf künstlerische wie persönliche Weise seit über 60 Jahren eng verbunden, so das Schreiben der Stadt: „Seit Mitte der 1960er Jahre verfasste sie Drehbücher zu über 30 Filmen – manche gehören zu den bemerkenswerten und bleibenden Zeugnissen der DDR-Filmkunst, andere wurden aus politischen Gründen zensiert, verboten oder zerstört.“

Gemeinsam mit ihrem langjährigen Lebenspartner Egon Günther (1927-2017), einem der erfolgreichsten Filmregisseure der DDR, habe sie über viele Jahre in der DDR ein geistiges Zentrum der Babelsberger Filmszene repräsentiert. Ab 1993 habe sie auch als Professorin für „Drehbuch“ an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ die nachfolgende Autorengeneration geprägt. Mit Beendigung ihrer dortigen Tätigkeit habe sie ihren Arbeitsnachlass 2008 dem Filmmuseum Potsdam übergeben.

Vor allem in ihren Romanen „Grenze zum gestrigen Tag“ (2000), „Dahlien im Sand: Mein märkischer Garten“ (2002) und „Sepia“ (2012) rücke die Schriftstellerin Schütz die Stadt Potsdam in den Fokus ihrer Erzählungen.

Helga Schütz‘ eigenes Leben direkt an der Mauer in Groß Glienicke, das Studium und ihre Lehrtätigkeit an der Deutschen Hochschule für Filmkunst – ebenso wie ihr historischer Waldgarten in Babelsberg seien „literarische Formen städtischer Erinnerungsarbeit und damit ein eigenes Stück Potsdamer Geschichte“.

Helga Schütz sei bereits vor der Wiedervereinigung eine grenzüberschreitende Autorin gewesen. Das zeigten neben ihren Publikationen auch ihre internationalen kollegialen Verbindungen und ihre zahlreichen Würdigungen im Ausland.

Verwiesen wird in der Begründung nicht zuletzt auf ihr frühes Engagement für den Umweltschutz in Brandenburg, unter anderem in der Pfingstberg-Bürgerinitiative.

Die erste Potsdamer Ehrenbürgerschaft wurde 1822 an den Verwalter des Königlichen Schauspielhauses Deesen verliehen. Auf der aktuell 46 Namen umfassenden Liste finden sich unter anderem der Schulrat Wilhelm von Türk (1839), der Universalgelehrte Alexander von Humboldt (1849), der Physiker Hermann von Helmholtz (1891) und der Staudenzüchter Karl Foerster (1959).

Von Volker Oelschläger

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