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Potsdam Schubert: „Die Potsdamer haben eine Art preußischen Realismus“
Lokales Potsdam Schubert: „Die Potsdamer haben eine Art preußischen Realismus“
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02:16 01.12.2018
Amtseinführung des neuen Oberbürgermeisters Mike Schubert (SPD). Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Mike Schubert (SPD) ist der neue Potsdamer Oberbürgermeister. Hier sein erstes Interview nach seiner Amtseinführung.

Her Schubert, woran wird als erstes bemerkbar sein, dass die Stadt einen neuen Oberbürgermeister hat?

Mike Schubert: An der Bürgersprechstunde des Oberbürgermeisters. Das wird etwas Neues sein. Es wird viele Möglichkeiten geben mit „dem Neuen“ auf Tuchfühlung zu gehen, mit mir in Dialog zu treten. Wir werden die Sprechstunde zügig vorbereiten, ich möchte damit im Januar beginnen.

Die Erwartungen sind hoch, dass es schnell Besserungen bei den Problemfeldern gibt. Können Sie das erwartete Tempo wirklich einhalten?

Ich habe bei den Potsdamern eine Art preußischen Realismus kennengelernt. Es gibt nicht die Erwartungshaltung, dass der neue OB über den Heiligen See laufen kann. Wir können nicht alle Probleme sofort lösen. Was ich tun kann und wofür ich heute noch einmal geworben habe, ist die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark. Verkehrsfragen lassen sich nur gemeinsam lösen.

Sie hatten nach ihrer Wahl gesagt, dass ihr erster Termin Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) vorbehalten ist. Wann steht das Treffen an?

Das ist schon vor drei Wochen passiert! Das war ein Treffen mit ihm, aber auch dem Landrat des Havellands, den Bürgermeistern der Umlandkommunen und der an Potsdam angrenzenden Berliner Bezirke. Wir haben erste Arbeitsbande geknüpft. Das Thema Verkehr soll dort erörtert werden. Es ist mir wichtig, dass wir als Region viel enger zusammenarbeiten. Es geht auch darum, gegenüber der Landesregierung unsere Anliegen mit einer starken Stimme vorzutragen. Wir erleben gerade in der Lausitz, wie gut es ist, wenn man sich als Region vernetzt.

Wann beginnt der angekündigte Umbau in der Verwaltung, etwa die Zusammenführung der Bereiche Jugend und Bildung?

In der nächsten Stadtverordnetenversammlung werde ich erste Schritte vorstellen, wie ich mir die Arbeit im Rathaus künftig vorstelle. Das wird kein kompletter Umbruch sein, sondern eine Weiterentwicklung. Dass Bildung und Jugend künftig bei Noosha Aubel enger miteinander verzahnt werden, ist ein wichtiges Ziel von mir. Wir müssen diese Änderungen auch im Haushalt bedenken. In einigen Wochen werden wir wissen, welche Herausforderungen dort auf uns zukommen. Die Stadtverordneten müssen auch die nötige Aufstockung des Personals mittragen, dafür müssen wir vielleicht auf das ein oder andere schöne Projekt verzichten. Die Stadt braucht eine funktionierende Verwaltung und diese kostet Geld.

Mike Schubert (SPD) wird am 28. November 2018 als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam eingeführt. Hier sind erste Eindrücke.

An welche „schönen Projekte“ denken Sie dabei?

Wir stehen kurz vor dem Kommunalwahlkampf und Wahlkämpfe neigen dazu, dass darin neue Projekte auftauchen. Wir brauchen auch bei den Stadtpolitikern einen Mentalitätswechsel. Ich war selbst lang genug Stadtverordneter und weiß, wie oft wir Aufträge an die Verwaltung beschlossen haben, ohne dass das auch mit den nötigen personellen Ressourcen hinterlegt worden ist. Es geht nicht darum, ob wir uns bestimmte Projekte leisten können, sondern um ein Bewusstsein dafür, dass jedes Projekt auch Mehrarbeit für die Mitarbeiter neben ihren Pflichtaufgaben bedeutet.

Ist Ihre Nachfolge im Amt des Sozialbeigeordneten geregelt?

Bis zu meinem Amtsantritt heute war ich ja noch Sozialbeigeordneter. Aber jetzt kann ausgeschrieben werden und das ist kein Thema, das ich hinter irgendwelche Wahltermine schubsen möchte. Kommende Woche werde ich den Fraktionsvorsitzenden meinen Fahrplan vorstellen. Das Rathaus wird sich externe Hilfe für die Neubesetzung holen und ich werde mich um eine breite Mehrheit bemühen, denn ich weiß selbst, wie das ist, wenn so eine Entscheidung am seidenen Faden hängt. Mein Appell an die Stadtverordneten ist, dass wir gemeinsam vor der Wahl einen Sozialbeigeordneten wählen.

Welcher persönliche Gegenstand wird auf ihrem neuen Schreibtisch seinen Platz finden?

Fotos meiner Familie und das Bild der Schnecke und dem Wort „Gelassenheit...“, das mir mein Schwiegervater geschenkt hat, wandern ebenso in mein neues Büro, wie der Kompass, den ich beim Amtsantritt als Beigeordneter von meiner Frau geschenkt bekommen habe. Es gibt aber auch etwas Wichtiges auf dem Schreibtisch des Potsdamer Oberbürgermeisters, das es bisher nicht gab: einen Laptop.

Von Peter Degener

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