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„Ich bin ein bisschen sprachlos – das kommt bei mir selten vor“

Amtseinführung von Mike Schubert „Ich bin ein bisschen sprachlos – das kommt bei mir selten vor“

Happy End nach Wahldrama: Sozialbeigeordneter Mike Schubert wurde gestern von OB Jann Jakobs ins Amt eingeführt. Schubert, der erst nach einer Zitterpartie von den Stadtverordneten gewählt worden war, wirkte sichtbar gelöst. Und es zeigte sich: Jakobs und Schubert liegen voll auf einer Linie – zumindest was die Wahl der Garderobe angeht.

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Der neue Beigeordnete Mike Schubert (SPD) im Kreis von Gratulanten aus dem Rathaus.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Hatten sich die beiden Herren im Vorfeld abgesprochen oder zeugte es einfach nur von einem schönen Gleichklang der Seelen? Jedenfalls hatten sowohl Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) als auch der neue Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung, Mike Schubert (ebenfalls SPD), bei der Amtseinführung am Donnerstag zu einer fast identischen blauen Krawatte gegriffen.

Zwei Männer – eine Krawatte

Zwei Männer – eine Krawatte. Hier OB Jann Jakobs mit seinem neuen Dezernenten Mike Schubert (beide SPD).

Quelle: Bungert

Überhaupt herrschte im Blauen Salon des Rathauses Harmonie pur. Fast vergessen schien jenes Herzschlag-Finale in der Stadtverordnetenversammlung am 6. Juli, wo sich Schubert erst im dritten Wahlgang und mit nur einer Stimme Mehrheit die Zustimmung sichern konnte. „Es kommt nicht darauf an, mit wie vielen Wahlgängen und welchem Stimmenverhältnis man gewählt wurde, sondern wie man sein Amt ausfüllt“, richtete Jakobs seinen Blick stattdessen in die Zukunft, die anscheinend einiges an Glückspotenzial birgt. Denn: Der Posten eines Sozialbeigeordneten, so schwärmte Ex-Sozialdezernent Jakobs, sei ohnehin „das schönste Amt neben Oberbürgermeister“. „Und Papst“, flachste Schubert, der damit ein Zitat von SPD-Urgestein Franz Müntefering aufgriff.

Vom Innenministerium ins Rathaus

Mike Schubert wurde 1973 in Schwedt/Oder geboren. Er wuchs in Potsdam auf. Das Studium der Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft schloss er als Diplom-Politikwissenschaftler ab. Er lebt mit seiner Frau und den zwei Kindern in Golm.

Seit 2013 war er amtierender Referatsleiter für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen im Innenministerium des Landes Brandenburg.

Der SPD gehört er seit 1995 an. In der Stadtverordnetenversammlung, der er seit 1998 angehört, hatte er jahrelang den Fraktionsvorsitz inne.

Laut Schubert soll im November ein neuer Gefahrenabwehrbedarfsplan für Potsdam vorgelegt werden. In diesem Zusammenhang wolle er auch das Gespräch mit allen Wehrführern der freiwilligen Feuerwehr suchen, so Schubert. „Ich habe ein offenes Ohr, um die anstehenden Probleme zu lösen“, versicherte er. Wie berichtet, gibt es derzeit Querelen um die Bezahlung von Überstunden von Feuerwehrleuten.

Nach dem offiziellen Teil der Einführung inklusive Diensteid und Empfang der Ernennungsurkunde bekundete der bisherige SPD-Fraktionschef zwar: „Ich bin ein bisschen sprachlos, das kommt bei mir ganz selten vor.“ Allerdings fand er seine Stimme dann doch recht schnell wieder, um von einem anderen Termin im Rathaus – genauer gesagt: im Standesamt – zu erzählen. Vor etlichen Jahren hatte der Oberbürgermeister, der auch Eheschließungen vornehmen darf, das Ehepaar Schubert getraut. Dass der neue Job mit seinem Riesenpensum nicht gerade den Preis für Familienfreundlichkeit gewinnt, dürfte dem Neo-Beigeordneten anscheinend auch klar sein: „Wir werden wohl nicht weniger Zeit miteinander verbringen als mit meiner Frau“, sagte er fröhlich zu Jakobs gewandt. Der guckte leicht verdutzt angesichts dieser Aussichten.

Gruppenbild mit Blumen

Gruppenbild mit Blumen.

Quelle: Bungert

Auch bei seinen Mitarbeitern will der Neue im Beigeordneten-Bunde künftig dafür sorgen, dass sie ihn ganz oft zu sehen bekommen. „Nahbar“ möchte er sein, denn: „Nichts ist schlimmer als ein Chef, den man nur vom Bild kennt oder von Besprechungen.“ Außerdem bekräftigte er, dass niemand aus dem Mitarbeiterteam seiner Vorgängerin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) ausgewechselt werden soll.

Apropos Wechsel. Hinter vorgehaltener Hand sagt man dem bisherigen SPD-Fraktionschef ja immer nach, mit der Nachfolge von Jakobs zu liebäugeln, dessen Amtszeit 2018 endet. „Ich freue mich auf acht Jahre Beigeordnetentätigkeit“, kommentierte er dieses Thema am Donnerstag im Gespräch mit der MAZ. Auf die Frage, ob er sich denn auf volle acht Jahre freue, antwortete er knapp: „Ja.“ Sollte sich Jakobs dazu entscheiden, noch einmal zu kandidieren, würde er das „persönlich unterstützen“.

Ob Schubert seinen ehrenamtlichen Posten als SPD-Unterbezirkschef abgibt, steht noch nicht definitiv fest. Klar ist für ihn allemal, dass er in den Parteigremien „Verantwortung übernehmen“ will: „In welcher Funktion auch immer.“

Das Hauptaugenmerk liegt aber nun auf der neuen Aufgabe mit ihrer prallvollen Agenda. In Sachen Tierheim soll beispielsweise ein frischer Wind wehen: „Neuer Vorstand und neuer Beigeordneter – das ist die Chance für einen Neustart“, ist Schubert zuversichtlich. Und gleich am Sonnabend geht es für ihn in offizieller Mission zum Tag der offenen Türe bei der Feuerwehr, deren Belange ebenfalls in sein Ressort fallen.

Von Ildiko Röd

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