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Potsdam In Fahrland fehlen Grundschulplätze
Lokales Potsdam In Fahrland fehlen Grundschulplätze
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13:46 22.02.2017
„Kurze Beine, kurze Wege“ gilt in Potsdam noch nicht überall. Quelle: Foto: dpa
Fahrland

Nicht nur in Babelsberg, auch in den Potsdamer Ortsteilen sind Grundschulplätze knapp. Aktuell ärgern sich Eltern, weil die Regenbogenschule in Fahrland nicht genug Kapazitäten hat. In diesem Jahr lebten 102 Kinder im Einzugsbereich, es gebe aber nur 50 Plätze für Erstklässer, schreibt eine Mutter bei Facebook. Die nächste öffentliche Grundschule, die Hanna-von-Pestalozza-Schule in Groß Glienicke, ist neun Kilometer entfernt und sei ebenso überlaufen. Ziel der Eltern: Die Eröffnung einer dritten ersten Klasse in Fahrland.

„Der Fachbereich Bildung und Sport hat seit dieser Woche Kenntnis darüber, dass sich an der Regenbogenschule eine Übernachfrage an Schulplätzen abzeichnet“, bestätigt Stadtsprecherin Friederike Herold. Sollte sich die Übernachfrage in weiteren Verfahren bestätigen, könne die Eröffnung einer weiteren Klasse notwendig werden. Das würde laut Herold aber bedeuten, dass auch die Hortkapazität erweitert werden müsste. Am Schulstandort seien aber keine zusätzlichen Hortplätze verfügbar. Die Stadt als Schulträger, das Staatliche Schulamt, das Jugendamt und der Hortträger müssten dann eine Lösung finden.

In Groß Glienicke ist die Situation besser

Anmeldewünsche aus Fahrland oder auch Berlin habe sie bislang nicht, sagt die Rektorin der Pestalozza-Grundschule in Groß Glienicke, Grit Meinhold. „Überlaufen“ sei ihre Schule nicht. Womöglich kommen aber noch Anmeldungen nach: Bis 28. April werden die Unterlagen bei abgelehntem Erstwunsch an die Zweitwunschschulen weitergeleitet. 50 Erstklässler in zwei Klassen können aufgenommen werden. Bislang, sagt Grit Meinhold, sehe es so aus, dass jedes Kind aus Groß Glienicke mit Erstwunsch einen Platz an ihrer Schule bekommen wird.

In die Online-Debatte um den Platzmangel in Fahrland hat sich auch der Potsdamer Bundestagsabgeordnete Norbert Müller (Linke) eingeschaltet. „Das ist das Ergebnis von chaotischer Stadtpolitik in Potsdam und fehlendem Verständnis für eine gute Stadtentwicklung“, kommentiert er den Beitrag der Mutter. „Jetzt fehlt es in den wachsenden Ortsteilen an allem; Kitaplätze, Schulen und Einzelhandel“, so Müller weiter.

Tatsächlich sind die Potsdamer Ortsteile mit Schulen nicht gut versorgt. Außer in Fahrland und Groß Glienicke gibt es nur in Eiche eine staatliche Grundschule. Freie Träger springen in die Versorgungslücke. In Marquardt bietet die Neue Grundschule wohnortnahe Schulplätze. Die Awo-Grundschule Marie Juchacz, die derzeit provisorisch in Eiche untergebracht ist, will im kommenden Schuljahr im Neubau in Golm an den Start gehen.

Von Marion Kaufmann

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