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Imkern jenseits Wald und Wiese

Bienen am Kleinmachnower Rathaus und auf dem Mercure Imkern jenseits Wald und Wiese

Wald und Wiese? Pusteblume! An ungewohntem Ort stehen seit Kurzem Bienenstöcke in Kleinmachnow und Potsdam. Im Rathaus und auf dem Dach des Hotel Mercure summt es seither gewaltig. Ein Besuch bei den Vorstadtbienen.

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Imkern am Abgrund – für Hotelchef Marco Wesolowski kein Problem. Auf dem Dach des „Mercure“ haben 40000 Bienen ein Zuhause gefunden. Ihr Erntegebiet ist der Lustgarten.

Quelle: Bernd Gartenschläger.

Kleinmachnow. Um viele tausend fleißige Arbeiterinnen reicher ist das Rathaus Kleinmachnow seit Ende April. Reger Betrieb herrscht in zwei Bienenstöcken auf der Büro-Terrasse von Bürgermeister Michael Grubert (SPD). Für den Kleinmachnower Imker Bodo Wackrow, er hat die Völker samt Königinnen dort angesiedelt und betreut sie, ein „schönes Projekt“. Ab 14 Uhr ist hier Rush Hour, berichtet Grubert, dann fliegen die fleißigen Bienen in Scharen zu den zahlreichen Bäumen im Umfeld des Rathausmarktes. Bevorzugt steuern sie Obstbäume, Linden und Kastanien an, kehren zurück mit dicken Pollenhöschen. – Fast ziegelrot leuchtet die einer heimkehrenden Biene. „Die kommt gerade von der roten Kastanie“, erklärt Wackrow. Seit 30 Jahren ist der 75-Jährige, früher war er für die Flugzeugwartung bei Interflug zuständig, bereits als Imker aktiv. Seit einigen Jahren führt er den Vorsitz im „Imkerverein Region Teltow“.


Auf dem Balkon des Kleinmachnower Bürgermeisters hat Imker Bodo Wackrow zwei Bienenvölker angesiedelt.

Auf dem Balkon des Kleinmachnower Bürgermeisters hat Imker Bodo Wackrow zwei Bienenvölker angesiedelt.

Quelle: Konstanze Wild

Mit vier Völkern fing er einst an. Heute betreut er zehn. An der Imkerei interessiert ihn die handwerkliche Seite genau wie das faszinierende Zusammenspiel der vielen tausend Bienen, die ein Volk bilden, sagt der geborene Mecklenburger. Er erzählt vom Tanz der Bienen, einer Art Kommunikation, mit der sie ihren Artgenossinnen Entfernung und Richtung der Futterquelle anzeigen. Er betont, dass die gefürchtete Varroa-Milbe, die auch Viren überträgt, bislang nur durch gutes Imkern eingedämmt werden kann. Und schließlich, dass Bienen durch Auslese und Zucht heute oft wenig aggressiv sind. Besonders die Carnica-Biene habe den Ruf fleißig und friedlich zu sein. Darauf vertraut auch der Bürgermeister und rückt zum Foto mutig ganz nah ans Bienenhaus.

Auf der Terrasse über dem Rathausmarkt haben sich die Bienen schnell eingelebt. „Sie haben die Umgegend erkundet und sich darauf programmiert“, sagt Wackrow. Auch Gärten, Sträucher und Balkonblumen steuern sie an. Das Ganze ergibt dann die Frühtracht. Eine Probe zeigte jüngst: 30 verschiedene Pollen hatte das Volk zusammengetragen. Und mit einem Wassergehalt von nur 16,5 Prozent habe der Honig eine sehr gute Qualität. Ob der „Kleinmachnower Rathaushonig“ später noch ein spezielles Etikett umgehängt bekommt, darüber denke man gerade nach. Ein schönes Gastgeschenk und Souvenir der Verwaltung wird er allemal sein.

Mit seinem Wunsch, Bienen an ungewohnte Orte in die Stadt zu holen, ist der Kleinmachnower Bürgermeister nicht allein. Seit einer Woche leben zwei Völker – fünf solle es werden – in luftiger Höhe von 60 Metern auf dem Dach des Potsdamer Hotel „Mercure“. Von dort, oberhalb der 17. Etage, schwärmen sie nun in Lustgarten, Freundschaftsinsel und nahe Gartenkolonien aus. Katharina Wesolowski, Frau des Hotelchefs, betreut die Stadtbienen – oder Vorstadtbienen, schaut man auf das große Berlin, wo das Imkern gerade hip ist. Der erste Mercure-Honig soll übrigens auf dem Frühstücksbuffet der Hotelgäste landen.

Ein wenig Pech hatte Lutz Lehmann vom „Café im Volkspark“ mit seinen Bienen. Drei Völker hatte er im vergangenen Jahr am Nomadenland angesiedelt, „auch guten Honig geerntet“. Doch nach dem Winter waren sie verschwunden. „Ob es die Varroa-Milbe war oder ob sie auf und davon sind“, wissen wir nicht, sagt Lehmann. Gemeinsam mit Kompagnon Alexander Wietschel hat er nun zwei neue Völker in den Volkspark gebracht. Sie bereichern auch das dort angesiedelte „Grüne Klassenzimmer“. Also dann: Auf die Pollen, fertig, summ!

Von Konstanze Wild

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