Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam In Teltow wird Knorpelgewebe gezüchtet
Lokales Potsdam In Teltow wird Knorpelgewebe gezüchtet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:34 24.10.2016
Die Firma Codon in Teltow stellt Produkte für die Behandlung von Knorpelschäden her. Hier eine Laborantin im Reinraum. Quelle: Stephan Laude
Anzeige
Teltow

Jahrelang machte das börsennotierte Teltower Biotechnologie-Unternehmen Codon AG durch relativ undurchsichtige Gesellschafter aus Zypern mit russischem Hintergrund und internen Machtkämpfen von sich reden. Inzwischen stehen offenbar solidere Zeiten an. Die Firma, die sich mit einem Verfahren zur Züchtung von organischem Knorpelgewebe aus körpereigenen Zellen etwa für Kniegelenke zumindest auf dem deutschen Markt etabliert hat, kann mittlerweile auf einen führenden Hersteller medizinischer Hilfsmittel als Fadenzieher im Hintergrund setzen.

Seit kurzer Zeit hält die im thüringischen Zeulenroda ansässige Bauerfeind AG etwas über 25 Prozent der Aktien. Der rund um den Globus nicht nur Spitzensportlern vertraute Bandagen- und Orthopädie-Produzent hat damit mehr als nur eine stützende Funktion als Anteilseigener. Der neue Hauptaktionär besitzt nun eine Sperrminorität, die sämtlichen Entscheidungen die Richtung weisen kann. Mit nur etwas mehr als 14 Prozent der Anteile ist der Einfluss des Vorstandsmitglieds des Bundesverbandes der pharmazeutischen Industrie Bernd Wegener dagegen begrenzt.

Der neue strategische Investor verfolgt mit seinem Engagement auch mehr als eine „Idee, die gerade dem Zeitgeist entspricht“, wie Vorstandschef und Gründerenkel Hans B. Bauerfeind sagt. Zusammen mit den eigenen Produkten sehe das Unternehmen einen „grundsätzlichen Ansatz für eine ganzheitliche Therapie“. Auch Codon baut auf eine elementare Partnerschaft und hofft auf die Position von Bauerfeind im europäischen Markt. Vorstandschef Dirk Hessel spricht von einem „langfristig orientierten Ankerinvestor“ mit „langjähriger internationaler Erfahrung“ und „großen Schnittmengen“. Codon etabliere „sich zunehmend als ein führendes biopharmazeutisches Unternehmen im Bereich der personalisierten Medizin“.

Steigende Kurse an der Börse

Mit Hilfe von Reinraum-Technologie züchtet die börsennotierte Codon AG nach einer in Teltow entwickelten Methode aus Patienten entnommenen körpereigenen Zellen Knorpel-Transplantate. Die biologischen Ersatzteile kommen in durch Abnutzung oder auch Unfällen geschädigten Knie-, Hüft und Schultergelenken sowie Bandscheiben zum Einsatz.

Zwei Investmentgesellschaften aus Zypern – offenbar mit russischen Geldgebern im Rücken – hatten 2012 mehr als 25 Prozent der Codon-Anteile übernommen. Zudem gab es nach Umbesetzungen in Vorstand und Aufsichtsrat Sorgen um einen Ausverkauf der Technologie.

Die Investoren aus Zypern stiegen Anfang des Jahres wieder aus und verkauften ihre Aktien. Mit nicht ganz unbeträchtlichem Gewinn, wie die Entwicklung des Aktienkurses zeigt. Zwischen 2013 und 2015 hat sich der Wert eines Codon-Papiers an der Börse nahezu verdreifacht. Im Juli gaben Codon und Bauerfeind bekannt, dass das bereits 1929 gegründete Traditionsunternehmen mehr als 25 Prozent der Aktien der Teltower erworben hat.

Die von Codon entwickelte Heilungsmethode von Kniegelenk-, Hüft- und Bandscheibenschäden durch aus körpereigenen Zellen gezüchteten Knorpelprothesen soll nun bald auch im europäischen Ausland Erfolge feiern können. Die zur Zulassung auf EU-Ebene seit Jahren laufenden Studien gingen in die Abschlussphase und eine Genehmigung im europäischen Ausland sei noch im kommenden Jahr angestrebt, so Codon-Sprecher Matthias Meißner. Die zwölf Millionen Euro teuren Untersuchungen über Dosis und Wirksamkeit waren nötig geworden, nachdem neue europäische Richtlinien Exporte in andere EU-Länder unmöglich gemacht hatten. Mit Hilfe der Markterweiterung sollen die angelaufenen Verluste ausgeglichen und 2018 im Geschäftsabschluss eine „schwarze Null“ erreicht werden.

In Deutschland hat sich die Therapie mit Züchtungen aus körpereigenen Zellen dagegen inzwischen vielfach etabliert. Mehr als 10 000 Anwendungen der auch von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierten Methode habe es bislang bereits gegeben, nahezu neun von zehn mit Erfolg, so Meißner. Die Umsätze bei Codon sind zwar im ersten Halbjahr 2016 erneut gegenüber den ersten sechs Monaten 2015 um ein Fünftel auf knapp 3,1 Millionen Euro gestiegen, getrieben durch die Studienkosten und den forcierten Unternehmensausbau wuchsen aber auch die Verluste um mehr als 50 Prozent auf 1,2 Millionen Euro.

Auch die deutliche Unternehmenserweiterung geht vor allem auf die geplante EU-Erweiterung zurück. So wurde ein neuer Sitz für Geschäftsführung und Marketing im Zentrum Berlins aufgebaut. Aber auch die in Teltow angesiedelte Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Qualitätssicherung wurde vergrößert. Innerhalb Jahresfrist konnte die Belegschaft von zuvor 60 auf inzwischen 85 Mitarbeiter ausgebaut werden.

Von Gerald Dietz

Am frühen Sonntagmorgen ertappen Bundespolizisten in einer S-Bahn einen Taschendieb auf frischer Tat. Der Mann hatte einem schlafenden Fahrgast aus Potsdam das Smartphone aus der Hand gestohlen.

24.10.2016

Schon wieder Montag! Für viele beginnt heute die Arbeitswoche – für Detlef Knuth, den langjährigen Direktor des Potsdamer Naturkundemuseums, ist heute Feierabend. Der 65-Jährige wird am Vormittag feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Abschied nehmen heißt es heute auch auf der Zeppelinstraße – zwei Fahrspuren werden in Höhe Stadtheide gesperrt.

24.10.2016
Potsdam Potsdamer Pärchen gondelt ins Glück - Hotel + Riesenrad = Heiratsantrag

Karussells, bunte Lichter, Musik: Auf dem Rummel geht’s hoch her. Was aber die Potsdamer am Samstag auf ihrer Herbstkirmes erlebten, kommt wohl so schnell nicht wieder. Eine junge Frau hat ihrem Freund im Riesenrad einen Heiratsantrag gemacht. Die Frage aller Fragen prangte für halb Potsdam lesbar am Hotel „Mercure.“

24.03.2018
Anzeige