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„Ich bin ein Strahlemädchen“

Die Baumblütenkönigin Karola Schulz über Flirtversuche, ihre Gefolgsleute auf Twitter und den Generalverdacht, trinkfest zu sein „Ich bin ein Strahlemädchen“

Sie blüht nur ein Jahr, dann ist die nächste dran: Was Werders Baumblütenkönigin Karola Schulz in ihrer Amtszeit erlebt hat, erzählte sie Diana Bade.MAZ: Seit fast einem Jahr sitzen Sie nun auf dem Blütenthron.

. Wie oft haben Sie sexistische Kommentare gehört à la „Deine Kirschen können ein Dirndl auch ausfüllen!“?

Karola Schulz: Flirtversuche gab es, aber ich habe keine dummen Sprüche oder Anmachen erlebt.

Auch nicht, als Sie sich in Ihrer Tracht das Hauptstadtderby Hertha BSC versus Union im Olympiastadion angesehen haben?

Schulz: Nein, auch da gab es keine blöden Sprüche. Ich war im VIP-Bereich und bin ganz nett von Hertha-Fans angesprochen worden, die mich wiedererkannt haben, weil sie mit mir Fotos auf dem Baumblütenfest gemacht hatten. Das war mein erstes Mal überhaupt im Fußballstadion, obwohl ich sehr sportlich bin und Volleyball spiele.

Können Sie den Obstwein überhaupt noch sehen? Oder sind Sie ihn über?

Schulz: Den trinkt man ja nur zur Saison. Jetzt schmeckt er wieder. Es muss aber der vom Obstbauern sein und nicht der aus der Packung im Supermarkt.

Das Baumblütenfest hat den Ruf, Ostdeutschlands größtes Massenbesäufnis zu sein. Was sind Ihre Erfahrungen?

Schulz: Ich halte mich immer auf dem Hohen Weg und den Obstplantagen auf. Dort und in den Obsthöfen ist es nicht so. Ich habe mich letztes Jahr extrem sicher gefühlt. Die Wachleute waren auf dem Fest sehr präsent. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Leute kommen, um sich zu besaufen. Auf dem Oktoberfest ist es auch nicht anders.

Haben Sie nicht mal zu tief ins Glas geschaut?

Schulz: Ich hatte schon mal einen Schwips, mich aber immer unter Kontrolle. Weil die Königin auf dem Baumblütenfest immer mal wieder anderen mit einem Glas zuprostet, habe ich für Fotos mit Apfelsaft angestoßen oder nur genippt, wenn es zu viel wurde.

Als Königin standen Sie von einem auf den nächsten Tag als Werders Vorzeigemädchen im Mittelpunkt, hatten Fernsehauftritte und Interviews. Was haben Sie im Umgang mit den Medien gelernt?

Schulz: Für mich war es interessant, das alles von der anderen Seite zu sehen. Die Journalisten haben mich oft gefragt, ob ich trinkfest bin. Das war eine Frage, die ich nicht mochte. Ich repräsentiere nicht den Obstwein, sondern die Stadt Werder, weil ich sie supertoll finde.

Was mögen Sie an Ihrer Heimatstadt?

Schulz: Werder hat sich sehr entwickelt, macht viel für junge und alte Menschen. Trotz stetiger Weiterentwicklung behält die Stadt ihr natürliches Flair.

Erkennen die Menschen aus Werder Ihre Königin auf der Straße wieder?

Schulz: Ja. Auf offiziellen Terminen bin ich auch schon nach Autogrammen gefragt worden. Das war für mich ungewohnt, weil ich ein Mensch bin wie jeder andere auch.

Die Baumblütenkönigin pflegt ihre Kontakte auch im Internet. Sie haben 62 Follower auf Twitter. Was schreiben Sie denen denn so?

Schulz: Ich schreibe rein, wenn ich irgendwo bin, kleinere Termine wie jetzt auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin. Werder hat eine Facebook-Seite, da poste ich auch.

Kürzlich haben Sie im Chat Tipps für Bewerberinnen gegeben. Was wollten die Leute von Ihnen wissen?

Schulz: Sie wollten wissen, was man so als Baumblütenkönigin macht, ob ich mein Kleid behalten darf und wie es mir gefällt.

Und, mochten Sie Ihr Kleid?

Schulz: Ich mag es sehr. Es hat obenrum Pailletten, ist weiß und kurzärmelig. Der Rock ist eine Mischung aus zart-rosa und Flieder. Das Kleid wurde maßgeschneidert und blind genäht, ohne Anprobe. Als ich es in der Ballnacht angezogen habe, hat alles gepasst. Nach meiner Amtszeit muss ich es leider abgeben und es kommt ins Obstbaumuseum. Die Blütenkrone darf ich behalten.

Wie lange brauchen Sie, um wie eine Königin auszusehen?

Schulz: Ich brauche zwei Stunde, um Königin zu werden, inklusive Frühstück. Der Friseursalon Cleopatra ist mein Sponsor. Dort habe ich mir vor Terminen die Haare machen lassen. Für die ITB habe ich sie mir selbst geflochten und hochgesteckt.

Ein Jahr dauerlächeln und repräsentieren. Ist das nicht anstrengend?

Schulz: Ich bin ein Strahlemädchen. Man sieht mich selten anders. Mir macht das ganze Spaß. Nur manchmal, abends, taten mir die Füße weh.

Hätten Sie gern einen König an Ihrer Seite gehabt?

Schulz: Ich glaube, das sollte nur eine Person machen.

Was geben Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg, die im April gekürt wird?

Schulz: Natürlich bleiben und Spaß dabei haben.

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