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Hochzeitsrekord in Potsdam

Im siebten Himmel Hochzeitsrekord in Potsdam

Noch nie sind nach der Wende so viele Menschen aufs Standesamt wie 2016 – bei den Eheschließungen wurde die Tausendermarke geknackt. Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) und Standesamtsleiterin Ulrike Wilde präsentierten am Freitag die Fakten und die „Hitparade“ jener Orte, die in Potsdam als Standesamt genutzt werden können.

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Kirstin Winkler und Jan-Uwe Guhl gaben sich vor wenigen Wochen im Museum Barberini das Ja-Wort.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Die Braut, die sich traut: So ehefreudig wie im letzten Jahr waren die Verliebten in Potsdam und in Nuthetal seit der Wende nicht mehr. 1058 Ehen und Lebenspartnerschaften wurden 2016 durch die Mitarbeiter des Standesamtes der Landeshauptstadt geschlossen. Damit wurde nicht nur die Tausendermarke geknackt – das ist auch die höchste Zahl seit 1990.

1009 Ehen wurden in der Landeshauptstadt geschlossen. Zum Vergleich: 990 waren es noch 2015. Im Gemeindehaus Nuthetal in Bergholz-Rehbrücke – es wird ebenfalls von Potsdam aus betreut – gab es im vergangenen Jahr 49 Eheschließungen. Insgesamt wurden 43 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften vollzogen. Das sind zehn mehr als im Jahr zuvor, sagte Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) am Freitag bei der Vorstellung der Zahlen. Die Präsentation fand passenderweise im Standesamt im Rathaus statt.

Noch ein Brautpaar aus dem Barberini

Noch ein Brautpaar aus dem Barberini ...

Quelle: Christel Köster

Aber nicht nur Amor durfte immer öfter als Trauring-Bote aktiv werden. Auch der berühmte Klapperstorch hat so häufig wie noch nie seit 1990 einen Zwischenstopp eingelegt: Im Klinikum „Ernst von Bergmann“ und im St.-Josefs-Klinikum kamen insgesamt 2992 Kinder im letzten Jahr auf die Welt. 2015 waren es 2612. Allerdings kommen auch Mütter aus dem Umland zur Entbindung in die Stadt. Bei der Namenssuche zeigten sich die Potsdamer Eltern dann oft klassisch-konservativ: Die beliebtesten Vornamen waren Marie und Alexander. Bei den Mädchen folgten in der Rangliste Sophie, Charlotte, Johanna und Emilia. Bei den Jungen lagen Paul, Emil, Maximilian und Ben auf den Spitzenplätzen.

Schloss Kartzow

Schloss Kartzow.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Apropos Plätze. Traumplätze, um den Bund der Ehe zu schließen, gibt es in Potsdam mittlerweile so einige. Unangefochtener Lieblingsort mit 690 Hochzeiten war im vergangenen Jahr das Rathaus. Das Ambiente des wilhelminischen Prunkbaus wussten 2011 schon Hohenzollern-Chef Georg Friedrich von Preußen und Sophie von Isenburg bei ihrer standesamtlichen Trauung zu schätzen. Welche Promis hier 2016 sonst noch „Ja“ gesagt haben, wollte Standesamtsleiterin Ulrike Wildner am Freitag nicht verraten. Gemunkelt wird aber, dass Schauspielerin Gerit Kling und Vermögensberater Wolfram Becker für ihre Hochzeit im November auch diesen Ort gewählt haben.

Das Belvedere am Pfingstberg

Das Belvedere am Pfingstberg.

Quelle: Michael Dörre

Auf der Rangliste der Ehewilligen folgt das Pfingstberg-Belvedere mit 90 Hochzeiten, danach kommen die Alte Neuendorfer Kirche am Neuendorfer Anger (86 Trauungen), das Krongut Bornstedt (74) und Schloss Kartzow (60). Relativ neu eingestiegen in die Hitparade sind das Schloss Lindstedt und die Neuen Kammern im Park Sanssouci. Hier gab es 2016 jeweils drei Trauungen. Grund für diese Zurückhaltung sind wohl die Kosten. Für 700 Euro kann man sich in Lindstedt die ewige Liebe schwören. In den Neuen Kammern schwebt man bei der Miete von 1500 Euro in den siebten Himmel.

Noch gut in Erinnerung sind die Hochzeiten im Palais Barberini. Obwohl man sie damals als Ausnahme angekündigt hatte, würde sich die Stadt über Wiederholungen freuen, so Wildner: „Wir sind offen, wenn der Betreiber auf uns zukommt und sagt, dass er das möchte.“ Im Barberini selbst ist man da momentan zurückhaltend. Weitere Termine seien aktuell nicht eingeplant, sagte Sprecherin Johanna Köhler gestern auf Nachfrage. Egal, wo man heiratet: Klar ist, dass es an manchen Terminen wohl recht eng werden dürfte. Am 7. Juli 2017 ist der Ansturm auf die Standesämter groß. Eifrig nachgefragt ist aber auch der 7. Februar 2017. „Dieser Tag ist für einen Freitag im Februar gut gebucht“, erklärte Wildner.

Spitzenmonate sind der Mai und der August

Im Potsdamer Standesamt arbeiten zehn Mitarbeiter, dazu ein Mitarbeiter aus der Gemeinde Nuthetal.

Die Spitzenmonate für Hochzeiten sind der Mai und der August.

Von den Hochzeiten in der Landeshauptstadt entfallen durchschnittlich ein Drittel auf auswärtige Paare. Manche stammen ursprünglich aus Potsdam und leben jetzt im Ausland. Andere haben sich bei einem Urlaub in die Stadt verliebt und sind für die Trauung zurückgekehrt. Heiratswillige stammten beispielsweise aus Südamerika und aus Singapur.

Die Anmeldung der Eheschließung beziehungsweise Lebenspartnerschaft und die Reservierung eines Termins ist frühestens sechs Monate vor dem geplanten Hochzeitstermin möglich. Ab 10. Oktober konnten auch schon Termine für das Jahr 2017, die außerhalb des Sechs-Monats-Zeitraumes liegen, vorreserviert werden.

 

Von Ildiko Röd

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