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Hurra, hurra, die Schule pennt!

Evangelischer Kirchentag Berlin-Wittenberg Hurra, hurra, die Schule pennt!

Sieben Schulen im ganzen Stadtgebiet werden Kirchentagsherbergen, genauso wie die Turnhalle in der Kurfürstenstraße. Als Gastgeber vor Ort machen Mitglieder der Kirchengemeinden mit – aber auch ältere Schüler helfen dabei, dass es den Kirchentagsgästen in Potsdam gut geht.

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Das Helmholtz-Gymnasium in der Kurfürstenstraße.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Hurra, Hurra, die Schule pennt: Ein erholsames Nickerchen im Klassenzimmer ist ja meist streng verboten, doch anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin und Wittenberg gelten neue Regeln. Von Mittwochnachmittag bis Sonntagfrüh verwandeln sich sieben Potsdamer Schulen und die Turnhalle in der Kurfürstenstraße in Schlafquartiere für die Teilnehmer des großen Treffens im Zeichen des Lutherjahres. Meist sind es Gruppen, die in den Klassenräumen in Schlafsäcken auf Iso-Matten nächtigen.

Die beteiligten Schulen sind über das ganze Stadtgebiet verteilt. Mit an Bord sind neben dem Helmholtz-Gymnasium in der Kurfürstenstraße, der Lenné-Schule in Zentrum-Ost und der Comenius-Schule am Brauhausberg auch die Karl-Foerster-Schule am Bornstedter Feld, das Leibniz-Gymnasium am Stern, die Wilhelm-von-Türk-Schule am Schlaatz und das OSZ I in der Jägerallee.

Die Karl-Foerster-Schule in der Kirschallee am Bornstedter Feld

Die Karl-Foerster-Schule in der Kirschallee am Bornstedter Feld.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Laut Carmen Lehmann, Mitarbeiterin im Fachbereich Bildung und Sport, können auf diese Weise insgesamt 2136 Plätze angeboten werden.

Iris Jana Magdowski (CDU) ist Potsdams Bildungsbeigeordnete

Iris Jana Magdowski (CDU) ist Potsdams Bildungsbeigeordnete

Quelle: Bernd Gartenschläger

Bildungsbeigeordnete Iris Jana Magdowski (CDU) ist „glücklich, dass auch Schulen bereit waren, bei der Unterbringung von Kirchentagsgästen zu helfen“. Aus persönlichem Erleben kennt sie die „weltoffene und freundliche Atmosphäre“ bei Kirchentagen.

Die Nikolaikirche in Potsdam wird zu den Hauptanziehungspunkten für Kirchentagsteilnehmer in Potsdam gehören

Die Nikolaikirche in Potsdam wird zu den Hauptanziehungspunkten für Kirchentagsteilnehmer in Potsdam gehören.

Quelle: Christina Hoheisel

Die Organisation und Gastgeberschaft vor Ort liegt in den Händen der Kirchengemeinden, manchmal helfen auch ältere Schüler mit. Beispiel: Helmholtz-Gymnasium. Hier haben sich mehrere Jugendliche von 16 Jahren an aufwärts gemeldet, um im Team rund um Religionslehrer Matthias Vogt mitzumachen. Er trägt den schönen Titel „Quartiermeister“.

Harald Geywitz von der Nikolaigemeinde hilft in der Comenius-Schule mit

Harald Geywitz von der Nikolaigemeinde hilft in der Comenius-Schule mit

Quelle: Archiv

Vogt hat einen Predigtauftrag in der Pfingstgemeinde inne, aus der etwa ein Viertel der 40 Freiwilligen stammt, die im Helmholtz-Gymnasium das Quartier auf Zeit betreuen. Sie werden beim Frühstückmachen mit anpacken und Nachtwachen übernehmen – auch das ein ganz besonderes Erlebnis an einem Ort, den man sonst naturgemäß nur am Tage erlebt. „So ist es Schule einmal anders“, sagt Vogt.

Das Gemeindehaus der evangelischen Pfingstgemeinde

Das Gemeindehaus der evangelischen Pfingstgemeinde.

Quelle: Archiv

Ob er und seine Co-Ehrenamtler schon einen Schnellkurs im Allgäuer Dialekt absolviert haben? Besser wär’s auf jeden Fall, denn immerhin 80 der erwarteten hundert Gäste stammen aus der Region rund um Kempten, Wangen und Wiggensbach. Der Rest kommt aus Stuttgart, Hamburg oder dem Ruhrgebiet. Für Vogt ist das Mithelfen beim Kirchentag eine Art Vergelten. Schon als Jugendlicher war er in den unterschiedlichen Städten dabei. Zu den letzten Kirchentagen in Stuttgart beziehungsweise Hamburg fuhr er mit Schülern hin. „Jetzt kann ich etwas zurückgeben, das ich selbst erfahren habe.“

Auch Harald Geywitz von der Nikolaigemeinde wird für ein paar Tage voll in die Rolle eines Herbergsvaters schlüpfen. Ab 14 Uhr nimmt er am Mittwoch in der Comenius-Schule als Quartiermeister zusammen mit 16 anderen Nikolai-Gemeindemitgliedern die ankommenden Gäste – teilweise mit Handicap – in Empfang. Zwischen 6.30 und 8.30 Uhr übernehmen die Gastgeber das Frühstückmachen, wobei die Zutaten von Potsdamer Geschäften stammen und möglichst „bio“ sein sollen. Nach der Stärkung schwärmen die Kirchentagsteilnehmer aus. Meist wird es wohl in Richtung Berlin gehen, aber auch in Potsdam gibt es Angebote. Zentrale Veranstaltungsorte sind der Landtag und St. Nikolai.

Blick auf den Eingang von St

Blick auf den Eingang von St. Nikolai und den Obelisken.

Quelle: Detlev Scheerbarth

Auch Geywitz schwärmt von der „coolen Atmosphäre“, die von solchen Treffen ausgeht. Dennoch: Trotz der entspannten, fröhlichen Stimmung bleibt der Sicherheitsaspekt nicht außen vor. Im Vorfeld mussten sich die Jugendgruppen namentlich anmelden. Bei der Ankunft wird nach der Vorlage dieses Nachweises ein Quartierausweis ausgestellt. Einlass in die Schul-Herbergen bekommt dann nur, wer diesen Ausweis am Eingang vorzeigen kann.

Veranstaltungen am Donnerstag – ein Auszug

Für Kirchentagsveranstaltungen benötigt man teilweise eine Tages- oder Dauerkarte des Evangelischen Kirchentags.

„Gute-Nacht-Café“ am Alten Markt vor St. Nikolai am Donnerstag von 21 bis 23.59 Uhr.

Klassik trifft Pop: Luthermesse von Michael Schütz in der Friedenskirche am Donnerstag um 19 Uhr.

Konzert „Luthers Tat! – Erinnerung an die Gegenwart“ in St. Nikolai am Donnerstag von 11 bis 12.30 Uhr.

Auftritt der Stuttgarter Hymnus-Chorknaben in der Nikolaikirche am Donnerstag von 13.30 bis 14.30 Uhr.

Im Landtag gibt es Podiumsdiskussionen zum Schwerpunktthema Polen. Im Foyer vor dem Plenarsaal ist eine Ausstellung zur „Reformation im östlichen Europa“.

In der Nikolaikirche finden Podiumsdiskussionen zu Klimaschutz und Strukturwandel statt. Mehr Infos unter www.kirchentag.de

Von Ildiko Röd

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