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Frau entgeht knapp dem Hitzetod

Seniorin hing bewusstlos über Gartenzaun Frau entgeht knapp dem Hitzetod

Die Hitzewelle macht den Notärzten viel Arbeit in der Landeshauptstadt. Im städtischen Klinikum waren zwei Rentnerinnen dem Tode nahe. Bei vielen Patienten verschärfen sich „normale“ gesundheitliche Probleme deutlich.

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Die Rettungsdienste in Potsdam hatten wegen der Hitze voll zu tun.

Quelle: dpa-Zentralbild

Innenstadt. Diese Frau kann ihrem Schöpfer danken: Eine 76 Jahre alte Potsdamerin ist am Samstag in der Hitze über ihrem Gartenzaun zusammengebrochen. Nachbarn entdeckten die Frau, die bereits bewusstlos war und Brandblasen an den Armen hatte. Mit einer hitzebedingten Körpertemperatur von lebensbedrohlichen 41,2 Grad wurde sie vom Rettungsdienst ins städtische Klinikum gebracht, wo man sie ins künstliche Koma versetzte, ihr Infusionen gab, sie allmählich abkühlte und ihre Brandwunden versorgte. Auch am Samstag lag sie noch im Koma, doch hatte man ihren Kreislauf da schon stabilisiert.

Am Freitag hatte sich der Betrieb in der Rettungsstelle des Ernst-von-Bergmann-Klinikums noch in Grenzen gehalten, doch schon Samstag ging es dann hoch her. Statt üblicher 110 Patienten wurden 140 binnen 24 Stunden eingeliefert, am Sonntag von 0 bis 6 Uhr bereits 20. Fast noch mal soviel wurden es bis zum Abend.

Auffällig ist, dass es sich bis Sonntagmorgen nur um Menschen jenseits der 55 handelt; die jüngste Patienten war 56 Jahre alt. Die Frau hatte ohne Kopfbedeckung Golf gespielt und einen Hitzekollaps erlitten. Eine 84 Jahre alte Dame war bei voller Sonne auf ihrem Balkon eingeschlafen und wurde erst nach etwa vier Stunden gefunden, auch sie mit über 40 Grad Körpertemperatur. Nach der Abkühlung und Infusionen zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes konnte sie das Krankenhaus aber in Begleitung von Angehörigen schon wieder verlassen. „Kinder und alte Leute haben ein schlechtes Hitze- und Durstgefühl“, warnte Oberarzt Tim Karhausen.

Besonders gefährdet sind seiner Einschätzung nach Menschen, die schon Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Diabetes haben. „Die Hitze verschlimmert die Krankheitssymptome“, so Karhausen. Die eher gesunden Menschen dagegen erholen sich in der Rettungsstelle schnell wieder, wenn sie sich abkühlen, sicher sitzen und Infusionen bekommen. Für Karhausen erstaunlich ist, dass es faktisch keine Wechselwirkungen zwischen Hitze und Alkohol gibt. „Die Leute sind offenbar vorsichtiger geworden als in früheren Jahren.“

Nicht ganz so hektisch lief es im St. Josefs-Krankenhaus in der Brandenburger Vorstadt. 35 Patienten wurden am Wochenende eingeliefert oder kamen selbst, ein Viertel mehr als sonst, sagt Rettungsstellenleiterin Antje Pfaffe. Auffällig: Am Freitag und Samstag kamen fast nur Leute Anfang 30 mit Sonnenstich, zwei Drittel von ihnen Frauen. Acht ließen sich zudem wegen Insektenstichen behandeln. Am Sonntag dann waren es fast nur noch alte Leute aus Betreuungseinrichtungen, alle über 80. Vier von ihnen standen wegen des Flüssigkeitsverlustes kurz vor einem Nierenversagen. „Wir hatten zu tun“, sagt Pfaffe, „aber wir hatten auch mit mehr Betrieb gerechnet. Es ist alles gut gegangen.“

Von Rainer Schüler

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