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In zehn Jahren 200.000 Potsdamer

Stadtentwicklung In zehn Jahren 200.000 Potsdamer

Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam wächst noch schneller, als bisher schon angenommen wurde. Spätestens 2027 wird sie die Marke von 200 000 Einwohnern genommen haben, so Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Freitag bei der Vorstellung der neuesten Bevölkerungsprognose.

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Potsdam wird in zehn Jahren rund 200.000 Einwohner haben.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Landeshauptstadt wächst noch schneller als bisher schon geplant. „Wir werden 2026/27 die 200 000er-Marke überschreiten“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Freitag bei der Vorstellung der neuen Bevölkerungsprognose. Nach der letzten, im Oktober 2015 vorgelegten Prognose rechnete die Stadt damit erst nach 2035. Entwickelt sich Potsdam weiter so wie in den letzten Jahren, werden 2035 deutlich mehr als 220 000 Einwohner in der Stadt leben. Auch die letzte Prognose habe „schon eine dynamische Entwicklung unterstellt“, so Jakobs: „Aber nun legen wir noch einmal mit elf Prozent darüber.“

Potsdams Chef-Statistiker Reiner Pokorny mit dem „Lebensbaum“ der Landeshauptstadt

Potsdams Chef-Statistiker Reiner Pokorny mit dem „Lebensbaum“ der Landeshauptstadt. Unten die jüngsten, oben die ältesten Jahrgänge.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Wesentliche Gründe für das beschleunigte Wachstum waren in den letzten Jahren ein immer rascherer Zuzug und eine die Sterbefälle übertreffende Geburtenrate. Auch in den nächsten Jahren rechnet Statistik-Bereichsleiter Reiner Pokorny mit weitaus mehr Zu- als Wegzüglern. Unterm Strich werden pro Jahr zwischen 2400 und 3800 Personen mehr in die Stadt hinein- als hinausziehen. Eine Trendwende erwartet der Statistiker hingegen um 2020/21 im zahlenmäßigen Verhältnis von Geburten und Sterbefällen. Infolge des Geburtenknicks der Nachwendezeit werden dann weniger Babys erwartet: „Die Frauen, die uns jetzt fehlen, wurden damals nicht geboren“, sagte Jakobs, der Potsdam 1993 bei seinem Dienstantritt als Jugendamtsleiter als schrumpfende Stadt erlebte, in der statt über Kita-Neubauten über Schließungen verhandelt wurde.

Der Ende 2017 vorgelegte Entwurf für den Doppelhaushalt 2018/19 habe auch mit der neuen Prognose Bestand. Jakobs nannte es „relativ sicher, dass der Haushalt für 2018 noch nicht unmittelbar betroffen sein wird“. Es sei ja „das Gute“, dass die zusätzlichen Einwohner „nicht alle plötzlich da sind“. Unmittelbar „nachgesteuert“ werden müsse bei der Investitionsplanung für Kitas und Schulen. Finanzdezernent Burkhard Exner (SPD) sagte, ein „dynamisches Wachstum“ der Stadt sei in der aktuellen Haushaltsplanung durchaus berücksichtigt: „Ein solches Investitionsvolumen wie gegenwärtig hatten wir noch nie.“ Wie berichtet, sind 338 Millionen für neue Kitas, Schulen und Infrastruktur eingeplant.

Von Volker Oelschläger

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