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Potsdam Landtagskurve: Die Angst fährt mit
Lokales Potsdam Landtagskurve: Die Angst fährt mit
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18:08 13.11.2018
Radfahrer biegen in die Landtagskurve ein. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Der von Radfahren und Fußgängern gemeinsam genutzte Weg am Landtag zwischen Humboldt- und Breiter Straße entwickelt sich zum Unfallschwerpunkt. In der Antwort auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Steeven Bretz zu Fahrradunfällen in Potsdam teilt die Landesregierung mit: „Definierte Unfallhäufungsstellen zu Verkehrsunfällen mit Fahrradfahrern existieren in der Stadt Potsdam nicht.“ Das aktuelle Unfallgeschehen erstrecke sich vielmehr „über das gesamte Stadtgebiet“. Dann aber folgt die Einschränkung: „Eine gewisse Auffälligkeit von Unfällen mit Beteiligung von Fahrradfahrern ist allerdings im Bereich Breite Straße/Übergang Lange Brücke bekannt.“

Seit der sogenannten Verschwenkung der Breiten Straße im Jahr 2010, die vorher teilweise über den Grundriss des Stadtschlosses führte, teilen sich Radfahrer und Fußgänger den Weg neben der Straßenbahntrasse in beide Richtungen ohne weitere Regelungen zur Verkehrsführung. Die Stadt verlässt sich auf den Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung, der allen Verkehrsteilnehmern Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme nahe legt. An den Eingängen zur Landtagspassage mahnen Gebotsschilder mit Fußgänger- und Radfahrerpiktogrammen: „Gemeinsam mit Rücksicht.“

Dennoch kracht es auf diesem Wegabschnitt immer wieder – und immer häufiger. 2013 kam es in dem Abschnitt nach Angaben von Polizeisprecherin Juliane Mutschischk zu drei Unfällen mit Radfahrern. 2014 und 2016 waren es vier Unfälle, 2015 noch einmal drei, 2017 erstmals fünf. 2014 hatten die Linken in der Stadtverordnetenversammlung für den Abschnitt die Markierung eines Radwegs beantragt. Die Verkehrsfläche sei „relativ eng“ und „durch die untypische Musterung der Oberfläche unübersichtlich“. Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern hätten „schon zu Unfällen mit Personenschaden geführt“, hieß es in der Begründung.

Der Antrag wurde in dieser Fassung abgelehnt, weil der Platz für die Markierung eines Radwegs im Zwei-Richtungsverkehr neben dem Fußgängerweg zu knapp sei und ein „eigener Bereich für Radfahrer eher dazu führen“ würde, „dass diese ihre Geschwindigkeit beschleunigen“. Ersatzweise wurde die Verwaltung beauftragt, „prüfen zu lassen, wie die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöht werden kann“. Teil des Auftrages: „Aufstellen eines Schildes“.

In seiner Anfrage bezog sich der Abgeordnete Bretz auf einen Bericht der MAZ, nach dem die Anzahl von Fahrradunfällen in Potsdam in den vergangenen Jahren deutlich zunahm, während die Anzahl der Verkehrsunfälle insgesamt zurück ging. Als „zynisch und inakzeptabel“ bezeichnete Bretz, dass die Landesregierung die Entwicklung auch mit der überdurchschnittlichen Zunahme des Anteils von Radfahrern am Verkehrsgeschehen begründet. „Denn der Umstieg auf das Fahrrad wird in der Stadt von Verantwortungsträgern schlicht als Lösungsteil des Potsdamer Verkehrsproblems propagiert“, so Bretz. Dafür aber brauche es „sicher ausgebaute Radwege und eine durchdachte Verkehrsführung“.

Rathaussprecher Stefan Schulz verwies am Dienstag auf MAZ-Anfrage zur Landtagskurve auf eine 2016 durchgeführte Sicherheitsuntersuchung: Im Ergebnis dieser Prüfung „bleibt es beim Abschnitt zwischen Humboldtstraße und Filmmuseum bei einem gemeinsamen Geh- und Radweg; es gilt das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme. Daher auch das Schild ,Gemeinsam mit Rücksicht’“, so Schulz: „An diesem Ergebnis halten wir fest. Beabsichtigt ist aber, die Kurve Lange Brücke/Humboldtstraße für Radfahrer so anzupassen, dass sie weniger eng verläuft.“

Von Volker Oelschläger

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