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ILB-Neubau in Potsdam wächst in die Höhe

Richtfest in der Mitte der Landeshauptstadt ILB-Neubau in Potsdam wächst in die Höhe

Am Mittwoch ist Richtfest für den Neubau der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) am Potsdamer Hauptbahnhof. Bei einem exklusiven Baustellenrundgang hat unsere Autorin das neue Domizil bereits am Montag unter die Lupe genommen – auch das Büro des Vorstands mit einem super Ausblick!

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Figuren kehren aufs Stadtschloss zurück

Die Baustelle an der Babelsberger Straße aus der Vogelperspektive. Ganz links sieht man noch eine Ecke des Hauptbahnhofes.

Quelle: dpa

Babelsberg. Wenn Tillmann Stenger, der Vorstandsvorsitzende der Brandenburger Förderbank ILB, es sich aussuchen darf, wo sein Büro bald sein wird – welche Aussicht von der obersten Vorstandsetage des ILB-Neubaus würde er dann wählen? Bei dieser Frage musste der ILB-Vorstand am Montag beim Presserundgang durch den künftigen Bankensitz gleich gegenüber vom Hauptbahnhof an der Babelsberger Straße nicht lange überlegen. Ganz klar: „Mit Blick auf die Freundschaftsinsel, auf die Nikolaikirche und auf das neue Museum Barberini an der Alten Fahrt.“ Die Aussicht über die Havel bis zum Landtag ist nicht nur wunderschön, sondern für Stenger auch mit einem gewissen Symbolgehalt versehen. Die Lage im Herzen der Stadt ist der Förderbank wichtig. Der bisherige angemietete Standort an der Babelsberger Steinstraße war vergleichsweise weit ab vom Schuss. „Wir haben uns für die Innenstadt entschieden, um sichtbarer zu sein“, betonte Stenger. Die Förderbank des Landes gehört in das Zentrum der Landeshauptstadt, so die Philosophie. Das Gesamtinvestitionsbudget für das Neubauvorhaben beträgt 94 Millionen Euro. Am Mittwoch wird Richtfest gefeiert.

Noch drehen sich Krähne

Noch drehen sich Krähne.

Quelle: Berndv Gartenschläger

Mit der Montage der Fassaden ist bereits begonnen worden, so dass der Innenausbau in Angriff genommen werden kann. Ende 2016 soll der Bau fertig werden. 700 Menschen werden dann hier arbeiten, wobei diese Zahl nicht nur die Förderbank-Mitarbeiter umfasst, sondern auch jene der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB). Künftig können hier alle Förderungen des Landes quasi unter einem Dach beantragt werden – beziehungsweise unter mehreren Dächern. Denn das Ensemble besteht aus drei Gebäudeteilen, denen man die praktischen Arbeitstitel Haus A, Haus B und Haus C verpasst hat. Die Fassaden sollen – bis auf die Verkleidung mit Architekturbeton – bis Ende Mai fertig sein. Der Farbton des Architekturbetons ist gemeinsam mit der Stadt festgelegt worden: ein heller Sandfarbton.

Und auch die Bagger rollen noch

Und auch die Bagger rollen noch.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Von oben sehen die drei Gebäudeteile mit ihren jeweils fünf beziehungsweise sechs Geschossen wie drei riesige „U“ aus. Sie gruppieren sich um eine Art Atrium als Herzstück des Ensembles. Darin befindet sich derzeit noch ein flaches, wassergefülltes Becken. Das künftige Planschbecken für erholungssuchende ILB-Mitarbeiter? Nein, das Becken wird bald verschwinden. Dann entsteht hier das 200 Quadratmeter große „Sommerfoyer“ im Innenhof. Aber das ist bis noch Zukunftsmusik. Ebenso wie das „Business Location Center“ als modernes Informationscenter für Investoren.

Die ILB will keinen Zaun um ihr Anwesen ziehen

Beim Rundgang bekam man schon mal einen ersten Eindruck von der großen Eingangshalle, den Räumlichkeiten für die Kundenbesprechungen und von der Kantine. Und man erfuhr, woher das so genannte „Auen-Geschoss“ im ILB-Neubau seinen lyrischen Namen hat: Natürlich wegen der Aussicht auf die nahen Havel-Auen, die sich am Montag wie auf einem Postkartenidyll präsentierten. Nach der Fertigstellung des Gebäudes wird die ILB auf eine Einfriedung des Grundstücks verzichten, um die Auenlandschaft erlebbar zu machen. 2017 soll dann zusammen mit der Stadt auch eine angrenzende Grünfläche in Richtung Lange Brücke gestaltet werden.

Granaten und Weltkriegsbomben

Im November 2014 wurde mit der Aushebung der Baugrube begonnen. Am 11. Dezember 2014 erfolgte der erste Spatenstich. Im Sommer 2015 war der Baubeginn für den Rohbau.

Die Kampfmittelberäumung – fünf Tonnen Granaten sowie zwei Weltkriegsbomben – und die Herstellung der Schadstofffreiheit dauerten von März bis September 2015. Dabei musste fast der komplette Boden ausgetauscht werden. Kostenpunkt: Im siebenstelligen Bereich.

Im vergangenen Herbst gab es kurzzeitig eine Sichtachsen-Debatte rund um das ILB-Gebäude. Die Stadt Potsdam und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) wiesen damals Vorwürfe zurück, dass der Neubau höher gebaut würde, als im Bebauungsplan vorgesehen. „Die Errichtung der Gebäude erfolgt ohne jegliche Abweichung vom gültigen Bebauungsplan“, sagte ILB-Sprecher Matthias Haensch damals. Das Rathaus erklärte, dass eine Befreiung vom Bebauungsplan nicht notwendig gewesen sei, weil der B-Plan in Übereinstimmung mit dem Vorhaben der ILB im März 2015 von der Stadtverordnetenversammlung geändert wurde. Der Bebauungsplan musste angepasst werden, um an dieser Stelle ein Verwaltungsgebäude errichten zu können.

So mancher Autofahrer mag sich wehmütig an den temporären Parkplatz erinnern, der dem Neubau weichen musste. „In den Bahnhofspassagen sind ausreichend Plätze, die nicht wesentlich teurer sind“, sagte Stenger am Montag. Für die ILB-Mitarbeiter wird es auf dem Gelände eine Tiefgarage mit 120 Stellplätzen geben, außerdem soll es auf dem angrenzenden Grundstück in Richtung Kreisel für die Mitarbeiter eine zusätzliche temporäre Parkfläche mit 130 Plätzen geschaffen werden.

Das Zauberwort der Stunde lautet aber „öffentlicher Nahverkehr“. Dank der neuen zentralen Lage muss das Auto künftig nicht mehr automatisch die erste Wahl für den Arbeitsweg sein, wünscht sich Stenger. Folgerichtig sind auch 250 überdachte Radstellplätze geplant. Die kurzzeitig verlegte Bushaltestelle vor dem havelseitigen Bahnhofsausgang wird noch in diesem Jahr wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren.

Eine neue Brücke zur Freundschaftsinsel wird wohl nicht kommen

Die Idee einer Rad- und Fußgänger-Brücke hinüber zur Freundschaftsinsel, die von einigen Stadtpolitikern vor einiger Zeit ins Gespräch gebracht wurde, ist für den ILB-Chef kein Thema: „Sie ist bei uns nicht im Budget eingeplant“, sagte er. Zudem sei die Brücke wohl „städtebaulich schwer zu realisieren wegen der langen Auf- und Abfahrt.“

Von Ildiko Röd

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