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In Potsdam lebt der Osten weiter

DDR-Markenware findet auf der "Ostpro"-Messe immer noch begeisterte Käufer In Potsdam lebt der Osten weiter

Neuzeller Bier, Brocken-Splitter, Thüringer Bratwurst ‒ Produkte aus DDR-Zeiten, die es noch immer gibt. Bei der "Ostpro"-Messe in der Babelsberger Metropolishalle gab es am Wochenende ein Wiedersehen mit altbewährten Produkten, und kaufen konnte man sie auch.

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Babelsberg. Schon vor der Halle erwarteten die Fans vertraute kulinarische Angebote: deftige Erbsensuppe aus der "Gulaschkanone" zum Beispiel, so beliebt, das die Erbsen pünktlich zum Ende der samstäglichen Mittagszeit alle waren. Und in der Eingangshalle ging es kulinarisch weiter: Gurken aus dem Spreewald gab es in verschiedensten Variationen zu kosten und zu kaufen.

Zwischen typische Ostprodukte, die viele offenbar gern wieder in ihren Haushalt aufnehmen wollen ‒ Mini-Einkaufsnetze aus Dederon in knallrot und gelb oder Eierkuchenmehl von "Komet" etwa ‒ mischten sich Waren, die sich wohl nur hartgesottene Liebhaber gönnen: Ob sich heute noch jemand Couchgarnituren kauft, wie sie genau so schon Klassiker im DDR-Wohnzimmer waren? Vielleicht, denn man konnte eine Reihe älterer Besucher sehen, die versonnen durch die Materialproben blätterten, mit denen diese Sitzmöbel ausgestattet werden.

Im Osten nichts Neues? Ja, und das ist auch gut so. Finden jedenfalls viele Konsumenten, die sich zwar zunächst nach der Wende von Westprodukten heiß machen ließen, aber dann doch wieder reumütig zum Altvertrauten wiederkehrten und seit damals den Ex-DDR-Waren – von Spee bis zu Sandmännchen-Produkten – die Treue halten. An diesem Wochenende war es wieder soweit: Die Ostpro-Messe kam in die Babelsberger Metropolis-Halle.

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Mehrere tausend Besucher ‒ die meisten deutlich über 40 ‒ tummelten sich zwischen den Ständen mit Blumenzwiebeln, Neuzeller Bier und Pittiplatsch. Die Metropolishalle war angenehm gefüllt zum Schlendern, Betrachten und Auswählen; man blieb nicht in Menschentrauben stecken, hatte Zeit.

In Potsdam nicht zum ersten Mal dabei ist Peter Henze mit seinem Stand voller nützlicher und originaler DDR-Waren. Der Renner: Die Mini-Einkaufsnetze aus Dederon. Besonders ältere Damen und Herren umlagern den Stand, aber auch jüngere können sich begeistern über die hosentaschentauglichen Netze.

"Das kenne ich alles noch von meiner Oma", freut sich Petra Dörfel und präsentiert voll Stolz einen Tropf-Stopper für Teekannen und einen zusammenfaltbaren Zahnputzbecher, der mit oder ohne integrierten Spiegel zu haben ist; natürlich muss auch das Kult-Einkaufsnetz mit.

Besonders gut vertreten ist das Bundesland Sachsen. Dort sind der Teigwaren-Hersteller "Riesa" und die Sächsische Wurstwaren Vertriebsgesellschaft Weinböhla zu Hause. Stollen und Striezel-Gebäck kommen aus Sachsen und Aufgussgetränke der Firma "Teehaus". "Früher gab es fast nur Schwarztee; heute kann man zwischen unendlich vielen Sorten Tees und Früchtetees wählen, das gab es in der DDR nicht", sagt Veronika Zetsch vom "Teehaus".

Die bekannten Ost-Firmen "Werder Ketchup" und "Bautzner Senf" suchte man auf der Ostpro allerdings vergeblich. Annemarie Tietz aus Teltow war wegen "Ata-Scheuerpulver" gekommen. "Das kriegst du sonst nirgendwo", sagte sie enttäuscht nach langer Suche: "Im letzten Jahr war alles noch viel größer, da konnte ich das hier noch kaufen."

Von Friederike Steemann

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