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Potsdam Hexenzauber unter Kübelpalmen
Lokales Potsdam Hexenzauber unter Kübelpalmen
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16:09 10.11.2016
Der künstlerische Leiter des Collegiums musicum Potsdam, Knut Andreas, in der Orangerie der Biosphärenhalle. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Vor fünf Jahren versuchte sich das Collegium erstmals an „Hänsel und Gretel“, der berühmten Märchenoper von Engelbert Humperdinck (1854-1921). Im Bethlehemsaal präsentierten die Musiker gemeinsam mit Solisten der nach Humperdinck benannten Kreismusikschule eine auf eine Stunde geraffte szenische Aufführung. Nun aber gehen sie aufs Ganze.

Am dritten Adventswochenende wird die Oper dreimal in voller Länge in der Orangerie der Biosphärenhalle aufgeführt. Regie führt Waltraud Prinz. Solisten sind Birgit Wahren (Hänsel), Dana Hoffmann (Gretel), Gabriele Näther (Sand- und Taumännchen), Ilona Nyomen (Mutter und Hexe) sowie Till Schulze in der Rolle des Vaters.

Beteiligt ist außerdem ein 15-köpfiger Mädchenchor der katholischen St. Antonius-Gemeinde in Babelsberg, die zunächst als Engel nach dem Abendsegen den Schlaf der im Wald verirrten Geschwister bewachen. Zum glücklichen Ende sind sie die Lebkuchenkinder, die nach dem Tod der bösen Hexe von Gretel mit einem Zauber ins Leben zurück geholt werden. Die musikalische Leitung hat Knut Andreas, der künstlerische Leiter des Collegiums musicum.

Szenische Aufführung von „Hänsel und Gretel“ mit dem Collegium musicum Potsdam 2011 im Bethlehemsaal. Quelle: Christel Köster

Die vom Hans-Otto-Theater (HOT) mit Kulissen und Kostümen unterstützte Aufführung werde „klassisch“ sein, sagt Andreas: Weder trage die Hexe Gucci, noch gebe es aktuelle sozialkritische Verweise. Hänsel kommt im karierten Hemd mit Hosenträgern, Gretel im Dirndl. Einzig beim Wald gibt es ortsbedingt Kompromisse: Nach dem Haus der Eltern gibt es im zweiten Akt anstelle von Tannen und Eichen einen Wald mit Kübelpalmen. Das Orchester probt seit September, nächste Woche geht es in den Kostümfundus des HOT.

Die Orangerie als Aufführungsort ist beim Collegium musicum beliebt, schließlich machte das Orchester dort im vergangenen Jahr mit der Operette „Drei alte Schachteln“ und einem Gruselkonzert nur gute Erfahrungen. Zur Märchenoper kommen aus Platzgründen nur 60 statt der vom Komponisten empfohlenen 80 Musiker zum Einsatz. Einen Graben gibt es nicht. Deshalb sitzen sie vor der Bühne. Pro Vorstellung finden 430 Zuschauer Platz.

Dass es vier Wochen vor der Premiere nur noch Restkarten gibt, zeigt nach Ansicht des Dirigenten, „dass der Bedarf an Oper und Operette in Potsdam riesig ist“. Die Märchenoper des Collegiums musicum schließt nahtlos an die vom Hans-Otto-Theater und der Kammerakademie Potsdam ausgerichtete Winteroper „Israel in Egypt“ an, die vom 24. November bis zum 3. Dezember insgesamt sechs Mal in der Friedenskirche Sanssouci über die Bühne geht.

Dass „Hänsel und Gretel“ trotz des enormen Aufwands nur drei Mal aufgeführt wird, liegt an anderweitigen beruflichen Verpflichtungen des überwiegend mit Laien besetzten Orchesters. Das nächste Projekt des Collegiums musicum in der Biosphäre wird bereits vorbereitet: Ende März soll es in der Orangerie die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ geben.

Märchenoper mit Schlemmerbüfett

Die Premiere der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ ist am Freitag, 9. Dezember, um 19.30 Uhr. Weitere Termine am Sonnabend, 10. Dezember und Sonntag, 11. Dezember, jeweils um 16 Uhr.

Vor den Aufführungen ist mit den Konzertkarten ein Besuch der Tropenwelt möglich. Einlass ist am 9. Dezember ab 17 Uhr, am 10. und 11. Dezember ab 14.30 Uhr.

Ein weihnachtliches Schlemmerbüfett gibt es vor der Premiere von 17 bis 19 Uhr, sowie nach den folgenden Konzerten von 18.30 bis 20.30 Uhr zum Aufpreis von 20 Euro.

Die Konzertkarten kosten 21 Euro in der Kategorie 1, Reihe 1-5, 18 Euro in der Kategorie 2, Reihe 6-10, sowie 15 Euro in der Kategorie 3 ab Reihe 11. Eine Ermäßigung gibt es für Kinder, Stundenten und Arbeitsuchende.

Ein Teil der Angebote ist ausverkauft. Restkarten gibt es in den Verkaufsstellen der MAZ und unter www.ticketeria.de. Mehr zum Collegium musicum auf www.cm-potsdam.de

Das Konzert ist nach Angaben der Veranstalter für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Musiziert wird zwei Mal 50 Minuten mit einer 20-minütigen Pause.

Von Volker Oelschläger

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