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In Potsdam fehlen 1000 Kitaplätze

Potsdam aktualisiert die Planung In Potsdam fehlen 1000 Kitaplätze

Potsdam benötigt im laufenden Kitajahr mehr als 1000 zusätzliche Kita- und Hortplätze. Das ist die Kernaussage der Kita-Bedarfsplanung, die am Mittwochabend im Finanzausschuss vorgestellt wurde. Demnach gibt es einen Maximalbedarf von fast 19.500 Plätzen - bei einem aktuellen Angebot von knapp 18.400 Plätzen.

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Kinder spielen von Betreuerinnen angeleitet mit Fingerfarben. 200 Plätze sind in Potsdam unbesetzt, weil den Häusern das Fachpersonal fehlt.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Landeshauptstadt benötigt noch im laufenden Kitajahr 2017/18 mehr als 1000 zusätzliche Kita- und Hortplätze. Der Finanzausschuss hat am Mittwoch den von der Verwaltung vorgelegten Kita-Bedarfsplan bestätigt, nach dem für 2017/18 ein „voraussichtlicher Maximalbedarf“ von 19 491 Plätzen in der Kindertagesbetreuung besteht. Dem steht ein Angebot von 18 354 Plätzen gegenüber. Zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrages sei deshalb „ein Plus von 1137 Plätzen dringend für die Befriedigung von unvorhergesehenen Bedarfen erforderlich“.

Jugendamtsleiter Raimund Tölke bestätigte auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Pete Heuer, dass ein Rechtsanspruch auf eine Kitaplatzversorgung erst am dem vollendeten ersten Lebensjahr besteht.

Der rasant wachsende Bedarf an zusätzlichen Kita-Plätzen ist laut Tölke auf eine Vielzahl von Faktoren zurück zu führen. Dazu zählen das die Prognose übertreffende Bevölkerungswachstum, die Asyl- und Flüchtlingsmigration, das Auslaufen des Betreuungsgeldes, der sehr hohe Anteil von Erwerbstätigen in Potsdam und die Auswirkungen der 2016 aktualisierten Elternbeitragssatzung. Rund 700 Kita-Plätze seien aktuell nicht verfügbar, weil Einrichtungen saniert würden oder ihr Konzept verändert hätten. Weitere rund 200 Plätze können laut Tölke wegen fehlenden Fachpersonals nicht belegt werden.

Aktuell gibt es in Potsdam 121 Einrichtungen, die von 48 freien Trägern betrieben werden. Hinzu kommen „Andere Kinderbetreuungsangebote“ (Aki), Eltern-Kind-Gruppe, Kurzzeitkinderpflegen und Tagespflegen. Rund 3900 Betreuungsplätze werden in Potsdam für Kinder von 0 bis 3 Jahren bereit gehalten, rund 6400 Plätze für Kinder im Vorschulalter sowie rund 8000 Plätze für Hortkinder.

Bis 2022 sollen in Potsdam laut Kita-Bedarfsplanung weitere 31 Einrichtungen mit insgesamt 3740 Plätzen eröffnet werden. Mit dem Oberlin-Hort in der Kaiser-Friedrich-Straße (72 Plätze), der AWO-Kita „Inselmäuse“ in der Burgstraße (37 Plätze), der Fröbel-Kita „Sausewind“ am Humboldtring und einer von der Kinderwelt betriebenen Kita Am Havelblick (110 Plätze) sollen 2018 die ersten vier Adressen neu hinzukommen.

Die meisten neuen Einrichtungen sind im Sozialraum I mit Marquardt, Krampnitz, Fahrland und Groß Glienicke geplant. Hier sollen bis 2022 acht Krippen, Kitas und Horte mit insgesamt 1126 Plätzen gebaut werden. Allein für Krampnitz sind zwischen 2020 und 2022 drei Kitas und ein Hort mit insgesamt fast 700 Plätzen geplant. Die Betreiber dieser Einrichtungen müssen noch gefunden werden, einstweilen ist der Entwicklungsträger Potsdam als Bauherr eingetragen. Zu den Kitas, für die noch kein Eröffnungszeitpunkt vermerkt ist, zählt ein Neubau unter Regie der Firma Semmelhaack in Fahrland mit 240 Plätzen.

Zweiter Schwerpunkt für neue Kitas ist mit 1012 Plätzen in zehn neuen Einrichtungen der Sozialraum II mit Golm, Eiche und dem Bornstedter Feld.

Jedes Jahr ein neuer Plan

Im Gegensatz zu anderen Kommunen aktualisiert Potsdam die Kita-Bedarfsplanung jährlich.

Das ist laut Jugendamtsleiter Raimund Tölke eine „große Herausforderung“, bewirke aber, dass die Stadt „immer hautnah am Geschehen“ sei.

Ab 2019 sollen Kita-, Hort- und Schulplanung gekoppelt erfolgen.

Von Volker Oelschläger

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