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Potsdam Illegale Techno-Partys in der Wüste
Lokales Potsdam Illegale Techno-Partys in der Wüste
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20:09 27.09.2016
Regisseur Susanne Regina Meures (2.v.l.) mit den Filmgymnasiasten Sophie Gierga (l.), Dara Feix und Justin Otto. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Wenn die Polizei, sagen wir, in den Nuthewiesen eine illegale Techno-Party aushebt, gibt’s für den Veranstalter einen Bußgeldbescheid. Werden DJ-Kollegen im Iran erwischt, landen sie direkt im Knast. Bereits das Hören westlicher Musik mit elektronischen Klängen ist im islamischen Gottesstaat streng verboten. Wer hierzulande illegal abtanzt, hat Bock drauf. Man könnte stattdessen auch, ganz erlaubt, in einen Club gehen. Dagegen sind die Teheraner Techno-DJs Anoosh und Arash gezwungen, underground zu feiern, legen als „Blade & Beard“ sogar in der Wüste auf. Jeder ihrer Raves ist ein Versteckspiel vor der Polizei. Deshalb wollen Arash und Anoosh raus aus ihrem Land, um als DJs legal durchzustarten. Die Gelegenheit bietet sich, als sie Fünf-Tage-Visa bekommen, um bei der Streetparade in Zürich aufzulegen. Am Ende der Reise stehen die coolen Jungs vor der Entscheidung: zurückkehren oder bleiben?

Die Regisseurin Susanne Regina Meures (39) begleitete in „Raving Iran“ Anoosh und Arash auch bei vergeblichen Versuchen, heiße Ware – ihre illegal produzierten CDs – in Geschäften loszukriegen. Die meisten Szenen filmte sie mit einer – in einem eigens dafür angefertigten Hemd – versteckten (Handy-)Kamera. Am Dienstagnachmittag stellte die Absolventin der Zürcher Hochschule der Künste ihren preisgekrönten Dokumentarfilm im proppevollen Kinosaal des Babelsberger Filmgymnasiums vor. Anschließend feuerten die Schüler ihre Fragen ab – möglichst viele in einer halben Stunde, da um 15.30 Uhr der Schulbus abfuhr.

Also: Wie kamen Sie auf das Thema? „Ich habe in einer englischen Zeitungsmeldung von Techno-Partys im Iran gelesen und dann recherchiert, mich mit den Raver-Kids getroffen.“ Hören Sie selbst auch Techno? „Ja, zwar nicht zu Hause, aber wenn ich ausgehe.“ Ist Ihnen etwas passiert, als die Polizei die Party auflöste? „Die wollten nur den Boss, Anoosh. Für mich haben die sich nicht interessiert. Ich hätte gern weiter gedreht.“ Was machen Anoosh und Arash heute? „Sie sind in der Schweiz geblieben, haben eineinhalb Jahre in einem Flüchtlingsheim gelebt. Inzwischen wohnen sie in Zürich, sind DJs und legen viel auf. Durch den Film sind sie natürlich bekannt geworden.“

Am Mittwochabend beantwortet Susanne Regina Meures im Babelsberger Thalia-Kino nach der 19-Uhr-Vorstellung weitere Fragen.

Von Ricarda Nowak

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