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Jakobs weist Vorwürfe aus Oberlinhaus zurück

Potsdam Jakobs weist Vorwürfe aus Oberlinhaus zurück

Der Oberbürgermeister räumt zwar ein, in einem der Gespräche zur Kooperation der Oberlin-Klinik mit dem städtischen Ernst-von-Bergmann-Klinikum vorgeschlagen zu haben „mindestens 51 Prozent“ für die Stadt gefordert zu haben. Von einer feindlichen Übernahme könne aber dennoch nicht die Rede sein.

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Das Oberlinhaus in Babelsberg

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Nach dem Vorstoß des Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD), mit dem städtischen Klinikum eine Mehrheit an der renommierten, kirchlich getragenen Oberlin-Klinik in Potsdam übernehmen zu wollen, hagelt es Kritik. „So kann ein kommunales Unternehmen nicht mit einem Wettbewerber umgehen“, sagte der SPD-Fraktionschef im Potsdamer Rathaus, Pete Heuer, der MAZ – und kritisierte damit deutlich seinen Parteifreund an der Stadtspitze. „Wie ein Manchester-Kapitalist, nicht wie ein Sozialdemokrat“ agiere der Oberbürgermeister, sagte der Stadtverordnete Wolfhard Kirsch vom Bürgerbündnis.

Wie berichtet, hatte der Vorstand des Oberlinhauses den Vorstoß der Stadt öffentlich gemacht und ihn sowie weitere Kaufangebote für Oberlin-Tochterfirmen von anderer Seite als Versuch einer „feindlichen Übernahme“ eingeordnet. Jakobs bestätigte am Mittwoch einen Bericht der MAZ, nachdem er in einem Gespräch mit Oberlin-Vertretern am 4. Dezember eine Übernahme von mindestens 51 Prozent an dem orthopädischen Krankenhaus als sinnvoll bezeichnet hatte. „Bei einer möglichen Kooperation der Kliniken müssten die Größenverhältnisse der möglichen Partner berücksichtigt werden“, so Jakobs. Er habe bei dem Gespräch einen „kompensatorischen Austausch verschiedener Medizinsparten“ der beiden Kliniken vorgeschlagen.

Nach MAZ-Informationen waren bis zu dem Vorstoß des Stadtoberhaupts zur Übernahme die Gespräche weit gediehen. Oberlin sollte Orthopädie im Bergmann-Klinikum anbieten und auch dessen Unfallchirurgie übernehmen. Über einen Tausch von Unternehmensanteilen war gesprochen worden – und die Stadt wollte einen Geschäftsführerposten in der Oberlin-Klinik.

Oberbürgermeister Jakobs zeigte sich am Mittwoch empört über die Vorwürfe des Oberlin-Vorstandes und den Gang an die Öffentlichkeit. Er könne beim besten Willen nicht nachvollziehen, „dass so etwas wie eine feindliche Übernahme konstruiert wird“, sagte Jakobs am Mittwochabend in einem eigens einberufenen Pressegespräch und betonte, dass Stadt und Oberlinhaus „Gespräche auf Augenhöhe“ geführt hätten. „Ich halte es für angeraten, diese Gespräche im Augenblick nicht weiterzuführen“, so Jakobs weiter.

Jakobs betonte, dass die Kooperationsverhandlungen „ausdrücklich auf Wunsch des Oberlinhauses“ zustande gekommen seien. Offenbar hatte es aber erste Verwerfungen gegeben, als in Rede stand, für die neue Gesellschaft einen dauerhaften städtischen Geschäftsführer zu bestellen – Steffen Grebner, Chef des Klinikums. Das habe das Oberlinhaus nicht hinnehmen können, so Jakobs, also habe man über weitere Modelle „für eine sehr enge Kooperation“ diskutiert.

„Die Gesamtsituation im Oberlinhaus ist offensichtlich nicht einfach – ich habe mich gefragt, ob wir überhaupt gut beraten sind, hier Gespräche zu führen“, sagte Jakobs mit Blick auf die Unruhe, die die laufenden Umstrukturierungen in dem diakonischen Traditionshaus ausgelöst haben. „Ich fühle mich instrumentalisiert“, sagte der OB. „Die Unterstellung, dass wir die Unruhe für das Klinikum ausnutzen, ist Humbug.“ Es gehe darum, den Gesundheitsstandort Oberlinhaus zu erhalten und den Gesundheitsstandort Potsdam zu stärken.

Von Nadine Fabian

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