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Potsdam Lügen-Vorwürfe gegen christliche Stiftung
Lokales Potsdam Lügen-Vorwürfe gegen christliche Stiftung
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09:57 31.07.2015
Nur noch das Bitte-langsam-fahren-Männlein und ein paar verlassene Wimpel künden von der Kita. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Es war ein Schock für Eltern und Kinder. Die St. Nikolai Kita in der Friedrich-Ebert-Straße sollte eigentlich erst zum Monatsende schließen, dann war überraschend schon eine Woche vorher Schluss. „Da wurde meiner Tochter buchstäblich das Klettergerüst unter den Händen abgebaut!“, empört sich eine Mutter.

Der Schließung vorausgegangen war ein jahrelanger Streit zwischen den Trägern der Kindertagesstätte – zunächst die Diakonie, nach deren Insolvenz im Jahr 2013 die Hoffbauer Stiftung – und dem Vermieter der Einrichtung. Schon 2013 wurde der Mietvertrag des Kindergartens gekündigt; der Grund sollen ausstehende Mietzahlungen gewesen sein.

Kampf der Eltern hatte zunächst Erfolg

Daraufhin wurde St. Nikolai aus dem städtischen Kita-Bedarfsplan gestrichen – die Eltern gingen daraufhin auf die Barrikaden. Zunächst mit Erfolg: statt, wie ursprünglich vorgesehen, im Sommer 2014 musste die Kita erst im Juli 2015 schließen. Diesmal wurde der Mietvertrag von der Hoffbauer Stiftung gekündigt. „Die Schließung dieser Einrichtung ist schmerzlich und schade, aber unumgänglich“, sagt Hoffbauer-Sprecherin Heidrun Spengler, „die ständigen Mieterhöhungen seitens des Vermieters ließen uns keine andere Wahl. Wir können keine Luxusmieten finanzieren.“

Zwar kann auch Heidrun Spengler die nun erfolgte noch frühere Schließung nicht erklären, betont aber, diese sei grundsätzlich keineswegs überraschend gekommen. Jugendamt und Eltern seien lange informiert gewesen. Zudem habe die Hoffbauer Stiftung allen Eltern Ersatzplätze für ihre Kinder in anderen Hoffbauereinrichtungen angeboten. „Ein schlechter Witz“, so eine Mutter gegenüber der MAZ, „ich musste Leute beknien, damit meine kleine Tochter irgendwo unterkommt und sollte dann noch unzumutbar lange Fahrtzeiten auf mich nehmen. Auch diese so genannte Luxusmiete ist eine glatte Lüge.“

Platz für Möbel, aber nicht für KInder?

Sie legt ein Angebot des Vermieters über einen neuen Mietvertrag vor – er fordert dort weniger als 10 Euro pro Quadratmeter, während der Kita-Träger die Miete etwa doppelt so hoch benennt.

Die Eltern sind wütend: „Hoffbauer hat uns verraten und verkauft. Sogar Einbauten in der Kita, die privat finanziert wurden, haben die raus getragen und in einen anderen Kindergarten gebracht. Es gibt wohl keinen Platz für die Kinder, nur für die Möbel.“ Der Streit um die St. Nikolai Kita scheint noch nicht ausgestanden, doch die Türen des 1826 eröffneten und damit bisher ältesten Kindergartens der Stadt bleiben für immer geschlossen.

Von Saskia Popp

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