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Hoffnungsschimmer für eine Dauerbaustelle

Potsdam, südliche Speicherstadt Hoffnungsschimmer für eine Dauerbaustelle

Die Tiefgarage der Speicherstadt kommt nicht voran. Trotz Eigentümerwechsels überwiegt die Skepsis beim Bauherren Prinz von Preußen, der die umstehenden drei Speicher aus dem 17 Jahrhundert luxussanierte und den Tiefgaragenbau der „Speicherstadt GmbH“ anvertraute. Seitdem sind viele Käufer wütend, und auch der neue Mehrheitsgesellschafter wirkt dubios.

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Das „Wasserloch“ ist derzeit trocken, die Armierungen lassen sich bereits bewundern, ebenso die Dimension. Die Käufer warten seit Jahren.

Quelle: Christel Köster

Templiner Vorstadt. Trotz eines Eigentümer- und Geschäftsführerwechsels bei der „Speicherstadt GmbH“ bleibt der Bauherr, die „Prinz von Preußen AG“ (PvP) skeptisch, was die seit Jahren währende Baustelle einer Tiefgarage vor dem Persiusspeicher angeht. Erst geschah dort nichts, dann zerschnitt ein großes Wasserloch den Platz, inzwischen liegen Stahlarmierungen in der Grube und an ihren Rändern, aber der Bau schreitet erneut nicht voran. „Wir können nichts machen, wir haben keinerlei Zugriff, wir hoffen aber nach wie vor schwer, dass die Speicherstadt GmbH das hinbekommt“, sagte Theodor Tantzen, Vorstand der PvP, zur MAZ.

Während auf dem Baufeld Unkraut wächst, bewegte sich bei der Speicherstadt GmbH eine Menge: Nach Hinweisen, sie stehe kurz vor dem Bankrott, wurde zunächst Geschäftsführer Dieter Franke abberufen, seit April ist die Firma Property Vision AG für Finanzierungen und Investitionen im Handelsregister als Eigentümer eingetragen. Eigenartigerweise als „geschäftsansässig bei der „Prinz von Preußen AG“ in der Schweiz. Das sorgte für viel Unmut und Skepsis bei der „originalen“ PvP mit Sitz in Bonn, deren Aufsichtsrats-Chef der Mitgründer Franz-Friedrich Prinz von Preußen ist. „Der Prinz war entsetzt, als er davon mitbekam“, berichtet Theodor Tantzen, wegen des Unternehmenssitzes in der Schweiz ließe sich jedoch rechtlich nichts gegen die Namensgleichheit unternehmen – dazu müsste die Kopie schon in Deutschland unter diesem Namen auftreten – hier jedoch firmiert sie als ihre Tochter „Property Vision“. Zum Vertrauen in den neuen Eigentümer hat das indes nicht beigetragen, ebenso wenig wie der Umstand, dass die Website des Unternehmens „dubiose Passgeschäfte“anbiete. Die ersten Wohnungskäufer für die drei von der PvP sanierten Speicher seien so wütend, dass sie sich bereits Eigentumsanteile übertragen lassen wollten, berichtete Theodor Tantzen, der natürlich den Ärger „seiner“ Käufer auch spürt, ohne etwas ändern zu können: „Ich habe mehrfach versucht, der Speicherstadt GmbH das Objekt abzukaufen, um es in Regie der Prinz von Preußen zu bauen, viel mehr, als das Grundstück wert ist“, sagt der Vorstand – ohne Erfolg. Es handle sich um eine „unglaublich ärgerliche Geschichte, die peinlich und beschämend zugleich“ sei, so Tantzen.

Baukosten haben sich mutmaßlich verdoppelt

100 Stellplätze soll die Tiefgarage nach ihrer Fertigstellung fassen.

Sie sind für die Käufer – oder deren Mieter – der drei sanierten Kornspeicher gedacht und wurden vor der Sanierung im Paket mit den Wohnungen angeboten.

Als prächtigster der drei Ende des 17. Jahrhunderts errichteten Speicher gilt der Persiusspeicher, der auch die Platzkante hinter der Tiefgarage bildet.

Geplante Baukosten für die Garage waren 2,4 Millionen Euro. Experten schätzen, dass sich diese mittlerweile mehr als verdoppelt haben.

Die Sanierung der Speicher kostete rund 30 Millionen Euro.

Als Sprecher für die Property Vision AG fungiert übrigens der renommierte Oberhausener Anwalt Jürgen Stoffers, der aber trotz mehrmaliger Anfrage nicht für die MAZ zu erreichen war. Er hatte aber bereits presseöffentlich verkündet, „in den nächsten Wochen“ die ruhenden Bauarbeiten wieder aufzunehmen und den Rohbau bis Oktober fertigzustellen, falls sich alle Käufer und Gläubiger unter einen Hut bringen ließen.

Das würde auch die Stadt freuen, denn die kann seit Jahren nicht den dort geplanten Uferweg am der Havel parallel zur Leipziger Straße bauen – dazu müsste auf der Tiefgarage der „Deckel drauf“ sein.

Von Jan Bosschaart

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