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15:16 22.09.2016
Erik Drumla vom PKC vor dem Restaurant „Zum Lindenhof“ in Drewitz. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Wer eine Geschichte des Karnevals aufschreiben wollte, müsste weit zurückgreifen. Als der gemeine Brandenburger noch nomadisch lebte und sich statt eines Helau Steinbeile entgegen schleuderte, ging in Mesopotamien, karnevalistisch betrachtet, bereits die Post ab. Inschriften belegen, dass schon damals für die Feiersaison das Egalitätsprinzip galt und Sklave und Sklavin ihren Herren und Herrinnen spaßhalber gleichgestellt waren. Am Havelstrand dagegen gibt es bis heute wenig zu lachen.

Fünftausend Jahre nach dem ererbten nomadischen Alltagsernst, auf dem Höhepunkt einer von greisen sozialistischen Führern verursachten strukturellen Humorloskeit, gründeten drei verwegene Gesinnungs-Karnevalisten unter dem Goldenen Atlas den Potsdamer Karneval Club. Praktischerweise war einer dieser drei Spaßvögel, Horst Grünberg, damals gerade Chef des zum Kulturhaus umfunktionierten Alten Rathauses.

Die Aufgabe, die ihnen bevorstand, war vergleichbar mit der des Atlas auf dem Dach. Der Karneval war hierzulande ein nahezu fremdes Kulturgut und Akte der Enthemmung waren nur aus dem dekadenten Westen bekannt. Trotzdem wuchs die Zahl der Verkleidungs- und Feierwütigen auch in der sozialistischen Bezirksstadt schnell. Wegen der damals weit verbreiteten Sehnsucht nach Albernheit und dem wachsenden Bedürfnis nach zwangloser Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht entstanden schnell karnevalistische Konkurrenzunternehmungen.

Die Faschingskarten für das Alte Rathaus oder die des in der Spielbank beheimateten Künstlerclubs wurden zu DDR-Zeiten wie Goldstaub gehandelt. In der Rückschau betrachtet scheinen die Jahre nach der Wende für die Karnevalisten des PKC wie ein Rückfall in das steinzeitliche Nomadentum. Die Rückzugsorte für Garde, Prinzenpaar, Büttenredner und das karnevalistische Feiervolk wechselten aus den verschiedensten Gründen häufig und diese Unstetheit hing wohl auch mit den rasanten Veränderungen in der Landeshauptstadt zusammen.

1992 ging es in die Feierhallen des RAW am Bahngelände, wo es neben einer großen Bühne auch eine Balustrade und einen separaten Barbereich gab. 1995 wurde im „Drushba“ und „Blauhaus“ genannten Glaskasten gefeiert und seither wurden auch im „Nachtleben“, dem „Kahleberg“ dem „Kutschstall“ und weiteren Orten die Lachmuskeln strapaziert. Bereits in der Saison 1997/98 zog das Prinzenpaar und seine Gefolgschaft zum ersten Mal in den „Lindenhof“ in Drewitz ein, wo am 17. Februar 2017 die große Jubiläumssause „50 Jahre schaffen und streben, der PKC wird ewig leben“ über die Bühne gehen wird.

Prinzessin Ines II. und Prinz Timo I. werden dann nicht nur die schmucken Mädel von der Potzblitz-Garde sondern auch ein Männerballett ankündigen und sicher ist schon jetzt, dass auch die Bütt von „Sepp“ und der „Schwesterntanz“ vergessen lassen werden, dass der Karneval außerhalb der Feiersaison eine ziemlich ernste Sache ist. Der Vizepräsident des PKC, Erik Drumla, brachte es im Gespräch mit der MAZ auf den Punkt: „Dreimal umgezogen, ist wie einmal abgebrannt“, sagte er und lachte dabei. Happy 50, PKC!

Von Lothar Krone

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