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Potsdam Hotel und Stadt streiten um Saunaschiff
Lokales Potsdam Hotel und Stadt streiten um Saunaschiff
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09:49 28.01.2019
Das durch den Brand zerstörte Saunaschiff liegt noch immer vor dem Inselhotel auf Hermannswerder. Quelle: Bernd Gartenschläger
Templiner Vorstadt

Das abgebrannte Saunaschiff des Inselhotels taugt höchstens noch als Filmkulisse, aber nicht mehr lange: Nächste Woche werden die Überreste des Katamarans demontiert und entsorgt. Dann ist Platz für ein neues Saunaschiff: Das Inselhotel Potsdam werde das Schiff „nach den anerkannten Regeln der Technik“ und „in Anlehnung an die bisherige Bauweise“ neu bauen lassen, damit es baldmöglichst wieder den Gästen „zum Befahren des Templiner Sees und zum Saunieren zur Verfügung steht“, sagte Hotelbetreiber Burkhard Scholz der MAZ: Über die Kosten könne er nichts sagen, „weil dazu erst Angebote der Spezialfirmen eingeholt werden müssen.“

Das Schiff sei bei den Gästen sehr beliebt gewesen und „fast täglich genutzt“ worden, erklärte Scholz. Besonders nachgefragt sei die Fahrt auf den Templiner See, um dort zu saunieren und sich danach im See abzukühlen.

Rechtsstreit läuft weiter

Damit bezieht sich Scholz auf den noch laufenden Rechtsstreit mit der Stadt, die das Wasserfahrzeug nicht als bewegliche, sondern stationäre Einrichtung sieht und dafür eine Baugenehmigung verlangt. Die hat Scholz aber nicht und ist sich völlig sicher, dass er sie auch gar nicht braucht, auch nicht für das neue Schiff. Die Stadtverwaltung hat die Beseitigung des Saunaschiffs angeordnet und hofft nach Auskunft von Pressesprecherin Christine Homann auf ein „Umdenken des Hotelbetreibers“.

Der hat für das Saunaschiff eine Zulassung als Sportboot; damit kann es die Bundeswasserstraße Havel befahren. Den Rechtsstreit entscheiden muss das Verwaltungsgericht von Potsdam.

Klärung gibt es bislang lediglich zur Ursache des Feuers in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember 2018. Experten der Polizei haben ein Kabel als Brandursache festgestellt. Das Kabel im Hohlraum der Seesauna war offenbar durch die Bewegungen des Saunaschiffes beschädigt worden, vor allem durch Vibrationen des Motors. Die hölzernen Aufbauten auf dem Doppelrumpf-Sportboot hatten Feuer gefangen; zu retten gab es trotz schnellen Löscheinsatzes nichts mehr.

Steg sei ein illegales Bauwerk

Menschen waren nicht in Gefahr; die Saunagäste hatten sich rechtzeitig über einen Steg an Land retten können. Der Steg durchquert einen Schilfgürtel und ist nach Ansicht der Stadt gleichfalls ein illegales Bauwerk ist. „Im Schilfgürtel“, so Homann, „darf gar nichts stehen.“

Eine fest eingebaute Seesauna als Gebäude im See gibt es Scholz zufolge an einem Hotel in Neuruppin. Eine weitere Seesauna besteht seiner Auskunft nach in der Stadt Brandenburg, ebenfalls an einer Beherbergungsstätte. Auch in anderen Teilen Deutschlands werden von Hotels, die an einem See liegen, Seesaunen angeboten.

Von Rainer Schüler

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