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„Ich kann ganz schön abgehen“

Franziska van Almsick beim 18. Brandenburgball „Ich kann ganz schön abgehen“

Schwimmstar Franziska von Almsick will beim Brandenburgball für ihren „Schwimmkids“-Verein werben – ihr Ziel: Kinder vor dem immer noch viel zu häufigen Tod durch Ertrinken zu bewahren.

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Franziska van Almsick

Quelle: FABIAN HENSEL

Potsdam. Am Samstag ist es wieder soweit: Promis bevölkern den roten Teppich. Aber beim Brandenburgball geht es nicht nur ums Amüsement – es geht auch um Spenden für den guten Zweck.

Sie sind am Sonnabend Stargast beim Brandenburgball im Kongresshotel Potsdam am Templiner See. Kennen Sie die Stadt oder ist dieser Besuch in der märkischen Landeshauptstadt eine Premiere für Sie?

Franziska von Almsick: Ich bin gebürtige Berlinerin und war schon ganz oft in Potsdam. Ich freue mich wahnsinnig darauf, zurück nach Hause zu kommen. Es ist eine wahnsinnig schöne Stadt, die von ganz viel Altem lebt. Ich könnte mir vorstellen, mal dort zu leben. Meine beste Freundin lebt in der Nähe von Potsdam.

Sie haben eine Familie mit zwei Kindern und sind Geschäftsfrau. Dennoch finden Sie noch die Zeit, um sich sozial zu engagieren. Was ist das Anliegen Ihres Vereins „Franziska van Almsick Schwimmkids“, den Sie an Ihrem Wohnort Heidelberg gegründet haben?

Die Arbeit des Vereins ist nicht nur eine Herzensangelegenheit von mir, vielmehr fühle ich mich verpflichtet, etwas dafür zu tun, dass so viele Kinder wie möglich sicher schwimmen lernen. Viele Leute vergessen, wie wichtig das ist. Es ist nicht so, dass wir mit unserem Verein die nächsten Olympiasieger suchen. Es geht darum, die Menschen wachzurütteln; dafür setzen wir uns seit über zehn Jahren ein. Leider können mehr als ein Drittel aller Kinder nach der Grundschulzeit noch immer nicht richtig oder gar nicht schwimmen. Fast die Hälfte der 400 Menschen, die jährlich in Deutschland ertrinken, sind Kinder – jeden zweiten Tag ertrinkt hierzulande ein Kind. Dank Schwimmkids haben mittlerweile mehr als 8000 Kinder sicher das Schwimmen erlernt. Wir haben in der letzten Zeit Fahrt aufgenommen, weil das Thema immer mehr im Fokus ist. Wir sind aktuell in 16 Städten bundesweit vertreten. Mit Hilfe des Brandenburgballs wollen wir nun in Brandenburg aktiv werden. Es geht darum, dass wir Leute vor Ort gewinnen und sie sich engagieren.

Wie genau hilft der Verein „Franziska van Almsick Schwimmkids“?

Wir unterstützen die Schulen dabei, ihren Schulunterricht besser zu gestalten. Wenn die dritten Klassen mit jeweils 30 Kindern ins Schwimmbad gehen und davon kann die Hälfte nicht schwimmen, dann ist die Klasse relativ schnell überfordert. Lehrassistenten sollen die Lehrer unterstützten. Eine Herausforderung stellt oft auch der Transfer von der Schule ins Schwimmbad dar – auch da wollen wir unterstützen. Wir sehen uns als Bindeglied zwischen Schule und Gemeinde. Zusätzlich geben wir Seminare, um die Schwimmlehrer auf den neuesten Stand zu bringen.

Woran liegt es Ihres Erachtens, dass jeder zweite Drittklässler nicht schwimmen kann? Ist es eher ein Versagen der Eltern oder der Schule?

Es geht nicht ums Versagen, sondern darum, dass man die Wichtigkeit dessen nicht erkennt. Es ist heutzutage oft ganz wichtig, dass Kinder Chinesisch sprechen können und Klavier spielen oder noch besser Geige, aber am Ende des Tages muss man schwimmen können, um nicht zu ertrinken. Das muss gefördert werden. Viele Eltern sind der Meinung, dass ihre Kinder sicher sind, wenn sie das Seepferdchen haben. Aber wenn ein Kind das Seepferdchen hat, kann es sich nur über Wasser halten. Das Seepferdchen ist ein guter Anfang, aber dann muss man dranbleiben und weitermachen.

