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„Hopp, hopp, Mietenstopp!“

Potsdamer demonstrieren für bezahlbares Wohnen „Hopp, hopp, Mietenstopp!“

Unter dem Motto „Keine Profite mit der Miete! Die Stadt gehört uns allen!“ sind am Sonnabend mehr als 300 Potsdamer auf die Straße gegangen.

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Es war einmal in Potsdam . . .

Potsdam.  Am Platz der Einheit starteten die Demonstranten, darunter Politiker der Linken, der Bündnisgrünen und der Wählergruppe Die Andere, zogen mit Rufen wie „Hopp, hopp, Mietenstopp“ in die Behlertstraße 38-44. Dieses Ziel sei gewählt worden, weil dort (MAZ berichtete) 264 Wohnungen an die städtische Holding Pro Potsdam „gefallen“ sind, so Hannes Püschel vom Arbeitskreis „Recht auf Stadt“. Doch weder diese Häuser noch die Babelsberger „Heidesiedlung“ dürften verkauft werden. Ziel der Demo war es, sich gegen den „Ausverkauf der Stadt an eine zahlungskräftige Klientel“ zu wenden. Die Mieten in Potsdam explodieren, zehn Euro pro Quadratmeter seien keine Seltenheit mehr, sondern inzwischen die Regel. Und wer die Kosten nicht mehr tragen kann, fliegt: Laut Arbeitskreis werden pro Jahr bis zu 200 Potsdamer zwangsgeräumt. Kurz und knapp und mit der gewohnten Prise Humor brachte Lutz Boede (Die Andere) den Grund seines Engagements für sozial verträgliche Mieten in Potsdam auf ein Plakat: „Ich will nicht nach Zossen“.

Die Landesmetropole brauche „sozialen Wohnungsbau statt immer mehr Luxusunterkünfte“, forderte Linke-Kreischef Sascha Krämer. Der Verkauf öffentlicher Wohnungen des Bundes, der Länder und der Kommunen soll gestoppt, die Rekommunalisierung bereits veräußerter Wohnungen gefördert werden. Kommunale Wohnungsbestände seien als Steuerungsinstrument der Sozialpolitik „unerlässlich“ und müssen preiswerten Wohnraum für Geringverdiener sichern. „Wohnungen dürfen nicht wie eine gewöhnliche Ware gehandelt werden und der Profitmaximierung von Eigentümern und Fondsgesellschaften dienen“, so Krämer. Das Grundrecht auf Wohnen müsse im Grundgesetz festgeschrieben werden. In diesem Zusammenhang forderte Linke-Stadtfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg den Erhalt des immer mal wieder zur Disposition stehenden, sanierungsbedürftigen Blocks am Staudenhof.

Kundgebung vor der Demo: Hannes Püschel am Megafon.

Quelle: Christel Köster

Applaus gab es bei der Kundgebung für Bethi Ngari von der Flüchtlingsinitiative „Women in Exile“ für ihre Frage, warum man in Potsdam zwar ein neues Schloss, aber keine, für alle bezahlbaren, Wohnungen errichte.

Von Ricarda Nowak

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