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Potsdam „Ich persönlich fände ,Kurt-Tucholsky-Platz’ angemessen“
Lokales Potsdam „Ich persönlich fände ,Kurt-Tucholsky-Platz’ angemessen“
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10:40 14.06.2013
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Hier wurden 109 Betriebe bestreikt. Damit kamen die Potsdamer Arbeiter den Aufrufen der Reichsregierung und des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes vom 13. März und der KPD vom 14. März nach.

Am 16. März kam es zu einem offenen Zusammenstoß zwischen Soldaten und der demonstrierenden Bevölkerung. Auf dem Luisenplatz kam es zu einer Massenversammlung, auf der Hermann Elflein sprach. Von hier aus formierten sich ein Demonstrationszug mit ca. 1000 Personen zum Rathaus am Alten Markt. Als sie sich dem Stadtschloss näherten, gab der Führer der hier stationierten Wachtruppe den Befehl, auf die unbewaffneten Kapp-Gegner zu feuern. Die Bilanz: vier Toten und zahlreichen Verwundeten.

Ein Nachspiel der besonderen Art folgte in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung. Hier hatten die Fraktionen der SPD und der USPD unter dem Druck ihrer Mitglieder einen Antrag eingebracht, „dem Oberbürgermeister das Misstrauen über das Verhalten während des militärischen Putsches auszusprechen“. Sowohl dieser und ein weiterer Antrag „zur Errichtung eines Gedenksteines an der Mordstelle zur Erinnerung an die Opfer“ wurden von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt. Somit blieb die Ermordung von unbewaffnet demonstrierenden Potsdamer Bürgern ungesühnt und das Gedenken an sie verhindert.

93 Jahre danach wird der Landtag in der Hülle des Stadtschlosses wieder aufgebaut. Ist es da nicht an der Zeit, dieser Opfer zu gedenken? Die Linke fordert den Oberbürgermeister auf, sich bei der Landesregierung für eine Gedenkplakette für die vier Opfer und die zahlreichen Verletzten einzusetzen. Was einst nicht gelang, sollte doch heute unter Rot-Rot möglich sein.

Sascha Krämer

Kreisvorsitzender

Die Linke Potsdam

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Mit einer gewissen Ungläubigkeit entnehme ich der MAZ die Äußerung des Potsdamer Pressesprechers Stefan Schulz, mit der Benennung des Havelplatzes nach dem ehemaligen preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun solle ein „deutliches Zeichen für ein demokratisches Potsdam gesetzt werden, quasi als Gegenpol zur gängigen Geschichtsbetrachtung des Tages von Potsdam“.

Dafür gibt es sicher geeignetere Sozialdemokraten – wenn’s denn unbedingt ein solcher sein soll – als Otto Braun, der der erstarkten nationalistischen und nationalsozialistischen Bewegung in der Endphase der Weimarer Republik nicht mehr entgegenzusetzen hatte, als seinen Glauben an „das Recht“ und die Justiz. Braun war einer der sozialdemokratischen Repräsentanten der Politik des „kleineren Übels“, die den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollten. Auch durch diese Politik wurden Hindenburg und seine Notverordnungspolitik gestärkt und der „Preußenschlag“ am 20. Juli 1932 ermöglicht. Das, die antidemokratische und unpatriotische Haltung des Bürgertums und die Tatsache, dass sich die organisierte Arbeiterbewegung nicht auf eine einheitliche antifaschistische Politik einigen konnte – hier waren SPD und KPD in der Pflicht –, führten zum 21. März 1933, dem „Tag von Potsdam“.

Mein Fazit, dessen eingedenk und den Satz aufgreifend, mit dem die MAZ den Oberbürgermeister zitiert: Gerade dieser Platz direkt am Stadtschloss sollte den Namen einer kämpferischen Antifaschistin oder eines kämpferischen Antifaschisten tragen. Ich persönlich fände „Kurt-Tucholsky-Platz“ angemessen, zumal es hier auch eine greifbare Verbindung zu Potsdam gibt.

Jörg Trinogga

Als unmittelbar Betroffener alldieweil in der Zeppelinstraße wohnend kann ich versichern, dass die Pförtnerampeln für uns Bürger absolut keine Verbesserung der Feinstaubsituation gebracht haben.

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