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Fachhochschulgebäude soll erhalten bleiben

Architekturdiskussion in Potsdam Fachhochschulgebäude soll erhalten bleiben

Im Herbst 2017 zieht die Fachhochschule aus ihrem Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße aus. Dann soll der Bau aus DDR-Zeiten abgerissen werden – so plant es die Stadt. Die Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ wehrt sich dagegen und will das Haus erhalten.

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So könnte das Fachhochschulgebäude aussehen, wenn es auch nach dem Herbst 2017 noch steht. Links das Landtagsschloss.

Quelle: repro/potsdamer mitte neu denken

Mitte. Erhalt statt Abriss: Geht es nach der Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“, soll das zur Disposition stehende Gebäude der Fachhochschule (FH) an der Friedrich-Ebert-Straße stehen bleiben und beispielsweise für Galerien, Design-Werkstätten oder für Cafés und Restaurants genutzt werden. Das Land stellt sicher, dass im Herbst 2017 die Studenten ausgezogen sind. Dagegen wehrt sich die Initiative. „Die Bausubstanz ist hervorragend, dieses Potenzial darf nicht so ohne Weiteres aufgegeben werden“, sagte Mitglied Steffen Pfrogner gestern bei der Präsentation des Konzepts zur Nachnutzung. „Wir stellen infrage, wie mit dem Komplex umgegangen werden soll“, sekundierte Ini-Kollegin Frauke Röth. Ein Abriss wäre zudem wegen der Erschütterungen mit „erheblichen Risiken“ für die benachbarte Nikolaikirche verbunden, so Frauke Röth. Nach wie vor brauche die Kreativszene Räume zu bezahlbaren Konditionen. Bedarf gebe es auch beim Potsdam-Museum, dem Ausstellungs- und Depotflächen fehlen.

2010 beschlossen die Stadtverordneten ein Leitbautenkonzept zur Wiederannäherung an die alte Mitte. In zwei Jahren soll die Fachhochschule komplett an ihren Campus an der Kiepenheuerallee umgezogen sein. Anschließend soll der DDR-Stelzenbau fallen. An Stelle des FH-Domizils sollen – in Anlehnung an den historischen Grundriss – zwei Wohn- und Geschäftsquartiere errichtet werden.

Um die Wiedergewinnung der Alten Mitte zu forcieren, sollten die Studenten bereits in diesem Jahr umziehen – ins Rechenzentrum an der Breiten Straße. Für diesen Vorschlag fand der Baubeigeordnete Matthias Klipp (Bündnisgrüne) jedoch keine politische Mehrheit.

Eine deutliche Absage an die Pläne der Initiative kam von der Stadt mit Verweis auf geltende Beschlüsse. Deshalb seien der Verzicht auf Abriss und eine dauerhafte Weiternutzung des Fachhochschulgebäudes „keine Option“, sagte Stadtsprecher Markus Klier gestern auf Anfrage der MAZ. Denn: „Dies würde zu einer Rückzahlung von Städtebaufördermitteln in Millionenhöhe führen, den Verzicht auf Grundstückserlöse in Millionenhöhe bedeuten und die Herauslösung des Gebäudes aus dem Treuhandvermögen durch den Haushalt der Landeshauptstadt voraussetzen.“ Die Initiative will das Fachhochschulgebäude zu einem „Haus für Öffentlichkeit und Kultur“ umgestalten. Die denkbaren Nutzungen reichen der Initiative zufolge von einer Städtischen Kunsthalle bis zu Tanzschul- und Begegnungsräumen.

Die Stahlbeton-Skelettkonstruktion ermögliche Pfrogner zufolge eine flexible Raumaufteilung ohne aufwendigen Umbau. Die Kosten für eine „Ertüchtigung“ des lange vernachlässigten Hauses konnte er nicht beziffern. Für den Erhalt des FH-Gebäudes könnte das Land städtebauliche Fördermittel ausspucken, sagte Pfrogner. Nach der Sommerpause will die Initiative ihr Konzept den Stadtverordneten-Fraktionen vorstellen. Am 5. September sind interessierte Potsdamer in die FH zu einem Symposium eingeladen. Die Veranstalter wollen die kommunalpolitischen Beschlüsse zur Umgestaltung der Mitte hinterfragen und diskutieren.

Von Ricarda Nowak

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