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Potsdam Höfers Spieluhr ist komplett
Lokales Potsdam Höfers Spieluhr ist komplett
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14:39 25.10.2013
Ellen Chwolik-Lanfermann und Uwe Meybohm vor Spieluhr von Gottfried Höfer. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Lange war das gold und silbern glänzende Stadtmobiliar ein beliebtes Fotomotiv bei Touristen, markant ist das viertelstündlich mit hellen Glocken angespielte Lied "Im Frühling" von Hanns Eisler, das immer zur vollen Stunde mit einer ganzen Strophe erklingt.

Auch Politik wurde an der Spieluhr gemacht. "Schweigen für die Umwelt" war das Motto mutiger junger Leute, die sich 1983 zum stummen Protest an der Spieluhr trafen. Evelin Spielhagen, bis zur Wende Chefin des Restaurants "Am Stadttor", erinnert sich, dass sich ab Mitte der 1980er Jahre immer montags ab 16 Uhr Potsdamer mit einem Ausreiseantrag an der Uhr trafen - und schwiegen. Auch die Protestdemonstration von Bürgerrechtlern zum 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR, nahm ihren schweigenden Anfang an der klingenden Uhr.

Das Eislersche Frühlingslied gab es zu der Zeit nur noch fragmentarisch mit einem Ton hier und einem Ton da, denn etliche der Glöckchen aus zerbrechlichem Porzellan waren längst kaputt. Anfang der 1990er Jahre wurde der Strom abgestellt und die Uhr stand stumm. Zehn Jahre später hatte das Kunstwerk seinen Glanz verloren und Rost angesetzt. Dass die Uhr schließlich in die Werkstatt kam, ist wesentlich dem Einsatz von Ute Samtleben, der einstigen Lebensgefährtin von Gottfried Höfer, zu verdanken.

Fast vier Jahren dauerte die von der Stadt mit 25.000 Euro finanzierte Wiederherstellung des Kunstwerks in der Meißner Turmuhrenwerkstatt, in der sie in den 1970er Jahren gebaut worden war. Am 2. Mai 2010 schließlich erklang erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder die komplette Melodie von Eislers "Frühlingslied".

Dann sollte es noch einmal dauern, bis auch das letzte Detail an die Öffentlichkeit übergeben werden konnte: Eine Tafel aus Plexiglas mit Informationen über Höfers Uhr und ihre Geschichte. Drei Jahre brauchte das Antragsverfahren, so Uwe Meybohm vom Verein Freies Tor, das schwierig war, weil es um den Platz für die Tafel an einer Fassade in der historischen Innenstadt ging. Gestern haben sie die Tafel angebracht. Ellen Chwolik-Lanfermann, die Vorsitzende des vor fünf Jahren von Ute Samtleben mitgegründeten Vereins "Freies Tor", verband diesen Akt mit einer Kampfansage: Weitere Tafeln sollen folgen, die an den Stadttoren und an historischen Gebäuden auf deren Geschichte und ihre Erbauer hinweisen. "Das Schild", so Chwolik-Lanfermann, "soll eine Initialzündung sein".
 
 

DIE SPIELUHR VON GOTTFRIED HÖFER

Die von vier Säulen getragene Spieluhr von Gottfried Höfer ist aus Stahl, Kupfer, Messing und Blattgold gefertigt. Das Glockenspiel aus feinem Porzellan ist hinter einer Rosenlaube verborgen. Eine goldglänzende Kugel in der Mitte der Skulptur zeigt die Uhrzeit an.

Große Metallplatten unter der Kugel weisen auf historische und zeitgenössische Wissenschaften und Gewerke hin. So gibt es Symbole für Havelfischerei und Astronomie.

Gekrönt wird die Uhr von in Metall geätzten Potsdamer Stadtlandschaften und Bauwerken wie dem Nauener Tor oder dem Einsteinturm.

Von Volker Oelschläger

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