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Potsdam Wird „Platz der Einheit“ umbenannt?
Lokales Potsdam Wird „Platz der Einheit“ umbenannt?
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00:21 31.10.2018
Der Platz der Einheit mit dem Bildungsforum im Hintergrund. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Der Platz der Einheit in der Potsdamer Innenstadt soll zum 2019 bevorstehenden 30. Jahrestag des Mauerfalls in „Platz der deutschen Einheit“ umbenannt werden. Das schlägt die AfD-Fraktion in einem Antrag für die nächst Stadtverordnetensitzung vor. Der ehemalige Wilhelmplatz sei im März 1946 in Platz der Einheit umbenannt worden „und sollte als Denkmal an das Ziel der Wiedervereinigung der vier Besatzungszonen dienen“, heißt es in der Begründung des Antrags.

„Mit Gründung der DDR“ sei „dies der SED-Führung ein Dorn im Auge gewesen, weshalb über die gesamte restliche Zeit dem Namen die Bedeutung zukam, für die Einheit der Arbeiterklasse zu stehen. „Mit dem Gedanken an die deutsche Einheit“ habe der Name „von da an nichts mehr zu tun gehabt“, schreibt die AfD.

Einen ähnlichen Antrag gab es bereits im Spätsommer 2009. Damals plädierte die CDU mit einer ähnlichen Argumentation für eine Umbenennung in „Platz der deutschen Einheit“: „20 Jahre nach der friedlichen Revolution, dem Mauerfall und der sich daran anschließenden Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten“ sei es „an der Zeit, diesen wichtigen historischen Ereignissen auch in Potsdam Rechnung zu tragen“, hieß es in der Begründung.

Der CDU-Antrag wurde im Kulturausschuss damals kontrovers diskutiert. Peter Schultheiß, der mittlerweile für Potsdamer Demokraten und die SPD in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, verwies zur Eröffnung der Debatte darauf, dass „nicht eindeutig“ sei, ob mit der Benennung des Platzes „die nationale Einheit des damals geteilten Deutschlands oder vor dem Hintergrund der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED die Einheit der Arbeiterklasse gemeint war“.

Laut Ausschussprotokoll meldeten sich in der Debatte vor allem SPD-Mitglieder: Helmut Przybilski plädierte für der Beibehaltung des Namens „in Erinnerung an die Wende“, Till Meyer nannte es „positiv, wenn die Bedeutung im Laufe der Zeit variiert“, Bettina Klusemann warnte vor „Deutschtümelei“ und „nationalistischem Denken“.

Kevin Lücke von der FDP äußerte die Ansicht, durch die aktuelle Benennung werde man „angeregt, diesen Namenszug zu hinterfragen“. In der nächsten Stadtverordnetensitzung zog die CDU ihren Antrag zurück mit der Begründung, sie wolle damit „weitere Peinlichkeiten“ in der Stadtverordnetenversammlung vermeiden und deren „Ansehen nicht zusätzlich beschädigen“.

Modell für das Denkmal für die deutsche Einheit von Friedrich Mielke. Quelle: Christel Köster

Einen Nachhall fand die damals geführte Debatte 2011 im Streit um eine Offerte des Potsdamer Ehrenbürgers Friedrich Mielke (1921-2018), der der Stadt ein Denkmal für die deutsche Einheit mit einer sich nach oben hin verjüngenden Treppenspirale mit jeweils 40 Stufen anbot. Fürsprache fand das Angebot des im bayrischen Konstein lebenden Denkmalpflegers und Treppenforschers unter anderem bei Peter Schultheiß, der bei dieser Gelegenheit noch einmal an die Umbenennungsinitiative der CDU erinnerte.

Der Ehrenbürger, der der Stadt das Denkmal erstmals 2003 als Geschenk angeboten hatte, favorisierte dafür den Platz der Einheit oder einen Ort an der Glienicker Brücke. Die Stadt bot nach einer über Jahre von Missverständnissen und Kommunikationspannen begleiteten Korrespondenz alternativ den Bassinplatz oder die Plantage als Platz für das Denkmal an. Die Linke brachte zum Schluss auch den Brauhausberg ins Spiel. Im Frühjahr 2012 zog Friedrich Mielke, der am 30. September gestorben ist, seine Offerte zurück.

Von Volker Oelschläger

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