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Potsdam Holländer Haus wird saniert
Lokales Potsdam Holländer Haus wird saniert
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19:10 11.08.2018
Vor der ausgebrannten Tischlerei: Vera Henze-Mengelkamp und Sabine Ambrosius (Untere Denkmalschutzbehörde) und Architekt Markus Engel. Quelle: Gartenschläger
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Innenstadt

Dunkelgrüne Farbe, ein Sockelhöhe, die auf das frühe 19.Jahrhundert hindeutet, ein paar Zeitungsschnipsel, darüber vier, fünf, sechs Schichten Muster-Tapeten. Eingefasst hinter einem Stück Plexiglas offenbart der Raum in der zweiten Etage des Holländischen Hauses in der Benkertstraße 3 Spuren vergangener Tage und vergangener Bewohner.

Es soll eines der letzten Häuser sein, das im Holländischen Viertel um 1740/42 in der Blockzeile zwischen Kurfürsten-, Mittel- und Benkertstraße im barocken Stil fertiggestellt wurde. Einst beherbergte es das Potsdam Museum. Seit dessen Umzug 2012 – oder besser gesagt Rückkehr – an den Alten Markt, steht das Gebäude leer.

Privater Investor kommt dafür auf

Nun soll das Haus weiter saniert werden. Ein privater Eigentümer, der lieber anonym bleiben möchte, hat sich des Projektes angenommen. „Der vordere Teil und die Seitenflügel sind vorsaniert, aber wir werden alles noch mal anfassen müssen“, erklärt der Potsdamer Architekt Markus Engel. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 9. September, kann es das letzte Mal vor der Sanierung besichtigt werden.

Das Ensemble ist heute noch – abgesehen vom Waschhaus – vollständig erhalten. Ursprünglich wurde es mit einem linken Seitenflügel erbaut. In den Jahren danach folgte ein unterkellertes Quergebäude sowie ein weiterer Seitenflügel und das kleine Waschhaus. Im Quergebäude war dann eine Tischlerei untergebracht, die Hofanlage wurde im Zuge dessen mit Lager- und Produktionsgebäuden weiter bebaut. „Das Ensemble und die Dichte der Bebauung sind einmalig“, schwärmt Markus Engel.

Zur Zeit kein Zutritt

Um 1880 wurde das Gebäude um zwei Etagen zu dem heutigen Dreigeschosser aufgestockt. Zweimal ist die Tischlerei im Quergeschoss abgebrannt: einmal 1922 und dann noch mal zur Wende. Derzeit darf sie daher aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.

„Besonders im 19.Jahrhundert hat ein umfassende Überformung stattgefunden“, erklärt Sabine Ambrosius von der Unteren Denkmalschutzbehörde Potsdam, während sie durch den rechten Seitenflügel läuft. Die Fenster zum Beispiel stammen nicht mehr aus der Barock-Zeit, sondern wurden durch moderne, dichte Fenster im Laufe der Zeit ersetzt. Auch die barocke Decke war ursprünglich höher. Bei der Sanierung muss man sich dann entscheiden – zwischen Überformung und Ursprung.

Das ganze Areal soll „in behutsamer Art und Weise“ in sechs Mietwohnungen umgewandelt werden. Dazu kommen zwei Einheiten für Geschäfte im vorderen Teil. „Sicherlich nicht ganz billig“, räumt der Architekt ein.

Genehmigungs-Verfahren läuft

Die denkmalgerechte Sanierung ist angeschoben und das Konzept eingereicht. Das Genehmigungs-Verfahren wird vermutlich drei bis fünf Monate dauern, so dass man in diesem Jahr noch mit dem vorderen Teil starten kann. Wie teuer das Projekt sei, könne man derzeit noch nicht sagen, so der Architekt. Mindestens zwei Jahre wird die Bauzeit dauern: Es soll „sorgfältig und nachhaltig hochgearbeitet werden“, so Markus Engel.

Wer Interesse hat, kann am Tag des offenen Denkmals, jeweils um 11 Uhr und 15 Uhr, Führungen beim Architekten Markus Engel machen. Auch Roland Zurkuhlen von der Unteren Denkmalschutzbehörde Potsdam wird vor Ort sein und Fragen beantworten. Rund 50 Denkmäler, darunter Kirchen, Villen, Museen oder Wohnhäuser öffnen an diesem Tag für Besucher ebenfalls ihre Türen.

Von Anne Knappe

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