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Potsdam Internationale Impulse durch Zuwanderung
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10:58 28.09.2016
In der Broschüre sind ein Selbstbildnis Antoine Pesne mit Familie 1718 und ein Porträt des Kronprinzen Friedrich II. zu sehen. Quelle: repro: bernd gartenschläger
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Potsdam

Gleich drei preußischen Königen diente Antoine Pesne (1683-1757) als Hofmaler. Wie es der Spross einer renommierten Pariser Malerfamilie schaffte, die Royals für sein Können einzunehmen, kann man in der von der Stadt herausgegebenen Broschüre „Internationale Impulse für Potsdam“ nachlesen. Eine vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage ist jetzt erschienen. Im Zentrum steht die „Rolle der Zugewanderten für die Entwicklung“ der Stadt – so der Untertitel. Jetzt haben der Historiker Professor Ulrich Schmelz und die Integrationsbeauftragte Magdolna Grasnick im Awo-Kulturhaus Babelsberg die Publikation präsentiert, die auf dem 1993er Vorgänger „Potsdam ohne Ausländer?!“ fußt.

Auf 100 Seiten beschreiben Hauptautor Schmelz sowie Ursula Langer, Karl-Ernst Plagemann, Hans-Martin Randacek und Birgit Zimmermann, welche Spuren Franzosen, Russen, Niederländer, Böhmen, Schweizer sowie Christen, Juden und Muslime hinterlassen haben. Außer Beiträgen aus früheren Jahrhunderten, Berichten aus dem Zweiten Weltkrieg und aus Nachwendezeit finden sich Geschichten über Ausnahmepersönlichkeiten. Zu ihnen gehören zum Beispiel Samuel Schock, der – Gründer der ersten Tabakmanufaktur in Preußen“, „Wenzel Wessely – Kolonist und Webermeister in Nowawes und der ,Königsquäler‘“, „Francois Gaspard Adam – Schöpfer von Marmorstatuen in Sanssouci“, „Giovanni Coli und die Kammermusiken am Hofe des preußischen Königs“ und „David Garmatter – Hofgärtner beim Schloss Still-im-Land“.

„Die Broschüre bietet die Möglichkeit, sich mit aktuellen Fragen aus einer historischen Perspektive zu beschäftigen“, sagt Magdolna Grasnick. So kann Fragen nachgegangen werden wie: Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein und anzukommen? Was bedeutete Fachkräftemangel damals und was heute? Wie kann eine Stadtgesellschaft den Prozess der Integration unterstützen und wie werden aus Fremden Einheimische? „Mit Hilfe der Broschüre können die Vergangenheit und Gegenwart Potsdams aus einem neuen Blickwinkel entdeckt und verstanden werden“, so Grasnick. „Denn Potsdam profitiert heute wie damals von der Vielfältigkeit der Einwohnerinnen und Einwohner.“ Seit 1992 gilt in Brandenburg der Gleichheitsgrundsatz. Artikel 12 der Landesverfassung hält fest: „Niemand darf wegen seiner Rasse, Abstammung, Nationalität, Sprache, seines Geschlechts, seiner sexuellen Identität, seiner sozialen Herkunft oder Stellung, seiner Behinderung, seiner religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung bevorzugt oder benachteiligt werden. „In diesem Sinne unterstreicht die Broschüre ,Internationale Impulse für Potsdam‘ den kulturellen, architektonischen und spirituellen Gewinn, den die heutige Landeshauptstadt Potsdam durch zugewanderte Persönlichkeiten erfuhr und auch in Zukunft erfahren soll“, betont die Beauftragte für Migration und Integration.

Die Broschüre ist erhältlich über das Büro für Chancengleichheit und Vielfalt, Bestellung per E-Mail unter gleichstellung@rathaus.potsdam.de

Von Ricarda Nowak

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