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Potsdam In den Froschkasten ziehen Wohnungen ein
Lokales Potsdam In den Froschkasten ziehen Wohnungen ein
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09:14 05.03.2018
Der altehrwürdige Froschkasten wird zum modernen Wohnhaus mit Eigentumswohnungen umgebaut. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Die Gartemann Bau hat die Immobilie 2017 von den Gastronomen Dieter Downer und Söhnen gekauft, die Bauplanung erstellt und saniert es jetzt denkmalgerecht mit den eigenen Handwerkern. „Im Haus und dem ausgebauten Dachgeschoss entstehen elf Eigentumswohnungen in einer Größe von 50 bis 120 Quadratmetern, die alle schon verkauft sind. Eine Wohnung wird behindertengerecht sein“, sagt Geschäftsführer Michael Gartemann, der etwa vier Millionen Euro in das Projekt investiert. Gerne hätte er das Traditionslokal erhalten, doch er fand keinen Betreiber, der mitinvestiert hätte. Alle Wohnungen erhalten Balkons oder Terrassen, im Hof wird es einen Kinderspielplatz und zwei Parkplätze geben. „Die Fertigstellung ist für den Spätsommer 2018 geplant“, ergänzt Tochter Carolin Gartemann, die mit ihrem Vater zusammen den Familienbetrieb führt.

Im Zuge der Rekonstruktion der Kiezstraße, die von 1978 bis 1983 durch den VEB Stadtbau komplex saniert und modernisiert wurde, erhielt das Haus einen Anbau. Am 10. April 1981 wurde die HO-Gaststätte „Froschkasten“ zu Ehren des X. Parteitages der SED der Öffentlichkeit übergeben. Das Lokal, das 41 Jahre geschlossen war, besaß jetzt zwei Gasträume mit rund 70 Plätzen, die der VEB Handelstechnische Anlagen Wildau nostalgisch ausgestattet hatte. Das solide Büfett nebst Tresen und dekorativer Schanksäule, das Plüschsofa, der Regulator, das alte Grammophon und die Bilder mit historischen Stadtansichten vermittelten Altberliner Flair. Eine besondere Attraktion aber war das elektrische Klavier, das die Gäste mit seinen Klängen – Ohrwürmer aus den 1920er und 30er Jahren – erfreute.

Einen Platz zu bekommen, war nicht immer leicht

Objektleiter Hans Kuchenbecker und seine Frau Karin sorgten mit ihren Mitarbeitern für das leibliche Wohl der Gäste. Die Speisekarte enthielt Geflügel und andere Grillgerichte, Eierspeisen und verschiedene Salate. Freunde des edlen Gerstensaftes konnten ihren Durst mit Potsdamer Pilsner löschen, das speziell hier angeboten wurde und aus der neuen, städtischen Brauerei kam. An Sonntagen wurde auch Kaffee und Kuchen serviert und im Sommer Eis. Der „Froschkasten“ war sehr beliebt und stets gut besucht, und so war es – wie zu DDR-Zeiten üblich – schwierig, einen Platz zu ergattern. Hatte man gute Kontakte zum Personal, war das allerdings kein Problem.

Nach dem Mauerfall wurde der „Froschkasten“, wie alle HO- und Konsum-Gaststätten, privatisiert und im Haus noch ein Hotel eröffnet. Privat war das Lokal auch vor seiner Schließung im Zweiten Weltkrieg. Damals besaß es noch einen großen Garten, der bis an die Neustädter Havelbucht reichte und sogar eine eigene Dampferanlegestelle besaß.

Der Name geht auf Frösche auf Fischerkästen zurück

An warmen Sommertagen saßen die Gäste hier unter den alten, schattigen Bäumen und erfrischten sich an einer kühlen Limonade oder der beliebten Potsdamer Stange. Auch Otto Becker, der Glockenist und Organist der Garnisonkirche, der gegenüber in der Kiezstraße 24a (1977 abgerissen) wohnte, saß oft hier und schrieb seine Noten.

Um 1840 entstand in der Kiezstraße 4 eine Gastwirtschaft. Ihren Namen erhielt sie von den Kiezfischern, denn in der Havelbucht wimmelte es vor Fröschen, die sich auf den Fischkästen sonnten. 1940 wurde der „Froschkasten“ geschlossen. Die Verlagsgesellschaft Bonnes & Hachfeld hatte das barocke Haus gekauft, in dem für kurze Zeit die Sitzungen der Forschungsgesellschaft „Froschkasten“ stattfanden.

Von Karin Markert

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