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Himmelsblitze und die Stimme von Chuck Norris

Feuerwerkersinfonie in Potsdam Himmelsblitze und die Stimme von Chuck Norris

Lichtzauber, Musik und Emotionen – aus diesen „Zutaten“ setzen sich die vier Shows der Feuerwerkersinfonie zusammen. Je zwei Teams gehen am Freitag und am Sonnabend an den Start. Hier der Überblick über die Teams, die ins Rennen um den ersten Platz auf dem Pyrotechniker-Podest geht.

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Eindrucksvolles Farbenspiel im Potsdamer Volkspark.

Quelle: Jan Woitas

Bornstedter Feld. Die Japaner, die schon vor Hunderten von Jahren mit opulenten Feuerwerken den Nachthimmel erleuchteten, liebten es blumig. Hortensien und Chrysanthemen zauberten gärtnerische Pracht mit Blüten und Blättern auf die schwarze Himmelskuppel. In China hatten die knallenden Effekte den Zweck, die bösen Geister zu vertreiben. In Potsdam geht es hingegen bei der 16. Ausgabe der Feuerwerkersinfonie im blumigen Ambiente des Volksparks darum, die guten Geister der Freundschaft zu beschwören. „In diesem Jahr können sich die Besucher auf ein international besetztes Teilnehmerfeld freuen“, sagte Volkspark-Leiterin Diethild Kornhardt gestern bei der Vorstellung des Programms für den 4. und 5. August. Vorjahressieger „SteyrFire“ aus Österreich wird ebenso dabei sein wie Nakaja Art, ein polnisches Unternehmen mit 20-jähriger Tradition, und das junge Team Makalu Fireworks aus Tschechien. Lokalpatrioten müssen sich dennoch nicht vernachlässigt fühlen. Ein Team aus Potsdam nimmt ebenfalls teil: Output Media wird sein Feuerwerk gemeinsam mit Sebastian Hoferick gestalten, der bereits mehrfach bei der Feuerwerkersinfonie mitgewirkt hat.

Neue Jury

Veränderungen gibt es bei der Besetzung der Jury, die am Ende – basierend auf den Telefon-Votings des Publikums – den Sieger küren soll. Diesmal geht eine „Promi-Jury“ an den Start. Wer nun auf Dieter Bohlen und ähnliche Kaliber hofft, dürfte dezent enttäuscht sein. Der Trost: Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius , Antenne-Brandenburg-Moderator René Hausmann , Jenny Pöller (Leiterin Autonomes Frauenhaus), Birgit Faber (Präsidentin des Märkischen Turnerbundes Brandenburg), Markus Klatt als Experte für Feuerwerksthemen im Internet und Ralf Prinz , der eine Firma für Feuerwerke führt. Die Juroren füllen einen Bewertungsbogen zu den vier Shows aus. Dabei geht es nicht nur um künstlerische Fragen, wie zum Beispiel: Wie gut ergänzen sich die Musik und die jeweilige Handlung des Feuerwerks? Noten gibt es auch für die Ordentlichkeit rund um die aufgebauten Feuerwerke.

Telefon-Voting für die besten Pyro-Shows

Bei der 16. Feuerwerkersinfonie können die Besucher wieder per Telefon-Voting über das jeweils beste Feuerwerk des Abends abstimmen.

Als Gewinne für die Voting-Teilnehmer gibt es mehr als 60 Gutscheine, Frei- und Ehrenkarten für Kulturevents in Potsdam, Berlin und Brandenburg. Die Telefonleitungen sind an beiden Abenden bis 23.50 Uhr geöffnet. Die Nummer für die Freitagswertung lautet 01378260560-1. Am Sonnabend muss die Endziffer 2 gewählt werden.

Tagessieger und Gesamtsieger werden zeitnah online auf den Internetauftritten des Volksparks, der Feuerwerkersinfonie und auf Facebook veröffentlicht.

Karten sind im Vorverkauf noch bis um 20 Uhr des jeweiligen Vorabends erhältlich ( www.feuerwerkersinfonie.de, www.reservix.de) sowie an der Abendkasse vor Ort.

Lange Vorbereitungszeit

Die Vorbereitungen für die spektakulären Himmelsdarbieten sind überhaupt ein Kapitel für sich. Kaum ein Laie ahnt wohl, wie viel Zeit, Fantasie und auch Berechnungskünste dahinter stecken. Per Computer wird im Vorfeld das sekundengenaue Zusammenspiel zwischen der Musik und den einzelnen Feuerwerkskörpern simuliert. Übrigens: Es ist ein Irrglaube, dass Raketen gezündet werden. Für ein Event dieser Dimension müssten die Stäbe an den Raketen unglaublich groß sein. So groß, dass sie beim Herabfallen zur Gefahr werden könnten. Das klassische Kunstmittel ist ein anderes, wie Experte Volker Schwarz gestern erläuterte: „Aus Mörsern werden Großfeuerwerksbomben geschossen – maximal 700 je Show bei der Feuerwerkersinfonie.“ Die Mörser haben die Größe eines Abwasserrohres; jede Kugel mit bis zu 15 Zentimeter Durchmesser enthält ein Schwarzpulver-Ei.

