Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam „Hoch emotionale Diskussionen“
Lokales Potsdam „Hoch emotionale Diskussionen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:34 27.07.2018
Potsdamer Stadtmitte mit der Nikolaikirche, der Abrissbaustelle der alten Fachhochschule, dem Landtagsschloss und dem Mercure-Hotel. Rot der Bauzaun mit der Jubiläums-Ausstellung. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Das Jubiläumsprogramm „1000 plus 25 Jahres Potsdam“ geht in die zweite Halbzeit. Erste Höhepunkte sind das 14. Potsdamer Lauffest am 31. August im Luftschiffhafen, die Feiern zum 5. Jahrestag des Bildungsforums vom 6. bis 8. September und das Fest zur vollendeten Rekonstruktion des Winzerberges am 8. September mit dem Filmorchester Babelsberg. Es sei „extrem krass, was am Winzerberg in den 13 Jahren seit dem Baubeginn alles passiert ist“, sagte Stadtmarketingchefin Sigrid Sommer am Freitag bei der Vorstellung des Programms.

Das erste Halbjahr war nach ihrer Einschätzung „erkenntnisreich“: Der Idee, die vergangenen 25 Jahre in den Fokus zu nehmen und die 1000 Jahre davor auszublenden, sei anfangs „mit einer gewissen Skepsis begegnet worden“. Doch die Skeptiker hätten rasch überzeugt werden können. „Anker“ der Jahreskampagne sei der rote Bauzaun vor der Abrissbaustelle der Fachhochschule, an dem 17 Themenblöcke exemplarisch über die Stadtentwicklung in den vergangenen 25 Jahren informieren.

In Anlehnung an die Ausstellungsthemen gab es diverse Veranstaltungen, so Sommer. „Um den Weg von der Besetzung des Rathauses durch Kohlekumpel 1993 zum Klimakonzept der Landeshauptstadt ging es Ende März beim Klimadialog. Die Metamorphose des Holländischen Viertels war Gegenstand der Neuauflage der Ausstellung ,Ein Viertel Holland bitte’, die im April in der Wilhelmgalerie gezeigt wurde. Den Bogen von den ersten öffentlichen Veranstaltungen auf dem Gelände der Schiffbauergasse im Rahmen der 1000-Jahr-Feier 1993 sowie der Räumung der Fabrik am 22. September 1993 bis zur Gegenwart schlug der Tag der Städtebauförderung am 5. Mai.“

Die erstmalige Ausstellung „Eingerahmt“ des Stadtarchivs zum bundesweiten Tag des Archivs soll zum Geburtstag des Bildungsforums noch einmal in den Räumen der Volkshochschule gezeigt werden, dann erweitert um Aufnahmen vom Umbau der Stadt- und Landesbibliothek zum Bildungsforum. „In diesem Zusammenhang wird man auch daran erinnern, dass die Rekonstruktion dieses Gebäudes in der Potsdamer Mitte für hoch emotionale Diskussionen gesorgt hat“, sagt Sommer. Sie erwähnte die Initiative Mitteschön, die damals forderte, der Bau müsse weg, weil er nicht in die Potsdamer Mitte passe.

Weitere Veranstaltungen in der zweiten Halbzeit des Jubiläumsjahres sind am 21. September ein Fest „Hinter den Kulissen des Neuen Marktes“, zu dem sich die sechs an diesem Platz tätigen wissenschaftlichen Institutionen der Öffentlichkeit vorstellen, und das Stadtforum, das sich am 11. Oktober dem Jubiläum der Eingemeindungen der ländlichen Ortsteile Potsdams widmet. 1993 wurde die Landeshauptstadt um Eiche und Grube sowie 2003 um Fahrland, Neufahrland, Groß Glienicke, Uetz-Paaren, Marquardt, Satzkorn und Golm erweitert.

Erfolgreich war das eigentliche Jubiläumsfest am 8. Juli auf dem Alten Markt mit 4500 Besuchern laut Sommer auch als Test für weitere Veranstaltungen auf dem schönsten Platz der Landeshauptstadt. Als Beispiel nannte sie das im November geplante erste Potsdamer Martinsfest. Gerade in der Mitte ist die Veränderung der Stadt augenfällig.

Überarbeitet werden musste deshalb auch die 2011 erstmals herausgegebene Potsdam-App, in der Preußenkönig Friedrich II. auf dem damals noch weitgehend leeren Alten Markt entsetzt sagte: „Nein, nein, das kann nicht sein!“ In der aktualisierten Version mit den am Barock orientierten Neubauten von Stadtschloss und Museum Barberini „freut er sich über die neue Situation“, sagt Sigrid Sommer.

Mit den Veranstaltungen zum 1025. Stadtjubiläum endet die 2003 eröffnete Tradition von Themenjahren: „Die Kampagnen, die in Regie des Bereichs Marketing konzipiert und realisiert wurden, hatten einen entscheidenden Anteil daran, die Marke Potsdam mit den Säulen Unesco-Welterbe, Geschichte, Film, Wissenschaft und Lebensqualität zu definieren“, sagt Sommer. „Jetzt ist es so: Wir kennen Orte, Formate und Partner und können bei Bedarf wie die Spinne im Netz darauf zugreifen.“

Beibehalten werden aus dem Programm von „1000 Jahre und ein Vierteljahrhundert“ laut Sommer unter anderem die Stadtteilführungen und die in diesem Jahr erstmalig aufgelegten Reihe „Wegmarken Potsdamer Demokratie“.

Die Geschichte des Bildungsforums

Der Neubau der Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek am Platz der Einheit wurde am 5. Oktober 1974 eröffnet. 1992 vereinbarten die Stadt und das Land die Umwandlung in eine Stadt- und Landesbibliothek.

Die fällige Sanierung wurde über Jahre kontrovers diskutiert. 2007 wurde der Komplettumbau zum Bildungsforum beschlossen. 2010 war Baubeginn, von der alten Bibliothek blieben nur die Stützen und Decken.

Das 2013 eröffnete Bildungsforum beherbergt neben Bibliothek und Volkshochschule mit der Wissenschaftsetage ein Schaufenster für die vielen wissenschaftlichen Einrichtungen Potsdams.

Von Volker Oelschläger

Der Wasserverbrauch ist derzeit auf Rekordniveau, die Gärtner sind im Dauereinsatz und Getränke werden bereits gehortet. So kommen die Potsdamer mit der Hitze zurecht.

30.07.2018
Potsdam Arbeiten, wo andere Urlaub machen - Gärtnern im Park Babelsberg

Für die MAZ-Sommerserie haben wir Potsdams schönste Arbeitsplätze besucht. Astrid Schulze ist Gärtnerin im Park Babelsberg – auch nach 27 Jahren freut sie sich über neue Blickwinkel

27.07.2018

Am 29. August bittet die Märkische Allgemeine um 19.30 Uhr alle OB-Kandidaten zum Austausch in das Potsdam-Museum. Dabei sind Mike Schubert (SPD), Martina Trauth (parteilos/Linke), Götz Friederich (CDU), Janny Armbruster (Grüne), Lutz Boede (Die Andere) und Dennis Hohloch (AfD). Moderiert wird die Runde von MAZ-Chefredakteurin Hannah Suppa.

30.07.2018