Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Im Herbst gibt’s Neues in der Sache „Mercure“

Streit um Hotel-Hochhaus in Potsdam Im Herbst gibt’s Neues in der Sache „Mercure“

Im Juni hatte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zugesagt, noch im Juli seinen Vorschlag zur Zukunft des Mercure-Hotels zu präsentieren. Diese Zusage sei nicht eingehalten worden, moniert Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Am Dienstag war zu erfahren: Auf den Jakobs-Vorschlag wird man noch den Sommer über warten müssen.

Voriger Artikel
„Zibb“ sendet aus dem Sommergarten
Nächster Artikel
Karibisches Flair in Fahrland

Das Hotel Mercure.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Will das Rathaus das Dauerbrenner-Thema „Mercure“ klein kochen, um damit dem Bürgerbegehren gegen den Hotel-Abriss den Wind aus den Segeln zu nehmen? Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg wirft Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) vor, die Diskussion um die Zukunft des umstrittenen Gebäudes derzeit absichtlich auf Sparflamme zu halten und sich vor klaren Aussagen zu scheuen. „Im Juni hat der Oberbürgermeister gesagt, dass er an dem Erwerb des Hotels festhält und dass er innerhalb eines Monats in der Stadtverordnetenversammlung im Juli einen Vorschlag präsentieren will, wie es weitergehen soll“, kritisiert Scharfenberg. Diese Zusage sei nicht eingehalten worden.

„Jetzt agiert Jakobs nach dem Prinzip ,Still ruht der See’“, ätzt der Linken-Fraktionschef. Verwunderlich sei, dass der Oberbürgermeister „in der Stadtverordnetenversammlung nicht einmal eine Begründung vorgelegt hat, warum er keinen Vorschlag vorgelegt hat.“

Obwohl die neuen französischen Eigentümer der Mercure-Hotelkette bislang keine Verkaufsabsichten signalisiert haben, hatte Jakobs vor einigen Wochen erklärt, die Kaufpläne für das Mercure weiter verfolgen zu wollen ( MAZ berichtete). Gestern ließ er auf Nachfrage diese Aussage durch Stadtsprecher Jan Brunzlow noch einmal bekräftigen: „Wir werden natürlich auch mit dem neuen Eigentümer sprechen.“

OB Jann Jakobs (SPD)

OB Jann Jakobs (SPD).

Quelle: Archiv

Unklar ist momentan auch, wie es mit dem Stadtverordnetenbeschluss vom 2. März weitergeht, in dem die Konkretisierung der Sanierungsziele im Lustgarten beschlossen wurde – inklusive Abriss des Mercure-Hotels zugunsten einer „Wiese des Volkes“. Allerdings stand der Beschluss von Anfang an unter Finanzierungsvorbehalt. Sprich: Die Verwaltung wurde beauftragt, „spätestens vier Monate nach Beschlussfassung“ ein Finanzierungskonzept vorzulegen. Anfang Juli war diese Viermonatsfrist abgelaufen. Der Termin verstrich jedoch sang- und klanglos. In der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Mittwoch war davon keine Rede mehr.

Generell wurde in der letzten Stadtverordnetensitzung vor der Sommerpause eine klare Positionierung zum „heißen Eisen“ Mercure-Hotel vermieden. Die Linken hatten den Antrag eingebracht, dass die Stadt auf den Abriss des Mercure-Hotels verzichten solle. Dann wurde der Antrag jedoch mit Stimmenmehrheit in zwei Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung überwiesen. „Der Antrag sollte zusammen mit dem Bürgerbegehren zum Mercure im Herbst behandelt werden“, begründete SPD-Vizefraktionschef Pete Heuer die Überweisung.

Die Zukunft des ehemaligen DDR-Interhotels im Lustgarten sorgt seit mehreren Monaten für mächtig Wirbel in Potsdam. So war sie auch einer der Hauptaufreger bei der Diskussion um das Bürgerbegehren der Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“, das sich unter anderem gegen die Verwendung städtischer Gelder für Kauf und Abriss des Mercure wendet. Wie berichtet, wurden etwa 17 000 gesammelten Unterschriften des Begehrens auf der letzten Stadtverordnetensitzung an Wahlleiter Matthias Förster übergeben. Derzeit läuft die rechtliche Prüfung der Fragestellung und die Überprüfung der Gültigkeit der gesammelten Unterschriften. „Am 27. Juli wollen wir mit der Prüfung der Unterschriften fertig sein“, sagte Förster gestern.

Im Mai wechselte das Hotel „Mercure“ den Besitzer. FDM Management, ein Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter des französischen Reits Foncière des Régions und verschiedener französischer Versicherungen, kaufte das Interhotel-Portfolio mit neun früheren staatseigenen DDR-Hotels von der Starwood Capital Group.

Für dieses sowie ein weiteres Portfolio in Frankreich und Belgien zahlt die FDM Management 936 Millionen Euro.

Allein der Interhotel-Deal soll ein Volumen von 500 bis 600 Millionen Euro haben. Die Interhotels waren die Vorzeigehotels der DDR. Mit mehr als 430 Betten ist das Mercure-Hotel am Lustgarten heute nach Dorint und Kongresshotel das drittgrößte Hotel Potsdams.

Ende Mai erklärte Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke, dass ein Kauf des Mercure-Hotels durch die Stadt seines Erachtens vorerst vom Tisch sei. Hintergrund war die neue Situation, die durch den Eigentümerwechsel entstanden war. Überraschenderweise hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) anschließend erklärt, dennoch weiter an den Kaufplänen für das Hotel festhalten zu wollen.

Am 14. September werden die Prüfergebnisse den Stadtverordneten vorgelegt, die dann über die Zulässigkeit entscheiden und im weiteren darüber, ob sie dem Begehren folgen oder nicht. Falls sie das nicht tun sollten, was der wahrscheinlichere Fall ist, kommt es innerhalb von zwei Monaten zum Bürgerentscheid.

Im Herbst will auch Jakobs endlich die Katze aus dem Sack lassen, wie seine Vision von der Zukunft des Hotels aussieht. „ Nachdem wir im Juli der Stadtverordnetenversammlung den angekündigten Verfahrensvorschlag nicht unterbreitet haben, werden wir dies im September nachholen.“

Von Ildiko Röd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg