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Potsdam Die größte Baustelle ist das Rathaus selbst
Lokales Potsdam Die größte Baustelle ist das Rathaus selbst
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07:25 04.08.2015
Architekt Martin Sting zeigt Oberbürgermeister Jann Jakobs (3.v.l.) und Werkleiter Bernd Richter (4.v.l.), wo der barrierefreie Zugang ins Rathaus erfolgen soll. Quelle: Jacqueline Schulz - meistermaedchen.de
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Potsdam

Vier Baustellen in vier Stunden standen am Montag auf dem Fahrplan von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Gemeinsam mit dem Werkleiter des Kommunalen Immobilienservice (Kis), Bernd Richter, besuchte er eine Kita, eine Grundschule und eine neue Unterkunft für Asylbewerber, bevor es zurück ins Stadthaus ging. An allen vier Orten informierte er sich über Baustellen im Auftrag der Stadt Potsdam.

Bei der Baustellentour wurden vier Projekte besucht. Nr 1: Das Rathaus

Innenstadt. Das größte Projekt findet dabei direkt unter seinem Schreibtisch statt. Das Erdgeschoss des Stadthauses in der Friedrich-Ebert-Straße wird derzeit in großen Teilen massiv umgebaut. Was bislang als Fahrradkeller, Archiv oder Lagerraum diente, soll im Frühjahr 2016 als Bürofläche der Verwaltung übergeben werden. Rund ein Drittel des Erdgeschosses wird in diesem ersten Bauabschnitt umgebaut. Parallel werden in den Innenhöfen Auffangbecken für das Regenwasser eingerichtet, die anschließend begrünt werden.

Die gesamte Sanierung des Stadthauses werde bis mindestens 2018 dauern und etwa 18 Millionen Euro kosten, sagte Werkleiter Bernd Richter. Rund ein Drittel der Kosten habe die Stadt zu tragen. „Fast alle Mitarbeiter im Haus müssen im Laufe der Sanierung einmal umziehen“, kündigte Jakobs an. Nur wenige Abteilungen wie der Bürgerservice, die Verwaltungsdruckerei und auch der Bereich des Oberbürgermeisters werden davon verschont. Welche Abteilungen künftig etwas unterhalb des Straßenniveaus ins Erdgeschoss verlegt werden, stehe noch nicht fest, betonte Jakobs.

Eine besondere Maßnahme des ersten Bauabschnitts hat Architekt Martin Sting im Bauplan sogar vorgezogen, um die Barrierefreiheit des Hauses spürbar zu erhöhen: Bislang mussten Bürger mit Gehbehinderungen oder einem Kinderwagen, die etwas im Stadthaus zu erledigen haben, lange und holprige Umwege durch Innenhöfe und leere Flure in Kauf nehmen, um einen Aufzug im hinteren Flügel zu erreichen. Bereits im Oktober gehen zwei Aufzüge in Betrieb, die auf kurzem Weg durch einen neu geschaffenen Eingang auf Straßenniveau direkt neben dem Haupteingang erreichbar sind.

Im Erdgeschoss des Rathauses entstehen derzeit Büros. Quelle: Jacqueline Schulz - meistermaedchen.de

Baustelle Nr. 2: Die Kita „Storchennest“ in Drewitz

Drewitz. Der erste Besuch auf der Baustellenreise galt der Kita „Storchennest“ in Drewitz. Bei laufendem Betrieb wurde das Gebäude, in dem auch das Montessori-Kinderhaus untergebracht ist, seit 2011 saniert. „Die Kinder werden etwas vermissen, wenn wir fertig sind“, scherzte KIS-Werkleiter Bernd Richter, der schon den Nachwuchs im Baugeschäft spielen sah. Insgesamt wurden knapp 2,6 Millionen Euro investiert.

Architekt Bernhard Wendel hatte bereits den Originalbau von 1989 projektiert, als er noch Potsdamer Stadtarchitekt war. Jetzt war er für die Sanierung verantwortlich. „Mir war gar nicht bewusst, dass es auch außerhalb des Stadtzentrums Sichtachsen gibt“, beschrieb er seine lange fehlgeschlagenen Versuche eine Kinderwagen-Remise in den Außenanlagen zu platzieren, die bereits 2003 neugestaltet werden konnten. Die prägnante „Bleistiftpergola“ im Hof konnte er bei der Gebäudesanierung ebenso erhalten, wie eine Sauna für die Kita-Kinder, die bereits aus den Neunziger Jahren stammt.

Architekt Wendel war bereits 1989 für den Bau verantwortlich

Im neuen Obergeschoss finden die Kinder künftig einen teilbaren Mehrzweckraum mit Akustikdecke und Betonglasfenstern. Auch die Küche der Kita wurde vollständig modernisiert. Vom Dach bis zum Sockel zeigen sich Fassade und Innenräume jetzt in blauen, gelben, grünen und braunen Streifen.

Wenn im September die Räume im Obergeschoss abgenommen worden sind, wird nicht mehr nur für 137, sondern mindestens für 200 Kinder Platz in der Kita „Storchennest“ sein.

Der Oberbürgermeister Jann jakobs (SPD) und Architekt Bernhard Wendel in der Kita „Storchennest“ unter der Bleistiftpergola. Quelle: Jacqueline Schulz - meistermaedchen.de

Baustelle Nr. 3: Eine Unterkunft für Asylbewerber im Bornstedter Feld

Bornstedter Feld. Eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der David-Gilly-Straße bekam am Montag ebenfalls Besuch vom Oberbürgermeister. In den vergangenen vier Wochen sind dort 51 Asylbewerber, vorrangig Familien, in die 22 Containermodule eingezogen. Die Container wurden bis Anfang des Jahres als temporärer Krankenhaustrakt in Cottbus genutzt und standen zum Verkauf.

Insgesamt haben die Stadt und der Kommunale Immobilienservice KIS 970.000 Euro investiert. „Der Großteil des Geldes wurde für den Transport aufgewandt“, sagte KIS-Werkleiter Bernd Richter. Für die 16 Meter langen Module waren von der Polizei begleitete Sondertransporte nötig. Vor Ort in Potsdam wurden die Container in zwei Etagen übereinander aufgebaut und für die Asylbewerber hergerichtet.

Sondertransport der Module bei Nacht

Sie bieten den Bewohnern jetzt 21 Wohnräume, zwei Gemeinschaftszimmer, mehrere Küchen- und Waschräume und ein Krankenzimmer. Die Einrichtung wurde zunächst für fünf Jahre dem Internationalen Bund als Träger übergeben. Den Bewohnern aus fünf Nationen gefällt der Modulbau, der sich äußerlich als zweistöckiges, gelbes Haus präsentiert. „Die Nachbarn kommen regelmäßig zu uns, bringen Sachspenden und bieten den Bewohnern Deutsch-Unterricht an“, sagte Sozialpädagogin Geraldine Mua. Im Herbst planen sie bereits ein Willkommensfest für die Bewohner der Unterkunft.

Baustelle Nr.4: Die Rosa-Luxemburg-Grundschule

Innenstadt. Erstmals werden in diesem Schuljahr vier Klassen in die Rosa-Luxemburg-Schule eingeschult. Die insgesamt 450 Schüler an der Burgstraße können sich auf einen neuen Hort mit Ballspiel-, Bau- und Bewegungsräumen freuen. Außerdem steht auch eine neu gebaute, lichte Mensa mit Blick ins Grüne bereit, die auch als Aula genutzt werden kann. Nur auf die Fertigstellung aller Außenanlagen müssen die Kinder bis zum Frühjahr 2016 warten. Dann wird die Stadt insgesamt 5,8 Millionen Euro in den letzten Bauabschnitt der Schule investiert haben.

„Es ist mittlerweile eigentlich nicht mehr vorstellbar, dass wir überlegt haben, diese Schule an einen freien Träger abzugeben“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs beim Besuch der Baustelle. Stattdessen wuchs die Planung von ein einer auf vier Klassen pro Jahrgang immer weiter an. Insgesamt sind seit 2009 knapp 11 Millionen Euro investiert worden.

Schüler durften in einem Workshop über die Fassade mitentscheiden

„Bei der Fassadengestaltung haben wir mit den Kindern einen Workshop veranstaltet“, erklärte Architekt Bernd Messner. Der sanierte Schulbau sieht nun aus „wie eine Frühlingswiese mit Gras und Löwenzahn“, der Mensa-Neubau mit seiner hohen Glasfassade wirke mit der grauen Fassade und weißen Strukturen „wie ein Stein“ in dieser Wiese, so Messner. Die alte Mensa am Ufer der Alten Fahrt werde dagegen noch im Herbst abgerissen. Auch eine Lernküche, welche die Schüler beim Bundeswettbewerb „Klasse, kochen!“ vor Kurzem gewonnen haben, wurde vom Architekten integriert und kann jetzt genutzt werden.

Die Rosa-Luxemburg-Grundschule ist nach sechs Jahren vollständig saniert. Quelle: Jacqueline Schulz - meistermaedchen.de

Von Peter Degener

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