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Potsdam Höhere Mieten im Rechenzentrum
Lokales Potsdam Höhere Mieten im Rechenzentrum
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20:06 24.05.2018
Das Potsdamer Rechenzentrum in einer historischen Aufnahme. Quelle: Archiv
Potsdam/Innenstadt

Die rund 250 Nutzer des Kunsthauses im alten Rechenzentrum müssen in drei Monaten mit einer ersten deutlichen Mieterhöhung rechnen.

In Verhandlungen mit der Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI) zur Verlängerung des Kunsthaus-Betriebs bis Ende 2023 sei vereinbart worden, dass es künftig kostendeckende Mieten gibt. Das sagte Harald Kümmel, Bürochef von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), am Mittwochabend im Finanzausschuss.

Die aktuell erhobenen sieben Euro seien „nicht kostendeckend“. In den vergangenen Jahren hätten sich „Defizite aufgetan, die gedeckt werden müssen“. Die Miete werde deshalb auf mindestens zehn Euro angehoben und könne in den nächsten Jahren „gestaffelt weiter anwachsen, damit die Kosten, die im Haus entstehen, auch durch die Mieter abgedeckt werden“.

Auf Nachfrage von Dennis Hohloch (AfD) präzisierte Kümmel, dass in den vergangenen drei Jahren ein Defizit von 130 000 Euro „aufgelaufen“ sei, „weil die Miete zu gering kalkuliert wurde“. Das habe damit zu tun, dass man zunächst nur auf die Erfahrungswerte aus der Vergangenheit zurück greifen konnte. Im heutigen Kreativhaus war die Verwaltung des benachbarten Rechenzentrums untergebracht.

Man habe feststellen müssen, so Kümmel, dass die „Nutzungsintensität“ des Kunsthauses „höher“ sei. Es seien „mehr Leute im Haus, die ein- und ausgehen“, und auch „mehr Leute, die schlichtweg in den Büros sitzen“. Deshalb seien Defizite aufgelaufen, „und die müssen jetzt durch die neuen Mieten mit abgedeckt werden“.

Kümmel gab zugleich bekannt, dass es im neuen Vertrag mit dem Betreiber des Kunsthauses eine Ausstiegsklausel geben wird. Der Stiftung SPI sei es um eine Lösung gegangen für „Eventualitäten, die die Nutzung des Hauses in Frage stellen könnten“, so Kümmel.

Als Beispiel nannte er den „Ausfall der gesamten Heizungsanlage“. Für solche Fällen gebe es im neuen Konzessionsvertrag, der bis Ende 2023 laufen soll, ein Sonderkündigungsrecht. Kümmel erwähnte Havariefälle zudem als besonderes finanzielles Risiko: In der Finanzplanung sei dafür kein Geld vorgesehen.

Das um 1970 errichtete Gebäude wurde nach dem Auszug der Verwaltung vor drei Jahren übergangsweise als Kunst- und Kreativhaus freigegeben. Aktuell enden die Verträge Ende August. Über eine Verlängerung wird bereits seit Monaten verhandelt.

In einem Szenario-Workshop entwickelten Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kunst und kommunaler Bauwirtschaft die Idee eines neuen Kunst- und Kreativzentrums, das bis 2023 in unmittelbarer Nachbarschaft im Bereich des einstigen Langen Stalls und der kürzlich abgerissenen alten Feuerwache errichtet werden soll.

„Größter Wunsch der Nutzer“ ist laut Kümmel, das Rechenzentrum „unterbrechungsfrei“ so lange nutzen zu können, „bis wir mit einem neuen Zentrum für die Kunst-und Kreativwirtschaft in der Potsdamer Mitte aufwarten können“. Wie berichtet, gibt es mittlerweile einen Zeitplan für das neue Kreativquartier, der in der kommenden Woche im Hauptausschuss erstmals diskutiert und auf Anraten der Verwaltung in der nächsten Stadtverordnetensitzung beschlossen werden soll.

Die Nutzer des Rechenzentrums beobachten die politische Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. Zur Sitzung am 6. Juni soll es im Innenhof des Kunsthauses eine Live-Übertragung geben.

Die Einladung für das „Public Viewing: High Noon@SVV“ wurde am Donnerstag vom Rechenzentrum, dem Jugendkulturzentrum Freiland und der Initiative Re-vive Minsk gegen den drohenden Abriss des Restaurant-Ruine in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Alle drei Themen stehen auf der Tagesordnung.

Von Volker Oelschläger

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