Mit dem Spendenscheck des Brandenburgballs wollen Sie Projekte in Brandenburg unterstützen. Können Sie schon verraten, welche das sind?

Ich möchte dazu aufrufen, dass man sich dafür einsetzt, dass die Brandenburger Kinder sicher schwimmen lernen. Ich verlange von niemandem, dass er oder sie etwas unterstützt, das weit weg von Zuhause ist. Das Brandenburger Projekt ist unser erstes Projekt im Osten. Das liegt mir besonders am Herzen, und ich hoffe, dass wir was Ordentliches auf die Beine stellen und vielen Kindern das sichere Schwimmen beibringen können.

Wie sind Sie selbst als Kind zum Schwimmsport gekommen? Lag diese Leidenschaft in der Familie? Sind Ihre Kinder auch so sportlich wie Sie?

Mein Bruder ist fünf Jahre älter als ich. Er war Schwimmer und er hat mich als 5-jährige mal zum Training mitgenommen – danach stand mein Entschluss fest. Ich bin ihm zutiefst dankbar, dass er mich damals mitgenommen hat. Dadurch, dass ich um die Wichtigkeit des Schwimmens weiß, ist es für mich oberste Priorität, dass ich meine Kinder sicher im Wasser weiß. Mein Großer ist ein guter Schwimmer; der Kleine ist vier und kann sich sicher über Wasser halten.

Auf Fotos sieht man, dass Sie immer noch top in Form sind. Ziehen Sie nach wie vor regelmäßig Ihre Bahnen und haben Sie irgendwelche Tipps, wie man sich zumindest an die schlanke Linie annähern kann?

Oberste Priorität ist, dass man sich gesund ernährt und Sport in sein Leben integriert. Egal, in welcher Form. Am Ende des Tages sollte man eine bestimmte Fitness haben – da geht es gar nicht um gutes Aussehen. Ich persönlich mache viel bei der Fitness-App MyBod-e, die ich vor fünf Jahren gegründet habe. Das Training ist perfekt für mich und ich kann es überall und jederzeit machen. Es ist die Lebenseinstellung, dass es einem gut geht und dass man positiv durchs Leben geht, wenn man auf die Gesundheit achtet. Wichtig ist auch, die Sachen nicht auf die lange Bank zu schieben und sich nicht selbst zu sagen: Das mache ich irgendwann wieder gut.

Das klingt toll. Aber was ist mit dem inneren Schweinehund?

Diesen inneren Schweinehund kenne ich nicht, das hat wohl mit meiner Sportlerkarriere zu tun. Wenn man etwas will, liegt es an einem selbst – da hilft einem keiner.

Franziska van Almsick privat. Welche drei Bücher würden Sie auf die berühmte einsame Insel mitnehmen?

Ich bin ein totaler Paolo-Coelho-Fan, da habe ich jedes Buch durch und ich könnte mich gar nicht auf ein Lieblingsbuch festlegen. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, hieß „Die Nachtigall“ von einer amerikanischen Autorin. Dann gibt es durchaus auch Tage, wo man Durchhänger hat. An solchen Tagen schmökere ich gerne in Ratgebern, die einem Tipps geben, wie man sich glücklicher fühlt.

Welcher Typ sind Sie eher – lässige Jeans oder korrektes Business-Kostüm?

Ich laufe nicht den ganzen Tag im Kostüm rum, aber es gibt durchaus Termine, wo es wichtig ist. Ansonsten liebe ich die Freizeit mit meiner Familie – dazu passen natürlich lässige Jeans und T-Shirts am besten.

Nochmals zum Brandenburgball: Wird man Sie auch auf der Tanzfläche erleben können oder sind Sie eher ein Tanzmuffel?

Ein Tanzmuffel bin ich nicht. Ich glaube, dass ich ganz schön abgehen kann. Bei solchen Anlässen wie dem Brandenburgball bin ich aber eher gehemmt, weil man unter Beobachtung ist.

Beim Ball wird auch ein Trikot von Keeper Manuel Neuer und anderer Fußballstars versteigert. Sind Sie privat auch Fußballfan?

Absolut. Mein Lieblingsverein ist die TSG Hoffenheim, für die mein Herz schlägt. Ich lebe seit zwölf Jahren in Heidelberg und das ist unser regionaler Fußballverein. Seit langer Zeit verfolge ich den Verein, leide und freue mich mit.

Von Ildiko Röd

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