Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Inselhotel fühlt sich schikaniert

Potsdam will Baugenehmigung für Holzstapel Inselhotel fühlt sich schikaniert

Es ist eine unglaubliche Posse: In Potsdam fordert die Stadtverwaltung eine Baugenehmigung für einen Holzstapel vor einem Hotel. Der Hotelchef spricht von Schikane. Ihm drohen ein saftiges Bußgeld und im schlimmsten Fall sogar Gefängnis.

Potsdam-Hermannswerder 52.383871 13.037476
Potsdam-Hermannswerder Mehr Infos
Nächster Artikel
Tatjana Meissner meint: „Du willst es doch auch“

Das ist der Holzstapel hinter dem Inselhotel, für den die Stadt eine Baugenehmigung fordert.
 

Quelle: dpa

Hermannswerder.  Ein großer Stapel Kaminholz auf dem Grundstück des Inselhotels auf Hermannswerder wird zum Stein des Anstoßes bei der Potsdamer Stadtverwaltung – und er könnte Hoteldirektor Burkhard Scholz sogar in Haft bringen. Die Stadt verlangt von Scholz nämlich eine Baugenehmigung für einen mit einer Plane abgedeckten Stapel in der Nähe des Vier-Sterne-Hotels.

Seit diesem Wochenende bewegt der Stapel, der so schöne Hölzer wie Linde, Fichte, Buche und Robinie enthält und zum Befeuern von drei Hotelkaminen dient, die deutsche Zeitungslandschaft. Ein Halbdutzend überregionaler Zeitungen hat schon bei Direktor Scholz angerufen, nachdem zuerst der ZDF-Länderspiegel über das rigide Vorgehen des Bauamtes berichtet hatte.

Tausend Euro Strafe, wenn der Feuerholzstapel nicht weg kommt

Konkret geht es um ein Begehr der Verwaltung, das dem Direktor mittels Verfügung letztes Jahr übermittelt wurde: Der Kaminholzstapel bei seinem Hotel müsse unverzüglich weg – ansonsten drohten tausend Euro Strafe oder eine durch das Amtsgericht verhängte Ersatzhaft. 250 Euro obendrauf musste der Direktor gleich berappen, als Bearbeitungsgebühr.

Das Vorgehen der Behörde bringt Scholz auf die (Holz)barrikaden. Das Ganze sei eine „Schikane“, wettert der langjährige Inselhotelbetreiber, der das Haus 1996 eröffnete. Seit damals existiert auch der Feuerholzstapel. Im Keller dürfe man das Holz aber nicht lagern wegen der Brandlast. „Wenn die Stadt nicht einlenkt, dann bleibt nur der Rechtsweg“, droht Scholz mit einer Klage beim Verwaltungsgericht. Gegen die Strafe hat er Widerspruch eingelegt. Falls er damit nicht durchkommt, geht er lieber in Ersatzhaft als zu zahlen, sagte er am Montag zur MAZ. Es droht ein langjähriger Rechtsstreit.

Der Zoff um den Holzstapel fügt sich aus Scholz’ Sicht nahtlos in seine Erlebnisse der letzten Jahre ein. Immer wieder habe die Verwaltung ihm Knüppel zwischen die Beine zu werfen versucht. Egal, ob es um einen Anbau an sein Hotel ging oder um eine neue Wellness-Landschaft oder um eine Markise an der Terrasse – um alles habe er stets lang und ermüdend kämpfen müssen, erzählt der Inselhotel-Chef. Sogar bei einem Stall für den Hotel-Esel hätten die Behördenmitarbeiter zunächst auf stur geschaltet. „Die Musik dahinter ist bezeichnend für eine Verwaltung, die nicht bürgernah ist.“

Seine Vermutung: Weil er letztlich in den Streitfragen dann doch immer obsiegte, hätten ihm manche Verwaltungsmitarbeiter auf dem Kieker.

Stadtsprecher Schulz will sich nicht zum Feuerholzstapel äußern

 Aus Sicht der Stadt ist der große Stapel genehmigungspflichtig, weil er in einem Landschaftsschutzgebiet steht. Die Verwaltung wollte sich am Montag dazu nicht äußern. „Es ist ein laufendes Verfahren, wir sind im Streit mit Hoteldirektor Scholz und zu einem laufenden Verfahren äußern wir uns nicht“, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz.

 Hoteldirektor Burkhard Scholz sieht in der Anordnung weit mehr als eine Behördenposse. Auch das Landschaftsschutz-Argument hält er für aus der Luft gegriffen. Denn: Das Areal unterliege seit jeher dem Innenbereich-Paragrafen 34 im Baugesetzbuch, hält Scholz dagegen.

 Kurioserweise ist ein weiterer Holzstapel, der sich gleich neben dem Beanstandetem befindet, aus Sicht der Stadt nicht genehmigungspflichtig. Ob dort kein Landschaftsschutz gilt? Auch dazu wollte sich Stadtsprecher Schulz am Montag nicht äußern.

Aber nicht nur das Feuerholzstapel-Drama sorgt derzeit für Missstimmung zwischen dem Inselhotel und der Verwaltung. Scholz muss derzeit nämlich auch noch um seine vermietbare schwimmende Sauna bangen, die er auf einem Sportkatamaran installiert hat. „Es handelt sich um ein Wassersportfahrzeug“, verweist der Direktor auf die Tatsache, dass das Gefährt vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg als Sportboot zugelassen ist. Bei der Verwaltung würde man das anders sehen, berichtet Scholz ungläubig: „Die Stadt behauptet, dass es ein Gebäude ist und abgerissen werden muss.“ Auch hier war der 22. Dezember 2015 als Vollzugsdatum festgesetzt. Auch hier will es Scholz auf einen Kampf mit der Verwaltung ankommen lassen.

Von MAZ online

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg