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Potsdam Irene Schwetasch ist gestorben
Lokales Potsdam Irene Schwetasch ist gestorben
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17:15 11.12.2015
Irene Schwetasch steuerte nicht nur die Vereinsfinanzen. Quelle: Foto: R.S.
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Babelsberg

„Ich zum Arbeiten auf dieser Welt.“ Dieses Motto hat Irene Schwetasch stets gelebt, sich nie geschont. Am Abend des 8. Dezember ist die Alt-Babelsbergerin und Mit-Gründerin des Förderverein „Alte Neuendorfer Kirche und Neuendorfer Anger e.V.“ nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Sie war die Schatzmeisterin und Cheforganisatorin des Vereins, den sie 1999 mit Pfarrerin Gisela Opitz (†), ihrem Schwager Friedrich-Wilhelm Franke (†) und Baudenkmalpfleger Roland Schulze gegründet hatte.

Nicht nur „Finanzminister“ war sie im Verein, sie war Premierminister. Faktisch alles lief über ihren Tisch, seit die rekonstruierte Kirche im Sommer 2007 wieder nutzbar war und ein edler Ort für Eheschließungen und Kulturveranstaltungen. Bei fast allen Trauungen war sie persönlich da und sich für keine Tätigkeit zu schade; sie wusch sogar ab hinterher. Urlaube wurden so gelegt, dass sie möglichst keine Eheschließung verpasste. „Und passierte es dennoch, rief sie selbst aus dem Ausland an, ob alles glatt geht in der Kirche“, erzählt ihr Mann Kurt der MAZ. Ein Herzensanliegen war ihr die Aufstellung eines Trägers für die drei noch vorhandenen Glocken der 1952 gesprengten Bethlehemkirche. Dafür haben Fachhochschulstudenten Entwürfe gemacht.

Irene Schwetasch stammt vom Neuendorfer Anger und ging ganz kurz vor dem Mauerbau vom 13. August 1961 in die Bundesrepublik, wohin ihr Freund Kurt 1958 geflüchtet war, keine zwei Stunden, bevor die DDR-Behörden ihm seinen Pass wegnehmen konnten. 1967 heirateten die beiden; Kinder blieben aus.

Bis zur Rente hat Schwetasch von Stuttgart aus mehrere Tausend Mietwohnungen der Eisenbahnsiedlungsgesellschaft (ESG) im Altbundesgebiet verwaltet. Zum Angerkirch-Projekt kamen sie auf Betreiben von Pfarrerin Gisela Opitz; die Schwetaschs arbeiteten zunächst von Stuttgart aus mit. 2004 zogen sie zurück nach Babelsberg.

Der Förderverein „Alte Neuendorfer Kirche und Neuendorfer Anger e.V.“ hat mit dem Tode Schwetaschs einen schweren Verlust erlitten. Irene Schwetasch stellte ihren christlichen Glauben nie in den Vordergrund, und doch ist es ihrer Beharrlichkeit zu danken, dass inzwischen vierteljährlich Gottesdienste hier stattfinden.

Die kirchliche Trauerfeier mit Superintendent Joachim Zehner findet am Donnerstag, dem 17. Dezember, um 11 Uhr in der Alten Neuendorfer Kirche statt. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof in der Großbeerenstraße.

Von Rainer Schüler

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