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Potsdam Hier wird am Dienstag in Potsdam demonstriert
Lokales Potsdam Hier wird am Dienstag in Potsdam demonstriert
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20:30 20.03.2016
Die Stadt Potsdam geht davon aus, dass die Kreuzung Humboldtbrücke frei bleibt. Quelle: MAZ
Berliner Vorstadt


Am Dienstag findet die neunte Pogida-Demo in der Berliner Vorstadt statt. Sie startet an der geschichtsträchtigen Glienicker Brücke und sollte mit 1,8 Kilometern der längste „Abendspaziergang“ der Potsdamer Islamgegner bislang werden. Angemeldet war sie mit bis zu 300 Teilnehmern bis zum Landtag am Alter Markt, doch die Polizei sieht zu viele Probleme für Feuerwehr und Rettungsdienste und lässt die Kundgebung auf halber Strecke am Biomarkt enden, der dann vermutlich geschlossen ist. Die Berliner Straße ist für die Demonstrationsdauer von 18.30 bis 21 Uhr komplett gesperrt. Dem Vernehmen nach schaltet der Verkehrsbetrieb in diesem Abschnitt sogar das Oberleitungsnetz der Straßenbahn ab, falls erstmalig die Wasserwerfer eingesetzt werden.

Drei Gegendemonstrationen entlang der Umzugsstrecke

Immerhin gibt es drei angemeldete und bestätigte Gegendemonstrationen, die sich alle stadteinwärts auf der rechten Seite der Berliner Straße postieren, während Pogida die linke Seite nutzt. An der Villa Schöningen stehen die Fußballvereine SV Babelsberg 03 und Concordia Nowawes als erste Gegenkundgebung bereit. Auf halber Strecke des „Spaziergangs“ muss die Pogida an der Mangerstaße an einer Versammlung des Kreisverbandes der Linken vorbei, ehe sie die Kreuzung Berliner und Behlertstraße erreicht. Dort steht gegenüber dem Biomarkt das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“, das bislang immer zahlreichste und lauteste Protestpotenzial. Hier sind die verfeindeten Seiten nur etwa 20 Meter voneinander entfernt. Die Pogida versucht, am Biomarkt eine Abschlusskundgebung abzuhalten; sie dürfte im Lärm des Bündnisses untergehen.

An- und Abreise der Pogida-Teilnehmer sind problematisch

Als problematisch gilt bereits die Anreise der Pogida-Demonstranten zur Glienicker Brücke. Falls das Tram-Netz bereits abgeschaltet ist, kommen sie nur mit Bussen oder privaten Pkw’s zum Auftaktort, nach Auflösung des Marsches an der Kreuzung Nuthe-, Behlert- und Berliner Straße aber nicht dorthin zurück. Und Parkplätze gibt es nur am Schloss Glienicke auf Berliner Seite.

Das unlösbarste Problem an der ursprünglich langen Strecke war die Feuerwehrausfahrt an der Holzmarktstraße, wo man im Falle des „Spaziergangs“ die Lösch- und Rettungsfahrzeuge blockieren würde. Das trifft auch auf die Rettungszufahrt zum Ernst-von-Bergmann-Klinikum zu; sie muss gleichfalls frei bleiben.

Der Abgang ist die größte Unbekannte des 9. Aufmarsches

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Kreuzung selbst frei bleibt und der Verkehrsfluss von und nach Babelsberg über die Humboldtbrücke unbehelligt bleibt. Allerdings ist unbekannt, auf welchem Wege die Pogida-Anhänger den Kundgebungsstandort verlassen werden. Für die Pogida und die Polizei am sichersten wäre es, wieder ein Stück zurück zu laufen und an der Schiffbauergasse in eine Straßenbahn zu steigen. Kürzer wäre der Weg über die Kreuzung zur Mehrrichtungshaltestelle Schiffbauergasse/Uferweg, doch dazu müsste man den Verkehr über die Berliner Straße doch noch unterbrechen. Aus Pogida-Kreisen war zu erfahren, dass die Polizei die Demo-Teilnehmer „in kleinen Gruppen“ bis zum Bahnhof geleitet will, was nur über das Zentrum-Ost machbar wäre, denn an der Feuerwache und damit über den Platz der Einheit kommt Pogida nicht. Der Weg über Zentrum-Ost würde einen erheblichen Schutzaufwand bedeuten, der nur zu rechtfertigen wäre, wenn die Pogida-Teilnehmer im Block eskortiert werden. Spätestens am Bahnhof, aber auch schon auf der Strecke durch Zentrum-Ost, könnte es erneut Konfrontationen geben.

Die Pogida – ein Phänomen von 2016

Pogida 1 am 11. Januar, Bassinplatz: Ausnahmezustand am Montag am Bassinplatz. Die Pogida-Demo verlief zunächst friedlich. Als eigentlich schon alles vorbei schien und die Islamfeinde per Bus abreisen wollten, gab es aus den Reihen der Gegendemonstranten Krawalle. Böller krachten, Steine und Fahrradständer flogen, Straßen wurden blockiert, ein Bus beschädigt. Die Polizei musste teils Gewalt einsetzen.

Pogida 2 am 20. Januar, Bassinplatz: Ein Großaufgebot der Polizei hatte am Mittwoch die Innenstadt abgesichert. Die knapp 300 Pogida-Anhänger wollten einen Abendspaziergang durch die Stadt machen. Doch es gab massive Proteste von mehr ehr als 1000 Menschen. Der angekündigte Abendspaziergang konnte den Bassinplatz nur ein paar Meter weit verlassen.

Pogida 3 am 27. Januar, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: 150 Pogida-Anhänger konnten vom Hauptbahnhof aus über die Lange Brücke zum Filmmuseum demonstrieren und liefen von dort zurück, begleitet von massivem Gegenprotest und einem großen Polizeiaufgebot.

Podida 4 am 3. Februar, Schlaatz: Etwa 130 Anhänger der islamfeindlichen Pogida zogen durch einen Randbereich des Schlaatz, behindert von rund 1000 Gegendemonstranten. Die Pogida-Anhänger liefen unter anderem an einem Asylbewerberheim vorbei, weitgehend schweigend, wie von der Polizei verlangt.

Pogida 5 am 10. Februar, vom Bahnhof Rehbrücke nach Drewitz: Riesiges Polizeiaufgebot und erhebliche Verkehrsbehinderungen: Rund 100 Pogida-Anhänger waren da, etliche wurden von der Polizei nicht mehr zum Kundgebungsort gelassen. Es gab drei Gegendemos in Sichtweite.

Pogida 6 am 17. Februar in Babelsberg: Die Pogida musste ihren Abendspaziergang vom Bahnhof Medienstadt zum Rathaus Babelsberg auf der Großbeerenstraße nach wenigen hundert Metern beenden und wegen einer massiven Sitzblockade von Gegnern umkehren. Auch Kinder waren an der Blockade beteiligt. Insgesamt waren sieben Gegendemonstrationen angemeldet.

Pogida 7 am 24. Februar am Bornstedter Feld: Rund 1000 Menschen in mehreren Kundgebungen demonstrierten an der Kirschallee gegen Pogida, die nur etwa 80 Anhänger aufbot. Erneut behinderte eine Sitzblockade die Islamfeinde.

Pogida 8 am 9. März, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Für die knapp 100 Pogida-Teilnehmer war auf der zweiten derartigen Route erneut am Filmmuseum Schluss. Die Gegendemonstrationen waren weniger heftig, der Polizeieinsatz mit rund 800 Beamten auch deutlich geringer. Für Aufsehen sorgte bei der Auftaktdemo hinter dem Bahnhof der alarmanlagenartige Lärm aus zwei verschlossenen Metallkisten, die auf an Masten angeschlossene Fahrräder montiert waren. Der Krach brach, offenbar ferngesteuert, in dem Moment los, als der erste Pogida-Redner ans Mikrophon trat.

Außer zu den ersten beiden Demos am Bassinplatz kam die Pogida nie über 100 Teilnehmer hinaus. Hier passiert der Umzug den Landtag; das geschah bereits zwei Mal. Quelle: dpa-Zentralbild

Außer zu den ersten Kundgebungen konnte die Pogida kaum 100 Demonstranten auf die Straße bringen. Sie sahen sich stets mehreren hundert, anfangs sogar rund 1000 Gegendemonstranten gegenüber. Die Polizei bot in der Regel rund 1000 Beamte und schwere Technik aus drei bis vier Bundesländern auf, zuletzt nur noch etwa 800.

Von Rainer Schüler

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