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In Potsdam daheim, in der Welt zu Hause

Einbürgerungsfeier in Potsdam In Potsdam daheim, in der Welt zu Hause

Potsdam versteht sich traditionell als weltoffen. Seit 1990 hat die Landeshauptstadt 2600 Menschen aus 115 Ländern eingebürgert. Die meisten stammen aus der Ukraine, der Russischen Föderation, der Türkei, aus Polen und Vietnam. Doch nicht alle im Ausland geborenen Potsdamer haben auch einen Migrationshintergrund. Und nicht alle sind Ausländer.

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Die Einbürgerungsurkunde ist der krönende Abschluss eines langen Weges.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Für 18 Menschen aus 14 Nationen war der gestrige Mittwoch ein ganz besonderer Tag: In einer Feierstunde im Rathaus überreichte ihnen der Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung Mike Schubert (SPD) die Einbürgerungsurkunden. Die neuen deutschen Staatsbürger stammen aus Afghanistan, Argentinien, Armenien und Aserbaidschan, aus China, Großbritannien, Indien und Kamerun, aus Kenia, Mexiko, der Mongolei und aus Österreich, aus der Russischen Föderation und aus der Ukraine.

Potsdam versteht sich traditionell als weltoffen und bürgert seit vielen Jahren ein. Allein im vergangenen Jahr wurden in der Landeshauptstadt 131 Einbürgerungsurkunden überreicht. „Potsdam war immer eine tolerante, aufnahmefreundliche Stadt, in der sich eben viele verschiedene Einwanderergruppen integrierten. Das wird auch in Zukunft so sein“, sagte Mike Schubert.

Mehr als 20.000 Einwohner mit Migrationshintergrund

Die Übergabe der Einbürgerungsurkunden ist der krönende Abschluss eines meist langen Weges. Seit 1990 sind etwa 2600 Menschen aus 115 Ländern in Potsdam eingebürgert worden. Die meisten stammen aus der Ukraine, der Russischen Föderation, der Türkei, aus Polen und Vietnam. Insgesamt leben in Potsdam derzeit mehr als 2400 zugewanderte Deutsche, auch Eingebürgerte genannt. Sie gehören zu den mehr als 20 000 Einwohnern mit Migrationshintergrund – ein oft gebrauchter, mitunter verwirrender Begriff.

Für die Statistiker hat ein Mensch einen Migrationshintergrund, wenn er selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Dazu zählen also nicht nur Ausländer, Eingebürgerte und Spätaussiedler, sondern auch ihre als Deutsche geborenen Nachkommen.

Die Vielfalt der Potsdamer ist nachzulesen

Wie genau sich die Potsdamer Einwohnerschaft zusammensetzt, hat die Landeshauptstadt jüngst für ihr Integrationsmonitoring untersuchen lassen. Ein Blick in den 80-seitigen Bericht, der für jedermann www.potsdam.de einzusehen ist, lohnt. Wer sich von Tabellen und Diagrammen nicht abschrecken lässt, dem offenbart sich die Vielfalt der Potsdamer Bevölkerung. Ein Beispiel: Mit Stichtag 31. Dezember 2016 zählte Potsdam genau 171 597 Einwohner. Die meisten von ihnen – rund 153 726 – sind auch in Deutschland geboren. 13 779 haben indes im Ausland das Licht der Welt erblickt und 7176 in den ehemaligen deutschen Ostgebieten (vor dem 23. Mai 1949). Wer aber im Ausland geboren wurde, hat nicht automatisch einen Migrationshintergrund und gehört ebenso wenig zwingend zur Gruppe der Ausländer. So gelten 327 der im Ausland geborenen Potsdamer als Deutsche ohne Migrationshintergrund – es handelt sich etwa um Diplomaten- und Urlaubskinder. Das Prinzip gilt auch im Umkehrschluss: So gelten von den in Deutschlang geborenen 153 726 Einwohnern „nur“ 145 144 als Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Der Weg zum deutschen Pass ist lang

Der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft richtet sich nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz. Darin ist geregelt, welche Bedingungen für den Erhalt der deutschen Staatsangehörigkeit zu erfüllen sind.

Zu den Bedingungen zählt unter anderem, dass der Bewerber über ausreichend Kenntnisse der deutschen Sprache, der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügt.

Die Betreffenden erwerben mit der Einbürgerung eine Vielzahl von Rechten und Pflichten, die im Grundgesetz der BRD und in der Verfassung des Landes Brandenburg verbrieft und ausschließlich deutschen Staatsangehörigen vorbehalten sind.

Dazu gehören beispielsweise das Recht zu wählen und gewählt zu werden, das Recht auf Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union, das Recht auf selbständige Erwerbstätigkeit und der Schutz vor Ausweisung und Auslieferung in und an andere Staaten.

Von Nadine Fabian

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