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Potsdam baut schneller als Hamburg

Pro Potsdam baut Potsdam baut schneller als Hamburg

Die Landeshauptstadt ist Spitze im Wohnungsbau: Potsdam errichtet pro 1000 Einwohner jährlich 9,4 Wohnungen – das sind mehr als doppelt so viele wie Berlin, Hamburg und andere Metropolen schaffen.

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Fünf Häuser entstehen am Tiroler Damm.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Waldstadt. Potsdam schlägt Berlin und Hamburg um Längen – zumindest was das Thema Wohnungsbau angeht. Beim Richtfest für eine neue Wohnanlage mit 95 Wohnungen am Tiroler Damm in der Waldstadt hat Baustaatssekretärin Ines Jesse (SPD) am Montag in ihrer Rede Statistik-Zahlen präsentiert, die zeigen, dass Potsdam in dieser Disziplin weit vorn liegt.

Die Landeshauptstadt errichtet – relativ gesehen – mehr als doppelt so viele Wohnungen wie Berlin oder Hamburg. Das belegt eine Studie des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) für das Jahr 2016. Während Berlin pro tausend Einwohner 3,7 Wohnungen fertigstellt, sind es in Hamburg 4,1 Wohnungen. In Potsdam kommt man auf 9,4 Wohnungen.

2500 Wohnungen bis 2027

Pro-Potsdam-Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius nannte das Quartier am Tiroler Damm am Montag einen „wichtigen Meilenstein“ für das Neubauprogramm der kommunalen Immobilienholding. Bei einem zweiten Projekt in der Nachbarschaft – Am Moosfenn – wurde Ende November Richtfest gefeiert.

„Bis 2027 wollen wir insgesamt 2500 Wohnungen in Potsdam bauen, tausend davon gefördert“, sagte Müller-Zinsius. Auf dem Grundstück am Tiroler Damm entstehen fünf Wohnhäuser nach Plänen des Architekturbüros „Galandi Schirmer“. Kostenpunkt: Rund 16 Millionen Euro. In das Vorhaben fließen Landesfördermittel in Höhe von elf Millionen Euro. „Das bedeutet, dass 75 Prozent der Wohnungen mietpreis- und belegungsgebunden sein werden und mit Mieten von 5,50 bis sieben Euro pro Quadratmeter den berechtigten Haushalten mit geringem Einkommen zugute kommen“, hob Müller-Zinsius hervor. Sowohl Land als auch Bund würden in den nächsten Jahren Fördermittel zur Verfügung stellen, erklärte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). „Aber was nützen Fördermittel, wenn man sie nicht nutzt?“, appellierte er an potenzielle Bauherren.

Richtfest am Tiroler Damm Potsdam

Richtfest am Tiroler Damm Potsdam: Alphornbläser Hans Hüfler (r.) mit Baustaatssekretärin Ines Jesse (SPD, l.), Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos, 2.v.l.) und Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD, 2.v.r.).

Quelle: ProPotsdam

Alle Wohnungen mit Balkon

Am Tiroler Damm sind fünf fünfgeschossige Häuser geplant, in denen hauptsächlich Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen Platz finden sollen. Alle Wohnungen haben einen Balkon. Für ältere und gehbehinderte Menschen stehen Aufzüge zur Verfügung. Laut Müller-Zinsius ist die Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum sehr hoch. Fahrradhäuser und Spielflächen komplettieren das Angebot für die künftigen Bewohner der Häuser. Im zweiten Quartal 2019 soll alles fertig sein.

Vor dem Baustart wurden 138 Garagen abgerissen, die früher auf dem Grundstück standen. Die Pro Potsdam hatte zuvor mit den Garagenvereinen Unter den Eichen und Meisenweg vereinbart, dass die Ex-Garagenmieter dort „eine vorrangige Nutzungsmöglichkeit bekommen“, erläuterte Sprecherin Beulshausen.

Richtfest mit Alpen-Flair

Zum Richtfest am Montag hatte die Pro Potsdam weder Fantasie noch Mühen gescheut, um fast originales Alpen-Flair zu zaubern. Sogar ein Alphorn-Ständchen gab es zum Auftakt. Der Herr am Alphorn – der Musiker Hans Hüfler – erwies sich zwar nicht als waschechter Bergbewohner, dafür aber als ausgesprochen kreativer Flachlandtiroler, sprich: Potsdamer. Das 4,80 Meter lange Horn hat der Saxofonist und Trompeter eigenhändig nach Anleitung gebaut – aus PVC-Abflussrohren. „Den Bauplan kann man sich im Internet beschaffen“, erläuterte er. Die Straße Tiroler Damm verdankt ihren Namen wohl den Flößern, die auf der Nuthe Baumstämme transportierten und angeblich aus Österreich stammten.

1984 hatte man auf dem Areal das Skelett eines Rindes aus der letzten Eiszeit um 9000 vor Christus gefunden, ebenso wie Spuren von Menschen aus der Steinzeit.

Von Ildiko Röd

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