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Potsdam Jakobs sucht Partner für Biosphäre
Lokales Potsdam Jakobs sucht Partner für Biosphäre
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12:51 12.08.2017
Der Bau der Biosphäre-Halle zur Bundesgartenschau 2001 kostete 29 Millionen Euro. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Bornstedter Feld

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hat sich im MAZ-Gespräch für eine große touristische Lösung für die Biosphäre ausgesprochen. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Biosphäre als Attraktion für Touristen und Potsdamer im Verbund mit anderen Nutzern spezielle Angebote erfüllt“, sagte Jakobs.

Unter anderem könnte man Krankenkassen mit Gesundheitsthemen oder den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit ins Boot holen. Jakobs verwies auf die „Umwegrentabilität“, die im Falle des Erhalts der Tropenwelt am Volkspark entstehen könnte. „Wenn es gelingt, mit Hilfe attraktiver Angebote Touristen in die Stadt zu holen, haben auch die Hotellerie und die Geschäfte etwas davon“, sagte er: „Das ist eine Art Wirtschaftsförderung.“

Besucherin im Orchideenparadies. Quelle: Bernd Gartenschläger

Im kürzlich vorgestellten Tourismusbericht 2016 hat die Tropenwelt gut abgeschnitten. Sie liegt hinter Schloss Sanssouci, dem Filmpark und dem Neuen Palais auf Platz vier in der Publikumsgunst. 151 788 Besucher wollten das Tropenparadies sehen – das bedeutete sogar eine leichte Steigerung gegenüber 2015.

Nach November 2017 ist die Zweckbindung hinfällig, die sich aus der Errichtung als geförderte Buga-Halle im Jahr 2001 ergibt. Danach – so Jakobs – würden sich auch ganz andere Möglichkeiten für eine Vermarktung ergeben. Schon jetzt gebe es viele Anfragen für Tagungen und andere Großevents.

Einer stadtteilbezogenen Nutzung der Halle – dies ist die Forderung von SPD, CDU/ANW und Grünen – erteilte der Rathaus-Chef hingegen eine klare Absage: „Die Biosphäre bietet gar nicht die Voraussetzungen dafür.“ Neubauten an anderen Standorten würden weitaus billiger kommen als teure Umbauten in einer Halle, die für eine ganz andere Nutzung gedacht ist. Für einen Jugendclub sind derzeit zwei Flächen im Gespräch. Eine davon – an der Georg-Hermann-Allee – wäre „sofort verfügbar“, so Jakobs.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Quelle: Friedrich Bungert

Gleichzeitig äußerte er Verständnis für die Bedenken von Stadtpolitikern, die befürchten, dass sich die Tropenhalle im Fall eines Weiterbetriebs zu einem Fass ohne Boden entwickelt. Wie berichtet, hatte die Verwaltung ursprünglich vorgeschlagen, den Weiterbetrieb der Tropenwelt mit 1,9 Millionen Euro pro Jahr zu bezuschussen. Nutznießer wären ein Investor oder eine stadteigene Gesellschaft.

Allerdings wurde die Suche nach einem Privatinvestor kurz vor der Sommerpause durch einen Schulterschluss von SPD, CDU/ANW und Grünen gestoppt. Die Ausschreibung liegt auf Eis; bis November sollen stattdessen in einem Bürgerbeteiligungsverfahren Nutzungsvarianten als Sportstätte, Jugendclub oder Begegnungszentrum geprüft werden.

2001 fand hier die Buga statt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Gegenüber der MAZ machte Jakobs deutlich, dass der Zuschuss von 1,9 Millionen Euro nicht in Stein gemeißelt bleiben muss, sondern niedriger ausfallen könnte. Ein Limit für den Zuschuss wollte er allerdings nicht nennen. „Das müssen Wirtschaftsprüfer untersuchen, wie man unter diese Summe kommen kann.“ Keinen Spielraum sieht Jakobs hingegen bei der Fassadensanierung der Biosphäre. Von den rund 5,7 Millionen Euro würde das Land aber voraussichtlich zwei Millionen übernehmen.

Die Tropenhalle von innen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Kritisch äußerte sich der Rathaus-Chef zum Stopp der Ausschreibungspläne durch SPD, CDU/ANW und Grüne. Rückhalt für seine Tropenwelt-Pläne bekommt er nur von den Linken und der Fraktion „Die Andere“. Wegen der Unentschlossenheit der Stadtverordneten zeige sich das Infrastrukturministerium zurückhaltend bei der Frage nach Fördermitteln, so Jakobs. Dort heiße es auf Nachfrage zwar „grundsätzlich ja“, aber verbunden mit der Botschaft an ihn: „Führe erst einmal einen Beschluss herbei.“

Derzeit wird im Rathaus von der Werkstatt für Beteiligung ein Verfahren für die Bürgerbeteiligung zur Biosphäre erarbeitet. Der Fahrplan soll im September im Hauptausschuss vorgelegt werden.

Von Jens Trommer und Ildiko Röd

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