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Im Krebsgang zur deutschen Meisterschaft

Die Babelsbergerin Josephine Müller ist mit dem "Spagatsprint" bald im TV Im Krebsgang zur deutschen Meisterschaft

Josephine Müller kann den Spagatsprint. Was genau das sein soll, fragt man sich zu recht. Einen "Spagatsprung" gibt es in der Akrobatik, von "Spagatsprint" allerdings hat man zuvor noch nichts gehört. Extra für die Fernsehspielshow "Die deutschen Meister 2013" (am 19. Oktober in der ARD) erlernte sie diese außergewöhnliche Disziplin.

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Babelsberg. Beim klassischen Spagat streckt man ein Bein nach vorn, eines nach hinten. Für den Spagatsprint muss Josephine Müller einen so genannten Seitspagat machen, bei dem die Beine rechts und links vom Körper sind. "Spagat zählt zum kleinen Einmaleins der Artistik, das ist kein Problem", sagt Josephine Müller. Die Herausforderung: Sich in dieser Haltung fortbewegen. "Daher auch das Wort Sprint. Es bedarf einiger Übung", sagt Josephine Müller. "Der Bewegungsablauf ist ungewöhnlich, dass müssen sowohl Körper als auch Geist erst begreifen". Vier Monate hat sie in einem Babelsberger Fitnessstudio trainiert. "Mittlerweile bin ich schon ganz fix unterwegs", sagt sie. Zu Fuß ist Josephine Müller jedoch immer noch schneller. Wie lange sie braucht, um im Spagatsprint zehn Meter zurückzulegen, verrät sie noch nicht. "Es sieht auf jeden Fall sehr komisch aus. Ein bisschen wie ein Krebs. Ich kann es total nachvollziehen, wenn die Leute schmunzeln müssen, wenn sie mich beim Spagatsprint sehen", sagt Josephine Müller.

Josephine Müller beim Spagatsprint-Training im Babelsberger Fitnessstudio.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Sie kommt aus einer Artistenfamilie. Ihre Mutter wurde in einen Zirkus hineingeboren, ihr Vater besuchte eine Artistenschule und landete dann beim Zirkus. Die Babelsbergerin ist schon als Kind von der Leidenschaft ihrer Eltern angesteckt worden ‒ im Gegensatz zu ihrer Schwester, die mit Bühne und Publikum nichts anfangen konnte. "Ich wollte schon immer Artistin werden", sagte sie, "meine ersten Gehversuche im Showbiz waren unsere Familienfeste, auf denen ich vor meiner Verwandtschaft auftrat." Mit vier Jahren begann Josephine Müller mit rhythmischer Sportgymnastik, machte dies später als Leistungssport beim SC Potsdam. Darauf folgte eine vierjährige Ausbildung an der "Staatlichen Ballettschule und der Schule für Artistik" in Berlin. Hier arbeitete sie schon mit 14 Jahren professionell an ihrem Traum, Artistin zu werden. "Wir hatten immer zwei Stunden Theorie und dann wieder zwei Stunden Training. Immer im Wechsel. Sechs Tage die Woche", erzählt sie. Als sie hier mit 18 Jahren fertig ist, ist sie gut ausgebildet, aber fühlt sich nicht bühnenreif, also geht Josephine Müller für zwei Jahre in die Staatliche Zirkusschule in Kiew. Die ukrainische Artisten-Ausbildung zählt weltweit zu den Besten. Josephine Müller schließt sie 2006 mit Erfolg ab. Seitdem arbeitet Josephine hauptberuflich als Artistin. Wenn sie nicht gerade Spagatsprint übt, ist ihr Fachgebiet die Equilibristik - eine Mischung aus Kraft und Balance. "Kurz gesagt, stehe ich auf meinen Händen und kann mich dabei verbiegen", sagt sie.

„Kurz gesagt, stehe ich auf meinen Händen und kann mich dabei verbiegen“

Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch mit Hula-Hoop-Reifen kann die Babelsbergerin Showeinlagen zeigen. Damit wird sie in ganz Deutschland für Veranstaltungen gebucht. Zum Beispiel ist sie auf dem Frankfurter Opernball und bei der Potsdamer Schlössernacht aufgetreten. "Ich habe nicht die gewöhnlichen Arbeitszeiten von Montag bis Freitag, ich gehe meist dann Arbeiten, wenn andere frei haben ‒ am Wochenende und an Feiertagen", sagt Josephine Müller. Trotzdem gäbe es für sie keinen schöneren Job. "Das Schöne an meinem Beruf ist, dass es nicht immer nur um 'höher, schneller, weiter' geht, wie im Leistungssport, sondern um die Unterhaltung. Auch wenn die Knochen im Alter ermüden, stehen mir die Bühnen dieser Welt weiterhin offen."

Von Friederike Steemann

www.josephine-artistik.de

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