Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Irene Schwetasch ist gestorben

Vereine in Potsdam Irene Schwetasch ist gestorben

Sie hat die finanziellen Geschicke des Angerkirchen-Fördervereins von Babelsberg gelenkt, Veranstaltungen organisiert und das frühere Gotteshaus nach seiner bürgerschaftlichen Rekonstruktion zum Standesamt gemacht. Jetzt ist sie nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben und hinterlässt eine Riesenlücke im Verein.

Voriger Artikel
Autoknacker plündern BMWs
Nächster Artikel
Jetzt regnet es Geld für den Luftschiffhafen

Irene Schwetasch steuerte nicht nur die Vereinsfinanzen.

Quelle: Foto: R.S.

Babelsberg . „Ich zum Arbeiten auf dieser Welt.“ Dieses Motto hat Irene Schwetasch stets gelebt, sich nie geschont. Am Abend des 8. Dezember ist die Alt-Babelsbergerin und Mit-Gründerin des Förderverein „Alte Neuendorfer Kirche und Neuendorfer Anger e.V.“ nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Sie war die Schatzmeisterin und Cheforganisatorin des Vereins, den sie 1999 mit Pfarrerin Gisela Opitz (†), ihrem Schwager Friedrich-Wilhelm Franke (†) und Baudenkmalpfleger Roland Schulze gegründet hatte.

Nicht nur „Finanzminister“ war sie im Verein, sie war Premierminister. Faktisch alles lief über ihren Tisch, seit die rekonstruierte Kirche im Sommer 2007 wieder nutzbar war und ein edler Ort für Eheschließungen und Kulturveranstaltungen. Bei fast allen Trauungen war sie persönlich da und sich für keine Tätigkeit zu schade; sie wusch sogar ab hinterher. Urlaube wurden so gelegt, dass sie möglichst keine Eheschließung verpasste. „Und passierte es dennoch, rief sie selbst aus dem Ausland an, ob alles glatt geht in der Kirche“, erzählt ihr Mann Kurt der MAZ. Ein Herzensanliegen war ihr die Aufstellung eines Trägers für die drei noch vorhandenen Glocken der 1952 gesprengten Bethlehemkirche. Dafür haben Fachhochschulstudenten Entwürfe gemacht.

Irene Schwetasch stammt vom Neuendorfer Anger und ging ganz kurz vor dem Mauerbau vom 13. August 1961 in die Bundesrepublik, wohin ihr Freund Kurt 1958 geflüchtet war, keine zwei Stunden, bevor die DDR-Behörden ihm seinen Pass wegnehmen konnten. 1967 heirateten die beiden; Kinder blieben aus.

Bis zur Rente hat Schwetasch von Stuttgart aus mehrere Tausend Mietwohnungen der Eisenbahnsiedlungsgesellschaft (ESG) im Altbundesgebiet verwaltet. Zum Angerkirch-Projekt kamen sie auf Betreiben von Pfarrerin Gisela Opitz; die Schwetaschs arbeiteten zunächst von Stuttgart aus mit. 2004 zogen sie zurück nach Babelsberg.

Der Förderverein „Alte Neuendorfer Kirche und Neuendorfer Anger e.V.“ hat mit dem Tode Schwetaschs einen schweren Verlust erlitten. Irene Schwetasch stellte ihren christlichen Glauben nie in den Vordergrund, und doch ist es ihrer Beharrlichkeit zu danken, dass inzwischen vierteljährlich Gottesdienste hier stattfinden.

Die kirchliche Trauerfeier mit Superintendent Joachim Zehner findet am Donnerstag, dem 17. Dezember, um 11 Uhr in der Alten Neuendorfer Kirche statt. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof in der Großbeerenstraße.

Von Rainer Schüler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg