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Helmholtz-Gymnasium eröffnet neue Bibliothek

Bildung in Potsdam Helmholtz-Gymnasium eröffnet neue Bibliothek

Nach mehreren Sammeljahren hat das Helmholtz-Gymnasium am letzten Schultag des Jahres seine neue Bibliothek eröffnet. Sie enthält als Schenkung eines früheren Kommunalpolitikers aus Erlangen und Ex-Helmholtz-Schülers eine Potsdam-Sammlung, die über die städtische Hauptbibliothek öffentlich nutzbar werden soll.

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Florian Hoffmann (18) und Marie Thöle (17) schmökern in der neuen Bibliothek des Helmholtz-Gymnasiums.

Quelle: foto: Friedrich Bungert

Nauener Vorstadt. Seit Mittwoch hat das ehrwürdige Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium wieder eine Schulbibliothek; die ersten Schüler holten sich am letzten Unterrichtstag des Jahres ihre Leseausweise.

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Das Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium ist ein öffentliches Gymnasium und eine Europaschule in Potsdam, das nach dem ehemaligen Schüler Hermann von Helmholtz benannt wurde. Ältere historische Namen waren Große Stadtschule und Viktoria-Gymnasium.

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In dem 90 Quadratmeter großen Raum stehen an den Wänden hohe Bücherregale, die erst knapp halbvoll sind und genug Platz für die gewünschte Bestandserweiterung durch Neukäufe, Überlassungen und Buchpatenschaften bieten. Die vor allem mit finanzieller Unterstützung des Landesbildungsministeriums und des Fördervereins der Schule geschaffene Ausleihe enthält überwiegend Fachliteratur und Nachschlagewerke zur Pausen- und Leerstundengestaltung aber auch Unterhaltungs-Belletristik. Dazu gehören die ersten beiden Bände der zehnteiligen Fantasy-Saga „Game of Thrones“ (GoT) von George R.R. Martin, gestiftet durch die SPD-Bundestagsabgeordnete Manja Schüle, die der Bibliothek insgesamt 30 neue Bücher als „Patin“ überlassen hat, darunter der politische Bestseller „Mit Rechten reden“ von Per Leo und Maximilian Steinbeis. Aber Schüle suchte die Nähe zu den Schülern lieber mit einem Zitat aus der ersten Staffel der GoT-Verfilmung: „Ein Verstand braucht Bücher wie das Schwert den Schleifstein“ , sagte darin Tyrion Lannister, der schlaue Zwerg.

Die Helmholtz-Bibliothek hat einen großen, ovalen Lesetisch, bunte Leseteppiche mit Lümmelkissen auf dem Boden und einen Arbeitstisch mit vier neu beschafften Laptops, die auch internetfähig sind. So will die Schule den modernen Ansprüchen an eine Bibliothek gerecht werden, ohne das anfassbare Buch abzuschaffen. Es gibt denn auch diverse Nachschlagewerke und Lexika für alle, die lieber in Papier blättern als im Internet surfen.

„Es ist wie Heiligabend“, freute sich Mittwochvormittag Schulleiterin Grit Steinbuch über den musikalischen Eröffnungsauftritt ihrer Schüler, der modern und weihnachtlich daherkam. Sie dankte dem Förderverein der Elternschaft und der schulischen Arbeitsgemeinschaft Bibliothek für deren unermüdliche Arbeit, nach dem Umbau des Gymnasiums die Bibliothek geschaffen zu haben. Sie enthält in einem gesonderten Raum auch eine Potsdam-Sammlung mit Bildbänden, Büchern, Zeitschriften, Plänen und Kalendern, die der frühere Helmholtz-Schüler und Ex-Oberbürgermeister von Weißenburg (Niedersachsen), Günter Zwanzig (85), dem Gymnasium im Jahr 2015 geschenkt hat. Das löste die Initiative zur Neugründung der Schulbibliothek aus.

Zu deren Komplettierung hat die Elternschaft pro Jahr 600 Euro als festen Etat bereitgestellt, berichtet Fördervereinsvorstand Birgit Malik. Den jetzigen Bestand der Bibliothek habe man über drei Jahre zusammengetragen und dabei auch veraltete Literatur aus der alten Bibliothek entsorgt. Die mehrere Hundert Bücher und Zeitschriften umfassende Potsdam-Sammlung Zwanzigs haben Eltern per Auto mit Hänger beim Spender selbst abgeholt.

Außer der Fachbibliothek gibt es auch noch eine Mitnehmbibliothek in der Cafeteria des Gymnasiums. Nach längeren, durchaus schwierigen Verhandlungen habe man endlich eine ausgediente Telefonzelle dafür erstehen können, sagte Rektorin Steinbuch der MAZ. Damit könne man einen langgehegten Wunsch der Schüler erfüllen.

Günter Zwanzig und das Helmholtz-Gymnasium

Der 1932 in London geborene Zwanzig ist ab 1938 in Potsdam aufgewachsen, wo die Familie seiner Mutter seit vier Generationen lebt.

Er besuchte hier die Volksschule und bis 1948 das humanistische Victoria-Gymnasium, das heutige Helmholtz-Gymnasium. Er floh aus der Stadt, machte sein Abi in Mühlheim an der Ruhr, studierte Jura, Geografie, Geologie und Biologie.

Er wurde 1963 Bezirksplaner in Stade/Niedersachsen und als Sozialdemokrat 1972 Oberbürgermeister von Weißenburg; er blieb es bis 1984. Ab 1990 besuchte er mehrfach Potsdam, beriet Verwaltungen.

Von Rainer Schüler

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