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Hoffnung für Babelsberger Ärztehaus

Mehrere Kaufinteressenten für Ex-Strahleninstitut Hoffnung für Babelsberger Ärztehaus

Potenzielle Käufer des ehemaligen Strahleninstituts wollen nach Angaben des Eigentümers die bisherige Nutzung als Praxishaus beibehalten. Die Stadt ist auch in Gesprächen mit Potsdamer Interessenten. Die Ärzteschaft sieht ihre Zukunft am Standort aber noch nicht gesichert.

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In dem gut besuchten Ärztehaus ist auch eine Apotheke untergebracht.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Babelsberg. Hoffnungsvolle Prognose für Babelsberger Patienten: Die Arztpraxen im ehemaligen Strahleninstitut in der Kopernikusstraße müssen womöglich doch keinen Wohnungen weichen. Es gebe mehrere Interessenten für das denkmalgeschützte Gebäude, teilt der derzeitige Eigentümer, der Hamburger Immobilienfonds und Projektentwickler Evoreal, auf Anfrage mit. „Von potenziellen Käufern wurde uns signalisiert, dass die bisherige Nutzung beibehalten werden soll“, sagte Geschäftsführer Frank Petersen am Montag der MAZ. Ob Potsdamer unter den Interessenten sind, könne er nicht sagen. Der Weiterverkauf solle in jedem Fall in diesem Jahr besiegelt werden.

Wie berichtet, hatte die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK), die das Haus früher selbst nutze, das Gebäude an Evoreal verkauft, was zu großem Protest bei Patienten und Ärzteschaft führte, weil diese um ihren Praxisstandort fürchten. Die Krankenkasse begründete den Verkauf damit, dass das Haus einen hohen Sanierungsbedarf habe und man dem wirtschaftlichen Umgang mit Beitragsgeldern verpflichtet sei. Das Ärztehaus mit Allgemeinmedizinern, Frauenarzt, Urologe, Zahnärzten, Röntgenpraxis und Apotheke wird jährlich von rund 40 000 Patienten besucht.

Die Stadt setzt sich für den Erhalt des Ärztehauses ein, nachdem in der Stadtverordnetenversammlung im Juli ein entsprechender Dringlichkeitsantrag der Linken beschlossen wurde. In der vergangenen Wochen habe es mehrere Termine zwischen Gesundheitsdezernent Mike Schubert (SPD) und Beteiligten gegeben, „um erneut über die Sachlage zu reden und zu erörtern, wie die ärztliche Versorgung auch in Zukunft in Babelsberg gesichert werden kann“, teilt Stadtsprecher Jan Brunzlow mit. Zudem stehe die Stadt in Kontakt mit den Eigentümern sowie verschiedenen Potsdamer Interessenten. „Da die Gespräche noch nicht abgeschlossen sind, in den kommenden Tagen und Wochen dazu Treffen stattfinden und wir den Erfolg nicht gefährden möchten, werden wir Zwischenstände nicht kommunizieren und auch nicht kommentieren.“

Das Oberlinhaus soll abgesprungen sein

Dem Vernehmen nach gab es Gespräche mit dem Oberlinhaus und dem kommunalen Klinikum „Ernst von Bergmann“. Das Oberlinhaus soll nach Informationen aus der Ärzteschaft aber bereits signalisiert haben, dass die Kosten für eine Übernahme zu hoch seien. In dem Haus, in dem derzeit eine Mischnutzung aus Wohnungen und Praxen besteht, gibt es zum Beispiel keinen Aufzug. „Als Ärztehaus ist das Gebäude aus heutiger Sicht eigentlich nicht ideal“, sagt deshalb auch Evoreal-Geschäftsführer Frank Petersen.

Die Ärzte, die die Praxisräume gemietet haben, zeigen deshalb trotz grundsätzlich positiver Signale nur verhaltenen Optimismus. „Wir wurden bislang nicht informiert, ob und wie es weitergehen soll“, sagt Allgemeinmediziner Ulrich Wüllenkemper. In den vergangenen Jahren sei den Mietern schon viel versprochen worden und am Ende habe es doch keine auf Dauer angelegte Lösung gegeben. Die Ärzte berichten davon, dass es in den vergangenen Wochen viele Besichtigungen im Haus gegeben habe, offenbar auch von ausländischen Interessenten. Für die Mediziner, die meist nur befristete Mietverträge haben, sei es wichtig, möglichst bald zu erfahren, wie es weitergeht. „Im Moment können wir nicht wirklich planen. Uns nach alternativen Praxismöglichkeiten umzuschauen, bringt derzeit nichts“, sagt Wüllenkemper. Nur eine Sache sei für die Ärzteschaft schon sicher: „Wir wollen alle mit unseren Praxen in Babelsberg bleiben.“

Gebäude unter Denkmalschutz

Das Ärztehaus in der Kopernikusstraße steht unter Denkmalschutz.

Im damaligen Nowawes entstand es 1927 als Verwaltungsgebäude für die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK). Neben der Verwaltung wurden hier auch medizinische Einrichtungen untergebracht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schwerpunkt auf Radiologie verlagert.

Nach der Wende wurde das Strahleninstitut aufgelöst und das Gebäude zu einem Ärztehaus umfunktioniert.

Von Marion Kaufmann

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