Mittels Gas wird die Bombe nach oben geschleudert. In ihrem Bauch befinden sich einzelne kleinere gefüllte Pappkugeln, die am Firmament zerplatzen. Der wunderbare Farbenzauber ist dann das Ergebnis von Chemie: Strontiumsalze stecken hinter dem strahlenden Rot. Kohlenstoff ist die Zauberformel hinter dem glitzernden Gold. Magnesium erzeugt grelles Weiß und Kupfersalze verwandeln sich in Blau. „Früher wurde für das Blau Quecksilber verwendet, doch das darf schon lange nicht mehr geschossen werden“, gab Schwarz Entwarnung.

Der Team-Überblick

Den Auftakt macht am Freitag ab 22.20 Uhr das Potsdamer Unternehmen „ Output Media “. Die Märker haben sich einem spannenden Thema verschrieben. Es geht eine Reise in die jüngere deutsche Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen. „Die dramatische Inszenierung wird bei den Zuschauern viele Erinnerungen und Emotionen wecken und für einen gefühlsgeladenen Auftakt sorgen“, heißt es in der Vorankündigung. Das Feuerwerk wird Output Media zusammen mit Sebastian Hoferick gestalten, der mehrfach erfolgreich bei der Feuerwerkersinfonie mitgewirkt hat. Als Erzähler konnte Jürgen Kluckert gewonnen werden, dessen Stimme vielen im Ohr sein dürfte. Er spricht die Figur von Benjamin Blümchen und synchronisiert US-Schauspieler Chuck Norris. Der Kleinmachnower Kluckert und Hoferick arbeiten öfters zusammen.

SteyrFire aus der Stadt Steyr in Österreich ist ab 22.50 Uhr am Start und präsentiert sich mit „Walt Disney“: Die Sieger der Vorjahre entführen die Zuschauer in die Filmwelt von Walt Disney. Epische und unvergessliche Balladen, Soundtracks und Songs aus über 90 Jahren Filmgeschichte spiegeln sich in Feuerbildern am Himmel wider. SteyrFire verspricht eine Show „mit einzigartigen Effekten und einer gigantischen Choreographie“.

Am Sonnabend geht es um 22.20 Uhr mit Nakaja Art aus Krakau (Polen) los. Thema: „From Poland with Love“. Nakajas Thema ist die Liebe „voller Leidenschaft, Geheimnis und Faszination, die von Menschen auf der ganzen Welt in gleicher, universeller Art und Weise empfunden wird“, wie in der Beschreibung in erläutert wird. Nakaja Art ist ein erfahrenes polnisches Unternehmen und hat in seiner 20-jährigen Firmengeschichte an vielen Wettbewerben teilgenommen, unter anderem im spanischen Bilbao. Sie nahmen auch an den Feierlichkeiten anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau 2005 teil.

Weiter geht es um 22.50 Uhr mit Makalu Fireworks aus Prag. Ihr Beitrag heißt: „Wenn das Feuer tanzt“. Dabei geht es mit Tänzen um die Welt: Ob Quickstep, Paso Doble, Salsa, Mambo, Walzer, Blues oder Freestyle. Makalu Fireworks ist ein junges, aufstrebendes Unternehmen, das während seines nur zweijährigen Bestehens schon eine beeindruckende Zahl an musiksynchronen Großfeuerwerken im In- und Ausland gestaltet hat und im vergangenen Jahr bei einem Wettbewerb in Polen den ersten Platz belegte. Das wollen sie in Potsdam gerne wiederholen.

Rahmenprogramm mit Comedy

Das Programm an den beiden Veranstaltungsabenden wartet diesmal mit einer Neuerung auf. Erstmals wird es auch eine große Comedybühne geben. Hier ein Auszug:

Peter Weyel gibt um 18.20 und 20.45 Uhr den „Herr Hundertpfund“. Scheinbar schlecht gelaunt präsentiert er ein artistisches Feuerwerk. Der direkte Kontakt zum Publikum, der wie zufällig entsteht, entwickelt sich zu einer Performance, in der spektakuläre Tricks völlig beiläufig präsentiert werden. Peter Weyel ist seit 25 Jahren als Artist unterwegs, solo und im Team, und konnte in der Vergangenheit diverse Kleinkunstpreise gewinnen.

Ottilie van Amsterdam betritt ab 20.20 Uhr die Bühne. Die „außerordentlich bescheidene“ Diva und Moderatorin ist Travestie de Luxe! Sie ist ein Männertraum und verspricht, dass ihr Publikum schmachten, lachen und schunkeln wird! Ein Feuerwerk der Sinne, die Wucht auf Highheels!

Auf der Musikbühne steht unter anderem die Künstlerin Elen (18.30/ 19.30/20.20 Uhr): Zunächst war Elen Straßenmusikerin in Berlin, wurde dort für „The Voice of Germany“ entdeckt, was aber nicht ihr Ding war. Sie setzt daher auf Fan-Hilfe in Form von Crowdfunding. „Mir war die Musik zu wichtig, als das ich andere darüber entscheiden lasse“, sagt sie: „Ich wollte alles geben, was ich kann und wenn es dann nicht klappt, habe ich es wenigstens versucht.“ Ihre Fans halfen sowohl finanziell als auch mit bestärkenden Worten, so dass sie ihre erste Platte „Elen“ produzieren und im Februar 2015 veröffentlichen konnte.

Ein Udo-Lindenberg-Double bringt um 21.15 und 23.15 Uhr Stimmung in die Hütte. Als „Panik Lindi“ singt das Double und erzählt aus seinem Leben als doppelter Udo.

Von Ildiko Röd

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