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In Potsdams Bussen bleibt es eng

Öffentlicher Nahverkehr In Potsdams Bussen bleibt es eng

Elfmal gab es 2016 in Potsdam Beschwerden, weil Frauen mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer mangels Platz nicht von Bussen mitgenommen wurden. Die Stadtverordneten haben den Verkehrsbetrieb daraufhin beauftragt, eine Erweiterung der Kapazität auf den betroffenen Linien zu prüfen. Jetzt liegt das Ergebnis vor.

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Potsdams Busse bekommen keinen zusätzlichen Platz für Kinderwagen und Rollstühle.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Immer wieder einmal werden Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer von Busfahrern des Verkehrsbetriebes abgewiesen, weil der Platz im Fahrzeug nicht reicht. Auf Stadtverordnetenbeschluss sollte deshalb geprüft werden, „wie ... zusätzliche Stellplätze für Rollstühle und Kinderwagen angeboten werden können“. Jetzt liegt das Ergebnis vor: es fällt negativ aus.

Für Schlagzeilen sorgte im vergangenen Jahr vor allem der Fall der Mandy Schünke (damals 37), die im Sommer 2016 mit ihrem zweijährigen Sohn, Kinderwagen und hochschwanger gleich mehrfach nicht mitgenommen wurde. Im November wiederholte sich der Vorgang: Wieder wollte ein Busfahrer am Kaiserplatz die Frau – nun mit zwei Kindern und Kinderwagen – im Regen stehen lassen. Doch sie wehrte sich, Fahrgäste halfen der Familie in den Bus. Der Fahrer verweigerte zehn Minuten die Weiterfahrt, bis er nach einem längeren Telefonat einlenkte und anfuhr.

Mandy Schünke geriet mehrfach mit dem Busfahrer aneinander

Mandy Schünke geriet mehrfach mit dem Busfahrer aneinander.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Neun Kundenbeschwerden gab es beim Verkehrsbetrieb 2016 wegen „nicht erfolgter Mitnahme von Fahrgästen mit Kinderwagen und/oder Rollstuhlfahrern aufgrund der Belegung der Funktionsbereiche“. Ein Fall habe sechs Rollstuhlfahrer betroffen, die zu einer Schulung wollten: Nur zwei von ihnen konnten mit. Beschwerden gab es auf den Linien 693, 606, 605 und der von Mandy Schünke genutzten 609. Zwei weitere Fälle im Stadtgebiet gab es darüber hinaus in der Regionalbuslinie der Regiobus Potsdam-Mittelmark GmbH.

Auf Antrag der Linken beauftragten die Stadtverordneten die Verwaltung im Juni dieses Jahres, die Einrichtung „zusätzlicher Stellplätze für Rollstühle und Kinderwagen ... vorzugsweise für die Linien zu prüfen, wo wiederholt Fahrgäste mit Rollstühlen und Kinderwagen wegen Überfüllung zurückgelassen werden mussten“. Die Prüfung sollte „nachträgliche Umbauten von Fahrzeugen“ sowie „Berücksichtigung bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen“ einschließen.

Nach einer der MAZ vorliegenden Mitteilung für die Stadtverordneten ist kurzfristig allerdings keine Änderung zu erwarten, wird es keine Umbauten an den Fahrzeugen der betreffenden Linien geben. „Unter Berücksichtigung aller Kundengruppen ... sowie der benötigten Kapazitäten stellt das gegenwärtige Kontingent an Sondernutzungsflächen von je zwei in den Gelenkbussen und einer in den Solobussen die geeignetste Lösung dar“, schreibt die Verwaltung: Eine „gesonderte Betrachtung“ erfolge „im Zuge künftiger Ersatzbeschaffung“.

Verwiesen wird darauf, dass die Interessen aller Nutzergruppen berücksichtigt werden müssten: „Maßgeblich für die grundsätzlich zulässige und erwünschte Beförderung von Kinderwagen und Rollstühlen ist, dass durch Beförderung keine Verminderung der Verkehrssicherheit eintritt. Die fallweise Entscheidung über die Mitnahmen liegt beim Betriebspersonal.“

Eine kurzfristige Erweiterung der Platzkapazitäten wird hingegen für die Straßenbahnen angekündigt. „Auch bei der Beschaffung der bestehenden Niederflur-Straßenbahnen war die Installation von Mehrzweckbereichen ein Bestandteil der Leistungskriterien. Dabei wurde bei den zuletzt eingesteuerten Straßenbahnen vom Typ Variobahn die Anzahl der Mehrzweckbereiche von zwei auf drei erhöht.“

Von Volker Oelschläger

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