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Potsdam Inselhotel fühlt sich schikaniert
Lokales Potsdam Inselhotel fühlt sich schikaniert
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11:27 02.02.2016
Das ist der Holzstapel hinter dem Inselhotel, für den die Stadt eine Baugenehmigung fordert.  Quelle: dpa
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Hermannswerder

 Ein großer Stapel Kaminholz auf dem Grundstück des Inselhotels auf Hermannswerder wird zum Stein des Anstoßes bei der Potsdamer Stadtverwaltung – und er könnte Hoteldirektor Burkhard Scholz sogar in Haft bringen. Die Stadt verlangt von Scholz nämlich eine Baugenehmigung für einen mit einer Plane abgedeckten Stapel in der Nähe des Vier-Sterne-Hotels.

Seit diesem Wochenende bewegt der Stapel, der so schöne Hölzer wie Linde, Fichte, Buche und Robinie enthält und zum Befeuern von drei Hotelkaminen dient, die deutsche Zeitungslandschaft. Ein Halbdutzend überregionaler Zeitungen hat schon bei Direktor Scholz angerufen, nachdem zuerst der ZDF-Länderspiegel über das rigide Vorgehen des Bauamtes berichtet hatte.

Tausend Euro Strafe, wenn der Feuerholzstapel nicht weg kommt

Konkret geht es um ein Begehr der Verwaltung, das dem Direktor mittels Verfügung letztes Jahr übermittelt wurde: Der Kaminholzstapel bei seinem Hotel müsse unverzüglich weg – ansonsten drohten tausend Euro Strafe oder eine durch das Amtsgericht verhängte Ersatzhaft. 250 Euro obendrauf musste der Direktor gleich berappen, als Bearbeitungsgebühr.

Das Vorgehen der Behörde bringt Scholz auf die (Holz)barrikaden. Das Ganze sei eine „Schikane“, wettert der langjährige Inselhotelbetreiber, der das Haus 1996 eröffnete. Seit damals existiert auch der Feuerholzstapel. Im Keller dürfe man das Holz aber nicht lagern wegen der Brandlast. „Wenn die Stadt nicht einlenkt, dann bleibt nur der Rechtsweg“, droht Scholz mit einer Klage beim Verwaltungsgericht. Gegen die Strafe hat er Widerspruch eingelegt. Falls er damit nicht durchkommt, geht er lieber in Ersatzhaft als zu zahlen, sagte er am Montag zur MAZ. Es droht ein langjähriger Rechtsstreit.

Der Zoff um den Holzstapel fügt sich aus Scholz’ Sicht nahtlos in seine Erlebnisse der letzten Jahre ein. Immer wieder habe die Verwaltung ihm Knüppel zwischen die Beine zu werfen versucht. Egal, ob es um einen Anbau an sein Hotel ging oder um eine neue Wellness-Landschaft oder um eine Markise an der Terrasse – um alles habe er stets lang und ermüdend kämpfen müssen, erzählt der Inselhotel-Chef. Sogar bei einem Stall für den Hotel-Esel hätten die Behördenmitarbeiter zunächst auf stur geschaltet. „Die Musik dahinter ist bezeichnend für eine Verwaltung, die nicht bürgernah ist.“

Seine Vermutung: Weil er letztlich in den Streitfragen dann doch immer obsiegte, hätten ihm manche Verwaltungsmitarbeiter auf dem Kieker.

Stadtsprecher Schulz will sich nicht zum Feuerholzstapel äußern

 Aus Sicht der Stadt ist der große Stapel genehmigungspflichtig, weil er in einem Landschaftsschutzgebiet steht. Die Verwaltung wollte sich am Montag dazu nicht äußern. „Es ist ein laufendes Verfahren, wir sind im Streit mit Hoteldirektor Scholz und zu einem laufenden Verfahren äußern wir uns nicht“, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz.

 Hoteldirektor Burkhard Scholz sieht in der Anordnung weit mehr als eine Behördenposse. Auch das Landschaftsschutz-Argument hält er für aus der Luft gegriffen. Denn: Das Areal unterliege seit jeher dem Innenbereich-Paragrafen 34 im Baugesetzbuch, hält Scholz dagegen.

 Kurioserweise ist ein weiterer Holzstapel, der sich gleich neben dem Beanstandetem befindet, aus Sicht der Stadt nicht genehmigungspflichtig. Ob dort kein Landschaftsschutz gilt? Auch dazu wollte sich Stadtsprecher Schulz am Montag nicht äußern.

Aber nicht nur das Feuerholzstapel-Drama sorgt derzeit für Missstimmung zwischen dem Inselhotel und der Verwaltung. Scholz muss derzeit nämlich auch noch um seine vermietbare schwimmende Sauna bangen, die er auf einem Sportkatamaran installiert hat. „Es handelt sich um ein Wassersportfahrzeug“, verweist der Direktor auf die Tatsache, dass das Gefährt vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg als Sportboot zugelassen ist. Bei der Verwaltung würde man das anders sehen, berichtet Scholz ungläubig: „Die Stadt behauptet, dass es ein Gebäude ist und abgerissen werden muss.“ Auch hier war der 22. Dezember 2015 als Vollzugsdatum festgesetzt. Auch hier will es Scholz auf einen Kampf mit der Verwaltung ankommen lassen.

Von MAZ online

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