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Ein Wimmelbild von anno dazumal

Historischer Potsdam-Kalender 2016 Ein Wimmelbild von anno dazumal

Hoch thront St. Peter und Paul über dem Bassinplatz, eingepackt in ein Gerüst, das Dach noch nicht gedeckt. Doch die Männer, die das erledigen sollen, lassen die Arbeit erst einmal Arbeit sein und stellen sich zum Foto auf. Das hat’s jetzt, 150 Jahre später, auf den Titel des historischen Potsdam-Kalenders geschafft. Es ist der sechste, den der Grafikdesigner Peter Rogge vorlegt.

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Historisches Wimmelbild: Dachdecker und Maurer auf dem Gerüst der fast vollendeten Kirche St. Peter und Paul auf dem Bassinplatz.

Quelle: Rogge

Potsdam. Die historischen Potsdam-Kalender des Grafikdesigners Peter Rogge leben von den Menschen, die sich in den Schwarz-Weiß-Aufnahmen finden. Im Gegensatz zu den stets leeren Messbildaufnahmen der Straßenzüge und Plätze wimmelt es in Rogges Kalendern geradezu von persönlichen und stadthistorischen Geschichten. Die mittlerweile sechste Auflage zeigt vor allem Potsdamer und Babelsberger in Arbeitskleidung und stolzen Posen. Das Thema des Jahres 2016 heißt „Potsdams Handwerker damals und heute“. Peter Rogge hat Traditionsunternehmen recherchiert und Fotografien aus verschiedenen Archiven und nicht zuletzt aus den Unternehmen selbst zusammengestellt.

Mit den Händen in den Hüften oder an den Werkzeugen steht eine Steinsetzer-Brigade in der Berliner Straße. In einem Hof des Holländischen Viertels werden Orgelbauer von ihren größten Pfeifen überragt. Und auf dem Titelfoto des Kalenders kann man Dachdecker und Maurer auf dem Gerüst der fast vollendeten Kirche St. Peter und Paul auf dem Bassinplatz ausmachen. Schuke, Weber, Köhler, Jordan und Braune sind Firmennamen, die auch heute noch in bis zu sechster Generation existieren und deren Inhaber ihr Handwerk nicht verlernt haben. Teils produzieren und handeln sie noch immer am gleichen Ort.


Peter Rogge hat den sechsten historischen Potsdam-Kalender vollendet

Peter Rogge hat den sechsten historischen Potsdam-Kalender vollendet. Im Hintergrund ist St. Peter und Paul zu sehen – ein Bild vom Bau der Kirche hat es nun zum Titelbild des Kalenders mit historischen Ansichten der Stadt geschafft.

Quelle: Peter Degener

Inspiriert vom Motto des kommenden Kulturland-Jahres „Kulturgut Handwerk“ schaut der Grafikdesigner Peter Rogge aber nicht nur auf das Arbeitsleben um 1900, sondern auch in die Gegenwart. Der Fotograf Mathias Marx hat die heutigen Inhaber und Angestellten der Traditionsunternehmen vor die Kamera gebeten. Sie umrahmen die historischen Aufnahmen und lassen die seltenen Kontinuitäten der Geschäfte über Kriege und politische Umbrüche hinweg deutlich hervortreten. Wer es bis in die Gegenwart geschafft hat, bewahrt umso engagierter seine Tradition und Firmengeschichte. Rogge bekam die Hälfte der Fotos von den Unternehmen selbst und hat in kurzen Abrissen ihren Werdegang auf den Kalenderblättern geschildert.

Der Potsdam-Kalender 2016

„Potsdams Handwerker damals und heute“ ist das Thema des historischen Potsdam-Kalenders 2016 von Peter Rogge.

Zwölf Traditionsunternehmen vom Steinsetzer, Fischer und Bäcker bis zur Druckerei werden mit historischen und gegenwärtigen Fotografien vorgestellt.

Der Kalender ist für 18,90 Euro im MAZ Media Store in der Friedrich-Ebert-Straße 85, in Potsdamer Buchhandlungen, sowie im Internet unter www.potsdamkalender.de erhältlich.

„Es gibt leider kaum noch Geschäfte, die über solche Traditionen verfügen“, resümiert Rogge nach der Recherche. Es sei deutlich zu spüren, dass das produzierende Handwerk aus der Innenstadt verschwinde. Die Traditionsdruckerei Steffen war seit ihrer Gründung im Zentrum ansässig, wanderte im 20. Jahrhundert in eine Vorstadt und zieht in diesen Tagen in den neuen Handwerkerhof im südlichen Babelsberg. Bei Ladengeschäften wie dem Lichthaus Ammon und der Bäckerei Braune ist das anders. Ein Barockhaus in der Charlottenstraße dient seit fast 150 Jahren als Foto-Atelier. Derzeit ist dort der neunte Fotograf seit 1866 zu finden.

Die Umbrüche seit der Wiedervereinigung waren vielleicht die gravierendsten für das Potsdamer Handwerk. Ein Festbuch zum 1000. Stadtjubiläum 1993, in dem viele alte Betriebe vorgestellt sind, macht den Traditionsverlust fassbar: „Drei Viertel davon gibt es heute nicht mehr“, sagt Rogge.

Übrigens: Die MAZ stellt in den nächsten Tagen in loser Folge einige der Kalenderblätter vor.

>>>Folge #2: Laufen lernen im Porzellanladen

>>>Folge #3: Beim Hofbäcker begann die Tradition

Von Peter Degener

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